Bücherwelt : Ein Zirkus in Schwarz-Weiß

nachtzirkus cover

„Der Nachtzirkus“ – Ein Roman, geschrieben von der Amerikanerin Erin Morgenstern, ist ein Muss für alle, die den Zirkus lieben.

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13. Juni 2015, 08:00 Uhr

„Der Zirkus kommt überraschend. Es gibt keine Ankündigung, keine Reklametafeln oder Plakate an Litfaßsäulen, keine Artikel und Zeitungsanzeigen. Plötzlich ist er da, wie aus dem Nichts…“

Die Welt dieses geheimnisvollen Zirkus, des „Zirkus des Träume“, besteht einzig und allein aus den Farben Schwarz und Weiß, aus schwarz-weißen Zelten in unterschiedlichen Formen und Größen. In denen die besten Artisten der Welt, Akrobaten, Schlangenfrauen, Wahrsagerinnen und Zauberer, vor einem staunenden Publikum in schwarzweißen Kostümen auftreten.
Ab Mitternacht und bis zum Morgengrauen kann man sich der Magie dieser Zirkuswelt ergeben. Aber man muss sich beeilen, denn man weiß nie, wann der Zirkus weiterreist, um irgendwo in der Welt wie durch Zauberhand seine Zelte erneut aufzuschlagen.

Dieser Roman – „Der Nachtzirkus“ –, geschrieben von der Amerikanerin Erin Morgenstern, ist ein Muss für alle, die den Zirkus lieben. Die vom großen kanadischen Cirque du Soleil genauso begeistert sind wie von den kleinen Familienzirkussen. Wer dann noch das Kind in sich nicht ganz vergessen hat, Märchen liebt und gern ein wenig in der Welt von Zauberern und fantastischen Geschichten zu Hause ist, wird dieses Buch lieben. Auch wenn die Autorin mit dem „Nachtzirkus“ ihren ersten Roman vorlegt und damit wohl nicht den Literaturnobelpreis gewinnen wird.

Spannend und gut erzählt ist diese Geschichte um den vielleicht skurrilsten Zirkus der Welt allemal. Zumal ihn ein Geheimnis umgibt, das erst in der zweiten Hälfte des Romans offenbar wird.

Denn den „Cirque des Rêves“, den Zirkus der Träume, gibt es nur, weil zwei feindliche Zauberer ihn ersonnen haben, um dort ihre beiden Schützlinge einen magischen Wettstreit austragen zu lassen. Celia, die Tochter des uralten Prospero, und Marco, ein Waisenjunge, sind auf Leben und Tod mit dem Zirkus verbunden. Sie müssen ihre Kräfte messen, ob sie wollen oder nicht. Was nun die Handlung vorantreibt und die Spannung erhöht, den Meisterzauberern aber so gar nicht gefällt, ist die Tatsache, dass die größte Magie der Welt der schwarzen Magie in die Quere kommt und Celia und Marco sich ineinander verlieben.

Eine Stärke des Romans sind zweifellos die sehr sinnlichen Beschreibungen der einzelnen Zelte, der Gerichte und Kostüme. Die Autorin, muss man wissen, ist zugleich bildende Künstlerin: „Zum Nachtisch gibt es eine gewaltige Schichttorte in Form von Zirkuszelten mit gestreifter Glasur, die Füllung besteht aus einer knalligen Himbeercreme. Außerdem gibt es kleine Schokoladenleoparden und Erdbeeren mit schwarzer und weißer Kuvertüre in verschlungenen Mustern.“

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