Abschied von Helmut Schmidt : „Er fehlt jetzt schon“

Abschied vom Ehrenbürger Schmidt: Tausende säumten die Straßen in Hamburg als die Eskorte durch die Innenstadt fuhr. Viele applaudierte, warfen Blumen.
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Abschied vom Ehrenbürger Schmidt: Tausende säumten die Straßen in Hamburg als die Eskorte durch die Innenstadt fuhr. Viele applaudierte, warfen Blumen.

Der Staatsakt kommt ohne ein Foto von Helmut Schmidt aus – der Mann, der uns die Welt erklärte, bleibt den Deutschen auch so vor Augen

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23. November 2015, 19:54 Uhr

Kein Foto. Während bei der Trauerfeier für seine Frau Loki im Jahr 2010 ein großes Porträt am Altar der Hamburger Michaeliskirche an die 91-Jährige erinnerte, gibt es für Helmut Schmidt nichts dergleichen. Beim Staatsakt für den vor knapp zwei Wochen im Alter von 96 Jahren gestorbenen SPD-Politiker steht nur der von einer Deutschlandfahne bedeckte Sarg in der Mitte des Altarraums. Davor ein Kranz aus Sonnenblumen, links und rechts weiße Lilien. Mehr ist auch nicht nötig. Denn jeder der rund 1800 Gäste in Hamburgs Wahrzeichen – darunter die Führungsetage des Staates und der EU, Freunde und Weggefährten aus aller Welt, das Who is Who aus Hamburg, Berlin, Brüssel und darüber hinaus – kennt Helmut Schmidt, hat innerlich ein Bild vor Augen. Und das dürfte bei vielen ziemlich ähnlich aussehen.

Trauerstaatsakte sind Ausdruck höchster Würdigung einer Persönlichkeit durch die Bundesrepublik. Nur ganz wenigen wird diese Ehre zuteil. Erstmals seit dem Tod Willy Brandts 1992 hat Deutschland wieder einen Ex-Bundeskanzler zu Grabe getragen. Doch Helmut Schmidt war mehr als das: Weltgewissen, Welterklärer, moralische Instanz – für die gesamte Bevölkerung.

Tausende erweisen dem Hamburger Urgestein die letzte Ehre, als der Sarg nach einem militärischen Zeremoniell in einem langen Trauerzug durch die Stadt bis zum Ohlsdorfer Friedhof gefahren wird. Aus ganz Deutschland sind Menschen angereist. Am Straßenrand stehen die Menschen dicht an dicht. Manche werfen Blumen auf das von der Polizei eskortierte Fahrzeug. Kräftiger Applaus brandet auf. Auf Schildern steht: „Tschüss, Helmut.“

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