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Freddy Quinn : „Freddy geht es gut“ – er wird heute 85

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

85 Jahre alt wird Quinn heute, seine Hits wie „Junge, komm bald wieder“ und „Heimweh“ liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Nein, der Junge kommt wohl nicht bald wieder – zumindest in die Öffentlichkeit zieht es Freddy Quinn seit Langem nicht mehr. Aus dem Rampenlicht hat sich der Schlagerstar konsequent verabschiedet. Seine Ruhe wolle er haben und auch nicht als „tragisches Fotomotiv“ enden, erklärte er seinen Rückzug in früheren Interviews. Selbst wenn ein Jubiläum für den Entertainer ansteht, wiederholt der Mann, der ihn jahrzehntelang managte, sein Statement immer wieder aufs Neue: „Freddy geht es gut“, sagt Werner Triepke, „aber er will keine Interviews geben.“ 85 Jahre alt wird Quinn heute, seine Hits wie „Junge, komm bald wieder“ und „Heimweh“ liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück – der singende Seemann ist er für viele Deutsche geblieben.

Seefahrerromantik und St. Pauli – weit weg für jemanden, der in Österreich auf die Welt gekommen ist. „Für einen Möchtegern-Hanseaten wie ein Geburtsfehler“, sagte Quinn mal, „aber zumindest wurde ich in Hamburg gezeugt.“ Auch zur See gefahren sei er „nie so richtig, auch wenn es von meiner Plattenfirma so propagiert wurde“. Doch wie kein anderer schaffte es der Mann mit dem Bariton und den Balladen, den Deutschen in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit aus der Seele zu singen. Von Abschied und Heimkehr handelten seine Lieder, von der Sehnsucht nach fremden Häfen und der Einsamkeit an Orten fern von daheim. Perfekt entsprach er dem Idealbild des Seemanns, nicht nur als Sänger, sondern auch als Schauspieler. Vor der Kamera in Musikfilmen wie „Freddy, die Gitarre und das Meer“ und „Heimweh nach St. Pauli“ spielte er ebenso wie auf der Bühne, in „Große Freiheit Nr.7“ trat er in Hans Albers’ Paraderolle auf. Hermetisch abgeriegelt war stets sein Privatleben. Die jahrzehntelange Beziehung zu der 2008 gestorbenen Hamburgerin Lilli Blessmann etwa war nur ein Punkt aus Quinns Leben, der Stoff für Gerüchte bot. Einen der unangenehmsten Momente erlebte der Showstar im Jahr 2004: Das Hamburger Landgericht verurteilte ihn wegen Steuerhinterziehung von 900 000 Euro zu einer Bewährungsstrafe und 150 000 Euro Geldbuße.

Er habe seinen Hauptwohnsitz jahrelang in der Schweiz gehabt, die meiste Zeit aber bei seiner Partnerin Blessmann in Hamburg gelebt.

Unter Tränen zeigte er Reue und sagte nach dem Prozess: „Ich hoffe, dass meine Fans mir verzeihen.“  

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