Vor 20 Jahren trennten sich Charles und Diana : Eine Ehe zu dritt

Der Anfang vom Ende: Prinz Charles und Prinzessin Diana nach der Trauung auf dem Balkon des Buckingham-Palastes
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Der Anfang vom Ende: Prinz Charles und Prinzessin Diana nach der Trauung auf dem Balkon des Buckingham-Palastes

Krach in der Ehe und Dramen gibt es auch bei den Royals. Ein Rückblick

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27. August 2016, 09:00 Uhr

Prinz Charles lächelt milde, wann immer er öffentlich auftritt, ebenso Ehefrau Camilla. Der britische Thronfolger ist mittlerweile 67, die Haare sind ein wenig schütter geworden. Camilla ist 69, auch sie nicht alterslos. Kaum jemand dürfte behaupten, dass die beiden zwei sonderlich gut aussehende Menschen sind, doch als Paar wirken sie entspannt, locker. Sie wirken, als seien sie angekommen – die schweren Zeiten haben sie hinter sich gelassen. Derzeit machen die beiden Urlaub, wahrscheinlich in Schottland. Ob Charles an die dunklen Zeiten zurückdenkt?

Sein Ehedrama mit Prinzessin Diana hatte die britische Monarchie in eine der schwersten Krisen gestürzt. Am 28. August 1996 wurde das Traumpaar geschieden – die ganz große Katastrophe sollte erst noch kommen.

Blick zurück: Hässlich, brutal und reichlich geschmacklos war der Ehekrieg seinerzeit – dank der britischen Yellow Press wurde er zum globalen Medienevent. Da gab es freimütige Interviews über Ehebruch mit einem Reitlehrer, abgehörte Telefongespräche, von „Camilla-Gate“ war die Rede, von einer jahrelangen heimlichen Affäre des Thronfolgers. Die Kreuzfrage dieser Tage war: Kann so jemand König werden?

In einem legendären Fernsehinterview Ende 1995 sagte „Lady Di“, mehr gehaucht als gesprochen, über Camilla: „Sie war die dritte in der Ehe, und es wurde ein wenig eng.“ Aber es ging nicht nur um Camilla Parker Bowles, die Jugend- und Dauerliebe des Prinzen, den ganzen Palast nahm die junge, schöne Diana in die Kritik: „Kalt, schwach, egozentrisch und herzlos“, sei das Königshaus – der Satz sollte lange nachwirken.

Damit war die Ehekrise zur Krise der Monarchie geworden. Queen Elizabeth II., bisher Zuschauerin des Dramas, wurde aktiv – sie soll es gewesen sein, die dem Sohn zur Scheidung riet. 15 Jahre dauerte die Ehe.

Mit wachsender Skepsis, ja Ablehnung begegneten die Briten ihrer Monarchie. Bereits 1997, noch vor dem tragischen Unfalltod Dianas auf den Straßen von Paris, hielten laut einer Umfrage des „Guardian“ nur noch 48 Prozent die Monarchie für unverzichtbar – zehn Jahre zuvor waren es 77 Prozent gewesen.

Doch es sollte schlimmer kommen. Im Nachhinein erscheinen Ehekrach, Rosenkrieg und Scheidung eher als Vorspiel des wahren Dramas: Es ist Ende August 1997, es ist dunkle Nacht in Paris, die schöne Diana und der Playboy Dodi Al-Fayed rasen den Paparazzi davon. Immer schneller beschleunigt der Wagen mit dem Paar, die Paparazzi jagen auf Motorrädern hinterher.

Die Fahrt wird zur Todesfahrt, der Tod der Prinzessin erschüttert die Briten. Die ganze Welt schaut auf das Blumenmeer, das vor dem Buckingham-Palast heranwächst. Die Briten galten als Menschen, die Gefühle eher verbergen – jetzt nicht mehr.

Das Volk, es liebt die „Königin der Herzen“. Nur die Queen, Charles und das Königshaus bleiben erschreckend steif und wortlos, als ob sie das ganze Getue vor dem Palast nichts anginge. Die Briten sind entsetzt, die halbe Welt ist entsetzt. Ein Königshaus, das kalt ist, gefühllos – das will man ebenso wenig wie einen geschiedenen König.

Und heute, die Zeit heilt alle Wunden? „Es ist die verbreitete Meinung, dass eine Mätresse ebenso wenig Königin werden könnte wie ein Wilddieb zum Wildhüter“, ätzte der „Telegraph“ in jenen dunklen Jahren. Solche Töne gibt es nicht mehr.

Charles, der ewige Thronfolger, hat sich längst vom damaligen Negativimage erholt, hat seine Jugendliebe geheiratet, die Briten haben das akzeptiert. In der Beliebtheitsskala rangiert der Prinz von Wales zwar hinter seinem Sohn William. Doch die Stimmen, er solle auf den Thron verzichten, verstummen immer mehr.

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