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Melania Trump : First Lady fast unsichtbar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viel spricht dafür: Melania Trump ist die Rolle an der Seite des Präsidenten eher lästig

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Bisher hat man Amerikas First Lady nur in wenigen Szenen öffentlich gesehen. Doch diese Momente haben Aussagekraft. Am letzten Freitag um 17.40 Uhr verlassen Donald und Melania Trump zusammen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und dessen Frau in Florida den „Air Force One“-Jet. Die Stufen zur Gangway der Präsidenten-Maschine herunter halten sich die Gäste aus Japan an der Hand und sind bester Laune. Vor ihnen das amerikanische Paar. Sie gehen nebeneinander wie Fremde. Keine Berührungen, kein Lächeln. Das weckt Erinnerungen an den Abend der Amtseinführung, als die Trumps auf drei offiziellen Bällen immer wieder zu Frank Sinatras „My way“ tanzen mussten. Melania Trump wandte das Gesicht meist von ihrem Mann ab, gelegentlich versteinert. Die beiden wechselten so gut wie kein Wort und wirkten wie Fremde in der Tanzschule beim Steh-Blues.

Es waren Szenen einer Präsidenten-Ehe, die zeigen: Melania Trump fühlt sich in ihrer Rolle denkbar unwohl. Dafür spricht auch die Tatsache, dass seit dem 20. Januar sie und der 10jährige Sohn Barron nur selten den „goldenen Käfig“ im New Yorker Trump Tower verließen und den Präsidenten besuchten. Offiziell hieß es, das 46-jährige frühere Model wolle noch das laufende Schuljahr in New York bleiben und Barron, der die Columbia-Privatschule in Manhattan besucht, den Abschluss erlauben. Doch erste Gerüchte machen die Runde, dass Donald und Melania Trump ihre von wenig Herzlichkeit geprägte Ehe noch länger auf Distanz führen könnten. Das hieße: Donald Trump würde die ersten Jahre seiner Präsidentschaft dann als verheirateter Single führen.

Auf Reporterfragen, wie er denn über diese Trennung denke, antwortete er: Es gebe ihm mehr Zeit zum Arbeiten. Eigenen Angaben zufolge braucht er nur vier Stunden Schlaf pro Nacht. Er schaut lieber TV, liest Akten oder denkt sich neue Twitter-Nachrichten aus, die gelegentlich gegen vier oder fünf Uhr morgens abgeschickt werden, wenn die Mehrheit der Bürger schläft.

Melania Trump hebt sich bislang deutlich von ihrer Vorgängerin Michelle Obama ab, die öffentliche Präsenz nicht scheute und die Position als First Lady nutzte, bestimmte Ideen und Projekte voranzutreiben. So sollte ihre „Let’s move“-Bewegung übergewichtige Kinder zum Sport anhalten. Neben dem Weißen Haus wuchs ein von ihr angelegter Gemüsegarten auf organischer Basis, und sie versuchte gegen heftigen Widerstand durchzusetzen, was Amerikas Schulen den Kindern als gesunden und vitaminhaltigen Lunch servieren sollten. Ob Melania Trump eine ähnliche Berufung für sich entdecken wird, erscheint völlig unklar. Erst langsam füllen sich die Personalstellen in ihrem Büro im Weißen Haus, und Anfragen nach Auftritten oder Reden werden nicht beantwortet. Vorerst bleibt Amerikas neue First Lady fast unsichtbar.

Stattdessen wächst Trump-Tochter Ivanka in diese Rolle herein: Als der Präsident kürzlich zur Luftwaffen-Basis Dover im Bundesstaat Delaware flog, um den Leichnam eines im Jemen getöteten US-Elitesoldaten zu ehren, war Ivanka mit ernster Miene an seiner Seite.
 

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