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Heinz Rennhack wird 80 : Fideles DDR-TV-Urgestein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heinz Rennhack hat viele Talente - Jetzt wird er 80 Jahre alt

svz.de von
erstellt am 04.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Musikabende, Gastengagements an Theatern und von Zeit zu Zeit Tourneeprogramme: Der Schauspieler und Unterhaltungskünstler Heinz Rennhack gönnt sich auch im höheren Alter nicht viel Ruhe.

„Einige Geschichten sind für dieses Jahr in Vorbereitung“, heißt es bei seiner Agentur. Das Urgestein der DDR-Unterhaltung ist jedoch zu seinem 80. Geburtstag am Sonntag dem ganzen Jubiläums-Rummel ins Ausland entflohen. „Das Private hält er aus den Medien fern“, sagt sein Agent. Viel Brimborium um seinen Geburtstag und seine Person liegen ihm gar nicht.

Rennhack gehörte zu den beliebtesten Schauspielern in der DDR. Vor seiner Bühnen- und Fernsehkarriere erlernte er einen ganz praktischen Beruf: Tischler. Seit 1959 bestimmen aber die schönen Künste sein Leben. Rennhack studierte Operngesang in Dresden und sang Operetten- und Musicalpartien.

Nach dem Wechsel zum DDR-Fernsehen war er beliebter Entertainer großer Unterhaltungssendungen und begeisterte ein Millionenpublikum mit seiner jungenhaften Art. Dem burschikosen Typen mit dem verschmitzten Augenaufschlag konnte man nie böse sein.

Auf der Bühne zeigte sich Rennhack immer als „Lustiges Haus“, für jeden Spaß zu haben – ohne jedoch Witze unterhalb der Gürtellinie zu machen. Seine Auftritte waren damit auch immer für die Ohren von Kindern geeignet. Legendär ist sein Sketch, in dem er mit den Tücken der deutschen Sprache kämpft. Im Gespräch mit der Lehrerin der Tochter zeigt sich, wer das schlechte Vorbild für das Kind ist. „Ich bin Sie sehr dankbar, dass Sie mir informiert haben“, betont „Vater“ Rennhack.

Er führte durch den Straßenfeger „Ein Kessel Buntes“, und hatte zehn eigene Samstagabendshows mit dem Titel „Wieder mal Heinz Rennhack“. Generationen von Kindern verfolgten, wie er als Gespenst August Deibelschmidt in der Serie „Spuk im Hochhaus“ (1982) für seine bösen Taten büßen musste und mit der modernen Welt nicht zurechtkam. Im DDR-Fernsehen führte er auch lange durch den „Wunschbriefkasten“. In Theaterstücken, die im Fernsehen gezeigt wurden, gehörte Rennhack ebenfalls zu den beliebten Komödianten.

Kurz vor dem Mauerfall – 1988 – ging der Entertainer in den Westen. Er spielte dann in zahlreichen TV-Filmen wie „Der große Bellheim“ (1993) oder „Diese Drombuschs“ (1994) mit. Außerdem war er in verschiedenen Stücken am Berliner Theater des Westens, an der Hamburger Komödie sowie im Berliner Theater am Kurfürstendamm zu sehen. 2012 übernahm er eine Gastrolle in einer Folge der ARD-Dauerserie „In aller Freundschaft“.

Der heute bei Lübeck lebende Schauspieler ist auch wieder als Sänger aktiv. 1997 gab es seine erste Solo-CD mit Songs von Georg Kreisler. 1999 erschien die zweite.

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