Erbschaft : Häme für Dalís angebliche Tochter

Pilar Abel wollte Salvador Dalis Tochter sein.
Pilar Abel wollte Salvador Dalis Tochter sein.

Ein DNA-Abstammungstest ergab, dass Pilar Abel nicht die Tochter des legendären spanischen Malers ist.

svz.de von
08. September 2017, 08:00 Uhr

Salvador Dalí nahm 1989 doch keine Geheimnisse mit ins Grab. Zumindest was seine Kinderlosigkeit angeht. Ein DNA-Abstammungstest ergab jetzt, dass die Spanierin Pilar Abel entgegen ihrer Behauptung nicht die Tochter des legendären spanischen Malers mit dem prominenten Zwirbel-Schnurrbart ist. Die 61-Jährige hatte das Land und die Kunstwelt mit einer Vaterschaftsklage, die von einer Richterin akzeptiert worden war und deshalb vor eineinhalb Monaten auch zur Exhumierung des einbalsamierten Leichnams des Surrealismus-„Vaters“ geführt hatte, wochenlang in Atem gehalten.

Die Frau, die als Wahrsagerin unter anderem im spanischen Fernsehen auftrat, steht nun blamiert da. Pilar Abel gibt sich gelassen. „Ich bin weder frustriert noch verbittert noch sonst was“, sagte sie kurz nach Bekanntgabe des Testergebnisses in der Nacht zum Donnerstag der Zeitung „La Vanguardia“ mit fester, resoluter Stimme. „Ich fühle mich okay. Mein Leben geht weiter.“ Sie hofft, dass doch irgendwie ein Irrtum vorliegt. Ihr Anwalt Enrique Blánquez wirft ebenfalls noch nicht das Handtuch und meint, man werde prüfen müssen, ob der Test korrekt und „mit allen Garantien“ durchgeführt worden sei. Das Ergebnis des Tests wurde von der Stiftung „Fundación Gala – Salvador Dalí“ bekannt gegeben. Am 18. September soll dennoch der Prozess stattfinden. Pilar Abel wird als Verliererin die Kosten tragen müssen. Die geplanten Memoiren, die sie zusammen mit einer Schriftstellerin schreiben wollte, werden wohl in der Schublade bleiben.

Im Netz wird sie als „Lügnerin“ und Schlimmeres heftig attackiert. Viele vermuten, dass die Mutter von vier Töchtern es auf den millionenschweren Pflichterbteil abgesehen habe.

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