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Freddie Mercury : Ein Gigant auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rockstar Freddie Mercury wäre heute 70 Jahre alt geworden

freddie mercury

Eigentlich ist es zum Lachen: Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump betritt gerne die Bühne in Schwaden von Nebel und dramatischem Licht, untermalt von Queens 1977er Hit „We Are The Champions“. Das Publikum rast – und vergisst, dass der bisexuelle Schöpfer des Songs für all das steht, was es ablehnt. Freddie Mercury war bekannt für seine erotischen Eskapaden und legendären Exzesse, wie jene Aftershow-Party zum Launch vom Album „Jazz“ in New Orleans 1978. Heute wäre Queen-Sänger Freddie Mercury 70 Jahre alt geworden.

Geboren wurde Mercury als Farrokh Bulsara 1946 im damaligen britischen Hoheitsgebiet Sansibar, heute Teil von Tansania. Die parsische Familie schickte ihren achtjährigen Sohn für eine bessere Schulbildung nach Indien ins Internat. Die Strecke war so weit, dass er nur einmal pro Jahr mit dem Schiff seine Familie besuchte. Kommuniziert wurde in Briefen, und aus Farrokh wurde Freddie.

Anfang der 60er Jahre flüchtete die Familie vor der Revolution in Sansibar in einen Londoner Vorort. Der Vater arbeitete als Buchhalter, die Mutter im Kaufhaus Marks and Spencer. Swinging London war ein Kulturschock für den eher braven aber ehrgeizigen Freddie. Er entdeckte Jimi Hendrix, lebte seine Vorliebe für extravagante Kleidung, Leder und Federboas auf der Portobello Road aus und eröffnete einen Stand im legendären Kaufhaus Kensington Market.1970 gründete er die Band Queen mit Astrophysik-Doktoranden Brian May (Gitarre) und Zahnmedizinstudenten Roger Taylor (Schlagzeug). Der Elektronik-Student John Deacon (Bass) stieß etwas später dazu. Ihre bombastische Kombination aus überzogener Theatralik und Heavy Rock sprengte alle Genre-Grenzen.

Vier Jahre später etablierte die Band schließlich ihren Stil mit dem Hit „Killer Queen“ und schaffte den internationalen Durchbruch. Ihr Kometenflug als schwerreiche Su-perstars begann, mit Rockhymnen wie „We Will Rock You“, „Don't Stop Me Now“, „Radio Ga Ga“ und „A Kind of Magic“. „Bohemian Rhapsody“ wurde zum besten Song aller Zeiten gewählt.

Unvergesslich sind die Mega-Stadiontouren der Band vor Hunderttausenden von Fans. Der eher schüchterne und schmächtige Mercury verwandelte sich auf der Bühne in einen tanzenden Derwisch. Er hatte sein Publikum völlig in der Hand.

München wurde zur zweiten Heimat und zum Rückzugsgebiet, um produktiv zu arbeiten und ungestört in den Schwulenbars Männer aufzugabeln. Anfang der 80er Jahre lernte er dort Barbara Valentin kennen, eine österreichische Fassbinder-Schauspielerin. Sie lebten als Liebespaar zusammen, während er gleichzeitig weiterhin Affären mit Männern hatte.

Ihre Beziehung veränderte sich, als Mercury sich Mitte der 80er Jahre einmal in den Finger schnitt, Blut tropfte, und sie anschrie, ihn nicht zu berühren. Ab dann gehörte Valentin zum kleinen Kreis von Freunden, die von Mercurys Aids-Erkrankung wussten.

Obwohl die Boulevardmedien schon lange darüber spekulieren, gab der 45-Jährige seine Erkrankung öffentlich erst im November 1991 zu. Am nächsten Tag (24.11.) war er tot, gestorben an einer Lungenentzündung infolge der HIV-Infektion.

 

Uli Hesse

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