Zur Person Stefan Raab : Erfinder, Hansdampf, Raabinator

Eine typische Raab-Erfindung: die Wok-WM.
Eine typische Raab-Erfindung: die Wok-WM.

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18. Juni 2015, 22:14 Uhr

Die Liste seiner Verletzungen liest sich wie die eines Fußballstars. Der besessene Stefan Raab holte sich während seiner Zeit für ProSieben vor allem in der Show „Schlag den Raab“ Blessuren wie kein anderer TV-Entertainer. Gehirnerschütterung, Jochbeinbruch, Nasenbeinbruch, Kieferhöhlenbruch, Innenbandriss, Meniskusschaden, Riss des Mittelfingers und Schürfungen ohne Ende. Der mit vielen Preisen überhäufte „Raabinator“ setzte sich immer mit voller Leidenschaft bis zur Grenze der Anarchie und mit ganzem Körpereinsatz in seinen von ihm erfundenen Fernsehshows ein. Denn er wusste, dass der Erfolg mit seiner Glaubwürdigkeit steht und fällt.

Und den Erfolg brauchte er nicht nur als Präsentator, sondern auch als Produzent seiner Shows, die er zum Teil ins Ausland exportierte. „King of Kotelett“, der „Raabinator“, viele Spitznamen bekam der gelernte Metzger mit dem gnadenlosen Instinkt für die richtige Idee. Er prägte in  „TV total“ Begriffe wie „geilomat“ oder „Pulleralarm“. So sehr er zu Beginn seiner Karriere mit seinen Witzen auf Kosten anderer auch die TV-Nation polarisierte, so zeigte sich zuletzt: Er hielt sich mit Spitzen gegen Dritte zurück und schaffte es, Jung und Alt zu interessieren.

Wenig bekannt ist über Raabs Privatleben. Er lebt zurückgezogen in Köln, hat eine Lebensgefährtin und zwei Kinder, die er nie  in die Öffentlichkeit zerrt. Raab liebt das Segeln und gibt nur selten Interviews mit Aussagen über sich und seine berufliche Zukunft – eine Ausnahme bildet ein altes Video, auf Youtube zu sehen, in dem er seinen Rückzug vom Bildschirm mit spätestens 50 prophezeite.

Seine TV-Karriere ging 1993 beim Musiksender Viva los – mit der Sendung „Vivavision“. Der hochbegabte Musiker komponierte Hits am Fließband, unter anderem das Album „Stefan Raab & die Bekloppten“ und das Lied „Hier kommt die Maus“, für das er eine Goldene Schallplatte bekam. 1997 und 1998 erlaubte  er  sich einen Abstecher zum WDR und moderierte „WDR Eins Live Raabio“, 1999 der Wechsel zu ProSieben mit „TV total“, „Schlag den Raab“ oder der „TV total Wok-WM“.

Zu seinen größten Leistungen darf er seine Teilnahme am Eurovision Song Contest im Jahr 2000 rechnen – der Titel „Wadde hadde dudde da“ bescherte ihm immerhin Platz fünf. 2010 schaffte er sogar das Kunststück, die Schülerin Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“ beim ESC auf Platz eins zu hieven. Dass nicht alles zu Gold wird, was König Midas anfasst, bewies Raabs Politshow „Absolute Mehrheit“. Sie kam nicht an und verlief im Sande.

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