Kosmonaut Jähn über Juri Gagarin : Gedenken an das große Vorbild

Erster Deutscher im Weltall: Sigmund Jähn
Erster Deutscher im Weltall: Sigmund Jähn

Der deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn sieht in Juri Gagarin auch für heutige Generationen ein Vorbild.

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28. März 2018, 05:00 Uhr

Der Russe habe die Ehre, der erste Mensch im All zu sein, verdient, sagte Jähn anlässlich von Gagarins 50. Todestag gestern im Gespräch mit MDR Aktuell.

„Seine Möglichkeit, mit anderen Leuten zurechtzukommen, sprach für ihn“, erinnerte sich der Deutsche an sein erstes Treffen mit dem ersten Kosmonauten während seines Studiums in Moskau.

Nach seinem historischen Flug ins All am 12. April 1961 sei Gagarin bei seinen vielen Kontakten zu Staatsoberhäuptern „mehr Öffentlichkeitsarbeiter“ gewesen, sagte der 81-jährige Jähn. Mit Blick auf das Ost-West-Kräftemessen in der Raumfahrt sagte der gebürtige Vogtländer, dies habe unter den Raumfahrern selbst nie zu Verstimmungen geführt. „Es hat da keine Probleme gegeben. Die Besatzungen sind ja heute noch so eingeteilt: ein Russe, ein Amerikaner und ein Vertreter einer anderen Nation. Da kann es keinen Streit geben.“

Jähn zeigte sich enttäuscht darüber, dass diese Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zwar im All, aber nicht auf der Erde funktioniere: „Ob man nun Kosmonaut ist oder nicht: Es ist schon sehr seltsam, dass die Moral nicht reicht, um am besten gemeinsam die Erde gesund zu halten für unsere kommende Generation“, bedauerte Jähn.

In Russland gilt Juri Gagarin immer noch als Nationalheld, auch in anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks sind unzählige Straßen, Plätze und Schulen nach ihm benannt. Gagarin selbst konnte seinen Ruhm nicht mehr lange genießen: Der erste Mensch im Weltall war am 27. März 1968 nahe Moskau bei einem Testflug in einem Kampfflugzeug ums Leben gekommen. Die Umstände seines tragischen Todes sind bis heute nicht abschließend geklärt; einstige Weggefährten des sowjetischen Kosmonauten rätseln noch immer über die Ursache der Tragödie.

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Er flog am 26. August 1978 gemeinsam mit dem Russen Waleri Bykowski zur sowjetischen Station Salut 6. Der als „Held der DDR“ und „Held der Sowjetunion“ geehrte Jähn wurde 1990 als Generalmajor der Nationalen Volksarmee (NVA) aus dem aktiven Dienst entlassen.

Danach war er als Berater im russischen Ausbildungszentrum für Kosmonauten für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und seit 1993 auch für die Europäische Weltraumagentur (ESA) tätig.

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