Matze Knop : Ein glühender Fan – aber neutral

Matze Knop macht bei seinen Parodien auch vor Stars wie Schwedens Nationalheld Zlatan Ibrahimovic nicht halt.
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Matze Knop macht bei seinen Parodien auch vor Stars wie Schwedens Nationalheld Zlatan Ibrahimovic nicht halt.

Matze Knop über seine Fußballer-Parodien und deren Titelträume, seine Liebe zum Fußball und sein Programm „Diagnose Dicke Hose“

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24. August 2016, 20:55 Uhr

Matze Knop parodiert immer wieder Fußballer, kennt die Szene sozusagen in- und auswendig. Was der Comedian und was seine Alter Egos von der Bundesliga-Saison erwarten, wie sich Knop in seine Rollen einarbeitet und was Besucher seines Programms, mit dem er auch in Schwerin und Rostock gastiert, erwarten dürfen, darüber sprach Ralf Herbst mit dem 41-Jährigen.

Morgen startet die Fußball-Bundesliga in ihre Saison. In die wievielte eigentlich?

Knop: Oh, da bin ich gleich mal überfragt. Ich weiß, es ging Anfang der 60er Jahre los. Aber ich zähle längst nur noch, wie oft in Folge die Bayern Meister geworden sind – und wann das endlich ein Ende hat.

Kaum jemand von außen steckt so tief drin in der Bundesliga – die übrigens in ihre 54. Spielzeit geht – wie Sie. Mit Jürgen „Kloppo“ oder „Kaiser Franz“ teilen Sie sozusagen ein Herz und eine Seele. Aber sind Sie auch ein Herz und eine Seele?

Beide durfte ich kennenlernen. Und seit wir uns in die Augen geschaut haben, verstehen wir uns gut und mögen uns auch. Sie gehen entspannt mit meinen Parodien um und ich spüre durchaus Anerkennung.

Aber natürlich achte ich darauf, eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten. Ich finde, das gehört sich einfach. Alle, die ich parodiere, haben ’ne Menge dafür getan, dass sie dort sind, wo sie sind. Das erfordert Respekt.

Andererseits gibt natürlich der Parodierte die Grenze vor. Passiert jemandem ohne eigenes Verschulden eine dumme Sache, dann halte ich mich zurück. Schwadroniert hingegen jemand in jeder Pressekonferenz von seiner Geburtstagsfeier oder anderen privaten Dingen, dann muss ich da draufspringen, keine Frage.

Noch einmal zurück zu Ihren Spezies Kloppo und Kaiser Franz. Was erwarten die beiden von der neuen Saison?

Nun, der Kaiser glaubt (und weiter geht es mit der Parodiestimme – d. A.): Die Bayern werden selbstverständlich wieder souverän Meister. Dafür haben wir jetzt den Ancelotti geholt, eigentlich ja nur als Verwalter von Guardiolas Erbe. Aber vielleicht ist der Ancelotti ja auch ein bisschen lockerer als der Pep. Dann stellt sich nur noch die Frage: Wann wird Bayern wieder Meister? Erst im November oder doch schon Ende September?

Kloppo sieht das naturgemäß ganz anders (wieder in Parodistenmanier – d. A.): Mein BVB ist ja quasi runderneuert, völlig neu aufpoliert. Da gibt es keinen Stein, der nicht umgedreht wurde. Und so wird der BVB die Bayern nach 2011 und 2012 wieder ärgern. Mein Tipp: Dortmund holt sich am letzten Spieltag mit einem Punkt Vorsprung vor den Bayern den Titel – und das entscheidende Tor schießt Götze.

Und wem drückt Matze Knop die Daumen?

Schwer zu sagen. Da ich mittlerweile viele Fußballer persönlich kenne und mit vielen Vereinen zu tun habe, bin ich da eher neutral. Ein glühender Fan zwar, aber neutral. Das hängt auch mit der Arbeit zusammen. Wenn ich zum Beispiel den Ancelotti erst drauf habe, freuen mich auch Bayern-Siege. Ohnehin muss ich sagen: Generell gönne ich den Bayern ihre Titel schon. Für die Bundesliga wäre aber mehr Konkurrenz besser. Ich glaube, auch die Bayern würden davon international profitieren, wie Real Madrid und Barcelona.

Außerdem würde ich auch anderen mal Meistertitel gönnen – den Fans von Schalke etwa. Schalke versucht es schon viele, viele Jahre und es klappt nie. Schalke als Meister – wäre das nicht mal toll…?

Neben Kloppo und Kaiser Franz parodieren Sie Lahm, Ribery, Robben, Luca Toni, bald Ancelotti… Wer war am leichtesten, wer am schwer-sten zu erlernen und wie lange dauert es in der Regel, bis eine Parodie bühnenreif ist?

Bayerns Ex-Stürmer Luca Toni war schon ein Heimspiel. Mit meinen dunklen Augenbrauen liegen mir Südländer sowieso. Hinzu kommt, dass Luca Toni mit seiner Theatralik eine Menge geboten hat – das Drehen am Ohr, der Gestus, da braucht es dann nicht mehr viel.

Anders Felix Magath: Bis ich allein die Art des Sprechens drauf hatte… Bei Guardiola hätte ich mir gewünscht, dass er ein bisschen mehr bringt. Aber im Programm kommt er gut, die Leute lieben ihn. Beckenbauer wiederum ist ein Selbstläufer, der Kaiser kann zu allem was sagen.

Bei Ancelotti kann ich die Augenbraue hochziehen wie er, die Perücke ist fertig, aber anson-sten ist da noch viel Arbeit. Man muss die Leute ja erst kennenlernen, ehe man sie parodieren kann. Wie lange es dann dauert, ist unterschiedlich. Aber wenn nach langem Üben eine Person geknackt ist, dann ist das ein geiles Gefühl.

Fußball ist bei Ihnen, arbeitsmäßig und auch weil Sie selbst für mehrere Vereine spielten – allerdings ausschließlich in Ihrer Heimatstadt Lippstadt, die Sportart Nummer eins. Ist es auch die einzige Sportart für Sie?

Keineswegs! Als Kind habe ich Rollhockey gespielt, hatte Tennisunterricht, irgendwann habe ich einen Surfschein gemacht und Skilaufen steht im Urlaub heute noch obenan. Sport ist bei mir immer präsent. Wenn ich mal vier Wochen nichts mache, brauche ich unbedingt wieder Bewegung. Ich könnte mir nicht vorstellen, ohne Sport zu leben.

Ihr Programm, mit dem Sie Anfang November auch in Schwerin und Rostock gastieren werden, heißt: „Diagnose Dicke Hose“. Das klingt wieder nach Fußball – oder worum geht es noch?

Fußball spielt im Programm eine große Rolle, klar. Daher muss es auch laufend aktualisieren. So ist Portugal Europameister und auf einmal finden viele Ronaldo sympathisch. Darauf muss ich natürlich reagieren.

Aber es gibt auch viele Themen, die nichts mit Fußball oder generell Sport zu tun haben. Das muss auch sein für all die Frauen, die ihre Männer ins Programm begleiten, für Sport aber kein Interesse hegen. So geht es um Gesundheit, eine Ernährungsberaterin ist uns für die neuen Trends aus Amerika zugeschaltet. Es geht um Schuhe, es geht um Autos und auch eine Frau kommt zu Wort: Matzeika Knoplesias. Kurzum, es ist eine Standup-Comedyshow, die über zwei Stunden die Leute gut unterhalten soll.

Dafür weiterhin viel Erfolg!

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