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Scheidung Gerhard Schröder : „Endgültig getrennte Wege“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Ehe von Gerhard Schröder und Doris Schröder-Kopf steht endgültig vor dem Aus - heißt es in SPD-Kreisen

svz.de von
erstellt am 14.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Sie haben gekämpft, wollten es noch einmal versuchen, doch am Ende hat es nicht mehr gereicht. Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf lassen sich scheiden. Nun also doch das Ehe-Aus des schillernden Politiker-Paars nach 19 gemeinsamen Jahren. Die Scheidung sei eingereicht, das Trennungsjahr laufe bereits, heißt es in SPD-Kreisen. Schröder-Köpf habe dies kürzlich gegenüber Parteifreunden bestätigt und zuletzt auf einer Veranstaltung in Hannover von ihrem „ehemaligen Ehemann“ gesprochen. Auch künftig würden sich der 72-jährige Altkanzler und die Politikerin (53) weiter gemeinsam um die beiden Adoptivkinder kümmern, heißt es aus ihrem Umfeld.

Bereits vor einem Jahr hatten sich Schröder und seine Gattin getrennt. Der frühere Regierungs- und SPD-Chef war aus der gemeinsamen Villa in Hannover Waldhausen in eine Altbauwohnung in der Nähe gezogen. Schließlich hätten beide wieder versucht, die Ehe doch noch zu retten, hieß unter Parteifreunden. So waren die Schröders gemeinsam bei Besuchen von Fußball-Spielen und in Museen entdeckt worden, hatten einen langen Urlaub miteinander im Ferienhaus der Familie auf Borkum verbracht. Über Eheprobleme im Hause Schröder war bereits während seiner Kanzlerschaft gemunkelt worden.

Schröder hatte sich 1997 von seiner dritten Frau Hiltrud getrennt, die alleinerziehende Journalistin Doris Köpf geheiratet. Ein Jahr zuvor waren sie sich näher gekommen, an einer Hotelbar: Hier der niedersächsische Ministerpräsident und SPD-Hoffnungsträger, dort die junge Focus-Korrespondentin: Zwei, die sich gefunden hatten. Er wurde 1998 Kanzler, sie nicht nur Kanzlergattin, sondern wichtige Ratgeberin, mehr als die Frau fürs Damenprogramm. Es war eine Beziehung mit Höhen und Tiefen, ein Paar zwischen Glanz und Glamour, Kanzleramt und Kinderbetreuung. Das Private war immer auch politisch.

„Jetzt geht es um meine Agenda“, erklärte Doris Schröder-Köpf 2013, als ihre eigene Politiker-Karriere startete, als SPD-Abgeordnete in den niedersächsischen Landtag eingezogen war und schließlich Integrationsbeauftragte des Landes wurde. Einst galt sie als „Kanzler-Flüsterin“, als seine wichtigste Beraterin. Der Titel „Agenda 2010“ für das zentrale Reformvorhaben aus Schröders Amtszeit stammte von ihr.
Schröder und die Frauen – eine lange Geschichte. Das „Macho“-Image ist der Altkanzler nie richtig losgeworden. Zum ersten Mal heiratete er 1968, im Alter von 24 Jahren. Die Ehe mit Eva Schuhbach hielt nur drei Jahre. 1972 dann das nächste Ja-Wort mit Anne Taschenmacher. Die Ehe scheitert 1984, kurze Zeit später folgte auch schon die Hochzeit mit Hiltrud Schwetje, einer Tierschützerin und Atomkraft-Gegnerin. Mehr als einmal hatte Schröder erkennen lassen, dass ihm der private Rollentausch nicht ganz leicht falle. Die Adoptivkinder in die Schule zu bringen, habe er erst lernen müssen, gestand er einmal. „Ich werde wahrscheinlich in meinem Leben zu keinem gut funktionierenden Hausmann mehr werden“, räumte Schröder einmal ein. Nun ist es mit dem gemeinsamen Haushalt vorbei.

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