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TV-Tipp : Hedi Schneider steckt fest

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Für Hedi Schneider ist plötzlich nichts mehr, wie es war. Eine Panikattacke beim Sex bringt ihr Leben aus dem Lot. Da helfen auch die vielen Antidepressiva nichts, die sie nun noch häufiger schluckt.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 00:01 Uhr

Eben noch ist Hedi (Laura Tonke) durch das bunte Frankfurt geradelt, danach bleibt sie mit dem Fahrstuhl stecken. Doch sie nimmt es mit Humor und plaudert locker mit dem Notdienst.

In Panik gerät sie aber doch noch, kurze Zeit später und ausgerechnet beim spielerischen Sex mit ihrem Mann Uli. Hedi glaubt zu sterben, und ihr Leben und das ihrer Kleinfamilie gerät tatsächlich komplett aus den Fugen. Die turbulente Geschichte kam 2015 ins Kino, im Jahr darauf hat Laura Tonke (43) den Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle bekommen.

Das ZDF bringt «Hedi Schneider steckt fest» nun ins Fernsehen. Zu sehen ist der Film in der Reihe «Shooting Stars - Junges Kino im Zweiten» am Dienstag (18. Juli, 22.45 Uhr).

Plötzlich geistert Hedi nachts durch die Stadt, treibt einen Verkäufer in einer Zoohandlung zur Verzweiflung, bis sie schließlich ein kleines Kaninchen kauft. Sie läuft Uli (Hans Löw) auf eine Party nach, nachdem sie viel zu viele Antidepressiva geschluckt hat, und erbricht sich prompt bei einem Partygast aufs Hemd.

Die Regisseurin Sonja Weiss erzählt diese Geschichte in «Hedi Schneider steckt fest» mit viel Geduld und viel Humor. Sie zeigt, wie das Leben einer fröhlichen Familie zerbricht, erzählt von der Fragilität des Glücks und der Liebe und auch von der Verlorenheit einer Generation. Hedi ist um die 40 und weiß noch nicht so recht, wo sie hin will. Sie beginnt einen Job in einer Reiseagentur, immer freundlich, aber ohne großen Ehrgeiz.

Hedi macht sich ihre Welt, wie sie ihr gefällt, ohne damit jemandem zu schaden. Das Leben scheint ein Spiel, so wie die kreativen Rollenspiele mit ihrem kleinen Sohn Finn. «Wir müssen Geduld haben», sagt Uli immer wieder, wenn er sich gerade mal wieder eine neue Therapie angelesen oder Hedi eine Überdosis ihrer Pillen eingeworfen hat, die ihr offensichtlich unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Dass der kleine Sohn dabei zu kurz kommt, verwundert nicht. Dass die Kleinfamilie mit ihrer Selbsttherapie nicht so recht weiterkommt, auch nicht. Mit «Okay», reagiert Uli auf jede weitere Eskapade Hedis. Dabei ist nichts okay.

Manchmal geht es im Film nicht so richtig voran. Dann möchte man die Protagonisten am liebsten schütteln, weil sie vor allem abwarten und das Leben einfach laufen lassen. Dennoch ist «Hedi Schneider steckt fest» berührend, intensiv und in jedem Fall - auch dank des großartigen preisgekrönten Spiels von Laura Tonke - unbedingt sehenswert.

Hedi steckt fest

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