Band Aid : Geldofs große Helfer-Show

Die Initiatoren Bob Geldof (r.) und Midge Ure
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Die Initiatoren Bob Geldof (r.) und Midge Ure

Neuauflage des Hits „Do They Know It’s Christmas?“ soll Geld für den Kampf gegen Ebola bringen – das Projekt hat auch Kritiker.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Es ist die Zeit der großen Charity-Galas. Und es ist, inzwischen zum vierten Mal, Zeit für das Musikspektakel Band Aid, das mit dem Lied „Do They Know It’s Christmas?“ der Welt einen Ohrwurm beschert hat und für Krisenregionen viele Millionen Euro brachte. Dieses Jahr wollen die Stars Geld für den Kampf gegen Ebola sammeln. Ab heute gibt es die neue Version zu hören – und zu kaufen.

Die Aufnahmen am Samstag im Londoner Nobel-Stadtteil Notting Hill begannen mit einem Schaulaufen von Prominenten: Schmusesänger Seal (51) oder Singer-Songwriterin Ellie Goulding (27), Soul-R&B-Star Emeli Sandé (27) und Sänger Ed Sheeran (23) oder Queen-Schlagzeuger Roger Taylor (65) wollten alle für den guten Zweck musizieren.

In Deutschland wollen heute mehr als zwei Dutzend Stars das Lied in Berlin erstmals auf Deutsch einspielen, darunter die Toten Hosen, Udo Lindenberg, Max Raabe, Jan Josef Liefers, Jan Delay, Max Herre und Peter Maffay.

Bob Geldof (63) und Midge Ure (61) riefen vor 30 Jahren erstmals Musik-Stars für Afrika zusammen. Damals waren es die Millionen Hungernden in Äthiopien, deren Leid die Künstler nicht untätig mitansehen wollten. Mit ins Studio gingen 1984 unter anderem Phil Collins, Bono und George Michael. Die Single war weltweit erfolgreich. An einer ersten Neuaufnahme (Band Aid II) im Jahr 1989 beteiligten sich etwa Kylie Minogue und Cliff Richard. Im Jahr 2004 taten sich für „Band Aid 20“ (20 Jahre nach dem ersten Mal) unter anderen Chris Martin von Coldplay, Joss Stone und die Sugarbabes zusammen, von Los Angeles aus sang Robbie Williams mit.

Zusammen mit den Live-Aid-Konzerten sammelten die Stars viele Millionen für afrikanische Länder. Das Geld, daran besteht kein Zweifel, können die Hilfsorganisationen gut brauchen. Trotzdem ist Band Aid umstritten. „Es gibt ein paternalistisches Denken über Afrika, verstärkt von der originalen – und der zweiten und dritten – Band-Aid-Single, in der der Kontinent ,gerettet‘ werden muss, und üblicherweise vor sich selbst“, kritisierte die Journalistin mit Schwerpunkt Antirassismus, Bim Adewunmi, kürzlich im „Guardian“.

Blur-Frontman Damon Albarn sagte dem Sender Channel 4: „Unsere Vorstellung von Wohltätigkeit ist problematisch, vor allem diese Sachen, die aus nichts in die Höhe schießen und einen Medienhype schaffen, bei dem die zentrale Botschaft verlorengeht.“ Und warum eigentlich nicht direkt ans Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, Unicef oder die vielen anderen, die sich in Westafrika engagieren, sondern stattdessen ein Lied kaufen? Pragmatiker halten dagegen, so gäben viele ein paar Euro, die sonst gar nichts gespendet hätten.


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