Glücksatlas 2018 : Gute Konjunktur stärkt Lebenszufriedenheit

Das Glücksniveau in Deutschland liegt laut Studie weiterhin hoch.
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Das Glücksniveau in Deutschland liegt laut Studie weiterhin hoch.

Wo leben die glücklichsten Deutschen? Diese Frage hat ein Sozialökonom im Auftrag der Deutschen Post untersucht.

svz.de von
11. Oktober 2018, 13:00 Uhr

Die Menschen in Deutschland sind laut dem «Glücksatlas» weiter zufrieden mit ihrem Leben - und das liegt demnach auch an der guten Lage der Wirtschaft. Deutliche Verbesserungen gab es demnach in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land verbesserte sich in der Erhebung von Platz 17 im Vorjahr auf Position 15, teilte die Deutsche Post als Auftraggeberin für den Atlas am Donnerstag in Hamburg mit. Der Wert für das Lebensglück sei um 0,07 Punkte auf 6,96 gestiegen. Der gesamtdeutsche Durchschnittswert beträgt demnach 7,05.

Die Lebenszufriedenheit ist nach den Berechnungen für die Studie in diesem Jahr auf relativ hohem Niveau geblieben, wie aus der am Donnerstag in Hamburg vorgestellten Studie hervorgeht. Sie wurde von dem Sozialökonomen Bernd Raffelhüschen im Auftrag der Deutschen Post erstellt.

Die Bewertung der Lebenszufriedenheit erreichte auf einer Skala von 0 bis 10 für dieses Jahr 7,05 Punkte. Damit werde das gute Ergebnis des Vorjahrs (7,07) im Wesentlichen bestätigt, hieß es in einer Mitteilung. «Die anhaltend starke Konjunktur und die gute Beschäftigungslage dürften für das konstant hohe Glücksniveau der Deutschen verantwortlich sein.» Dabei verringerte sich der Abstand zwischen West- und Ostdeutschland erneut etwas (0,20 nach 0,22 Punkten). Auch der Unterschied zwischen der Region mit den zufriedensten und den weniger glücklichen Menschen blieb laut Auswertung mit «nur 0,6 Punkten» auf dem niedrigen Vorjahresniveau.

Zwischen Nord- und Ostsee leben in Schleswig-Holstein seit 2013 laut Atlas die zufriedensten Menschen - und sie bauten ihre Führung auf 7,44 Punkte minimal aus. Verfolger Hamburg (2018: 7,36) vergrößerte seinen Vorsprung vor den unverändert zufriedenen Hessen (7,27 Punkte) und Franken (7,26). In Ostdeutschland prägte sich das positive Lebensgefühl in Thüringen (7,03 nach 6,97) und Mecklenburg-Vorpommern (6,96/6,89) stärker aus, wenngleich alle dortigen Regionen in der unteren Tabellenhälfte blieben. Das Schlusslicht des Vorjahres, Sachsen-Anhalt (2018: 6,88), tauschte mit Brandenburg (6,84) erneut die Plätze am Tabellenende. An der Zufriedenheit der Berliner hat sich nichts geändert (6,94).

Für den „Glücksatlas“ wertete Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg Daten des Umfrageinstituts IfD Allensbach und des Sozio-oekonomischen Panels aus, das seit 1984 die Lebenszufriedenheit der Deutschen erhebt.

Die Zufriedenheit in den Bereichen Wohnung und Freizeit, Gesundheit und Haushaltseinkommen ist in MV jedoch weiterhin unterdurchschnittlich. Lediglich im Bereich Arbeit sind die Mecklenburger und Vorpommern zufriedener als im deutschen Mittel. Als Grund dafür wertete Raffelhüschen erneut die im Nordosten deutlich niedrigere Quote von Leiharbeitsverhältnissen. Andererseits sei das verfügbare Jahreseinkommen mit 18 299 Euro nirgendwo so niedrig wie zwischen Ostsee und Seenplatte (Durchschnitt: 21 919 Euro). Auch die Arbeitslosenquote (8,6 Prozent) ist nur in Berlin noch höher.

Wie im Vorjahr führen die Forscher die niedrige Zufriedenheit im Bereich Gesundheit auf die deutschlandweit höchste Pflegequote im Nordosten zurück. Mit 49,1 zu Pflegenden auf 1000 Einwohner müssen hierzulande fast 15 Menschen mehr gepflegt werden als im Bundesdurchschnitt. Positiv fallen dagegen niedrigere Mieten und eine hohe Attraktivität, abzulesen an den vielen Übernachtungen im Land, ins Gewicht.

Für die Erhebung teilten die Autoren Deutschland in 19 Regionen ein. Auf den Plätzen eins und zwei liegen demnach wie im Vorjahr Schleswig-Holstein (7,44) und Hamburg (7,36), gefolgt von Hessen (7,27). Unter den den ostdeutschen Regionen sind der Erhebung zufolge die Thüringer die glücklichsten mit 7,03 Punkten. Direkt darauf folgt der Nordosten. Sachsen-Anhalt und Brandenburg bilden mit 6,88 und 6,84 Punkten die Schlusslichter. Allerdings: Die zugrundliegenden Daten sind den Angaben zufolge nicht ganz so aktuell wie der Titel des Atlasses vermuten lässt. Während die allgemeine Lebenszufriedenheit aus Erhebungen der Jahre 2014 bis 2018 errechnet wurde, stammen die Daten für die einzelnen Lebensbereiche aus 2014 bis 2016.

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