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Emma Stone, Casey Affleck & Co : Ein Oscar-Gewinn und was dann?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Emma Stone, Casey Affleck & Co. ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie stecken mitten in neuen Projekten

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2017 | 08:00 Uhr

In der Musical-Romanze „La La Land“ wirbelte Emma Stone leichtfüßig und lächelnd über die Leinwand. Die Rolle der angehenden Schauspielerin Mia, die von der großen Karriere und Liebe träumt, brachte dem 28-jährigen Hollywood-Star den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ ein. Mit dicker Brille und dunklem Pagenkopf ist Stone wenige Wochen nach der Trophäen-Gala kaum wiederzuerkennen. In ihrem nächsten Film schlägt die zarte Darstellerin knallhart zu. In dem Tennis-Drama „Battle of the Sexes“ spielt sie die Sportlerin und Frauenrechts-Aktivistin Billie Jean King, die 1973 den Wimbledon-Champion Bobby Riggs herausforderte. Das Match, das die offen lesbische King in drei Sätzen gewann, ging als „Battle of the Sexes“ oder „Kampf der Geschlechter“ in die Sportgeschichte ein. Im September soll der Film in die US-Kinos kommen, also rechtzeitig für den nächsten Oscar-Wettbewerb.

Stone treibt die Verwandlungskünste noch weiter. Sie hat auch eine Rolle in dem Historiendrama „The Favourite“ über Intrigen am britischen Hof um 1700 unter der Regie des Griechen Yorgos Lanthimos („The Lobster“, „Dogtooth“) zugesagt. Für das Disney-Studio will sie danach als „Cruella“ zum Hundeschreck werden. In dem geplanten Spin-off von „101 Dalmatiner“ wird Stone es Glenn Close nachmachen, die vor 20 Jahren als die grausame Modedesignerin Cruella De Vil glänzte, die Vierbeinern ans Fell geht.

Als Casey Affleck Ende Februar mit Vollbart und längeren Haaren seinen ersten Oscar in der Hand hielt, war dem 41-jährigen Schauspieler die nächste Rolle schon anzusehen. Da drehte er bereits das Überlebensdrama „Light of My Life“ in dreifacher Rolle: als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller. Der Independent-Film handelt von einem Vater, der mit seiner kleinen Tochter vor einer weltweiten Seuche in der entlegenen Wildnis Schutz sucht.

Den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ holte sich der jüngere Bruder von Ben Affleck (44, „Argo“) mit seinem packenden Auftritt in „Manchester by the Sea“ als unnahbarer Einzelgänger, der über ein Familientrauma nicht hinwegkommt. Für 2018 steht bei Affleck „The Old Man and the Gun“ an der Seite von Sissy Spacek und Robert Redford auf dem Terminplan. Der Krimi über einen alten Bankräuber, der noch einen großen Coup landen möchte, machte im November bereits Schlagzeilen. Da sprach Redford davon, dass dies wohl sein letzter Auftritt vor der Kamera sein werde.

Nach seinem Oscar-Sieg für „La La Land“ als jüngster Regisseur aller Zeiten hebt Damien Chazelle (32) mit seinem nächsten Projekt buchstäblich ab. Für das Biopic „First Man“ über den ersten Mann auf dem Mond holt er wieder Ryan Gosling vor die Kamera, diesmal in der Rolle des Astronauten Neil Armstrong. Das große Hollywood-Studio Universal steht hinter dem Film, und damit deutlich mehr Geld. „La La Land“ hatte Chazelle mit einem für Hollywood mäßigen Budget von 30 Millionen Dollar gedreht, den Vorgänger „Whiplash“ (2014) stellte er für gerade mal drei Millionen Dollar auf die Beine. Nach dem Oscar-Gewinn muss der Regisseur nun noch weniger auf die Rechnung achten.

Sein Kollege Barry Jenkins landete mit seinem zweiten Spielfilm, dem Independent-Streifen „Moonlight“, bei den Oscars den Volltreffer in den Kategorien „Bester Film“ und „Bestes Drehbuch“. Das Drama um einen schwulen Jungen im Drogenmilieu von Miami hatte der schwarze Regisseur mit einem winzigen Budget zustande gebracht. Er hat jedoch keine Sorge, dass Hollywoods Mainstream-Geschäfte die zukünftige Arbeit beeinflussen könnten. Es sei ein Trugschluss zu glauben, dass man in Hollywood keine gute Kunst machen könne, sagte Jenkins kürzlich dem US-Magazin „Esquire“.

Derzeit hat der Autor und Regisseur zahlreiche Projekte in der Pipeline, darunter einen Film über Claressa Shields, Amerikas erste Olympia-Siegerin im Boxen, für den er das Drehbuch schreibt. Es sei allerdings kein Sportfilm, erzählt Barry Jenkins in „Esquire“. Es sei eine „elementar amerikanische Geschichte“ über ein verarmtes schwarzes Mädchen, das sich ganz nach oben boxt.

Der 37 Jahre alte Oscar-Preisträger hat selbst eine ähnliche Erfolgsstory vorzuweisen. Er wuchs wie sein Protagonist in „Moonlight“ in einem ärmlichen, drogenverseuchten Schwarzenviertel in Miami auf.

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