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Neue Oxfam-Studie : Diese acht Männer haben mehr Geld, als die Hälfte aller Menschen

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In einer Studie beschreibt Oxfam, wie sich die Wohlstandsschere immer weiter öffnet.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2017 | 10:49 Uhr

Davos | Noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte war der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt wie heute. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Entwicklungsorganisation Oxfam vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt hat. Laut von Oxfam zusammengestellten Daten besitzen die acht reichsten Menschen der Welt - allesamt Männer - gemeinsam ein ähnlich großes Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit (3,7 Milliarden Menschen) – nämlich rund 426 Milliarden US-Dollar. Das reichste Prozent der Menschheit besitzt demnach seit 2015 mehr als der gesamte Rest.

Zugrunde liegen der Studie Daten aus verschiedenen Quellen, die Oxfam zusammengetragen hat. So führte die Organisation etwa Forbes-Schätzungen zum Vermögen der acht reichsten Männer mit Schätzungen zum weltweiten Vermögen der Bank Credit Suisse zusammen. Das sind die acht reichsten Männer der Welt:

1. Bill Gates, Microsoft

 

  • Geschätztes Vermögen: 75 Milliarden Dollar

2. Amancio Ortega, Modekette Zara

Amancio Ortega
Amancio Ortega Foto: dpa
 
  • Geschätztes Vermögen: 67 Milliarden Dollar

3. Warren Buffett, Berkshire Hathaway

 

  • Geschätztes Vermögen: 60,8 Milliarden Dollar

4. Carlos Slim Helu, telecom Mexiko

Carlos Slim Helu
Carlos Slim Helu
 
  • Geschätztes Vermögen: 50 Milliarden Euro

5. Jeff Bezos, Amazon

 

  • Geschätztes Vermögen: 45,2 Milliarden Euro

6. Mark Zuckerberg, Facebook

 

  • Geschätztes Vermögen: 44,6 Milliarden Euro

7. Larry Ellison, Oracle

 

  • Geschätztes Vermögen: 43,6 Milliarden Euro

8. Michael Bloomberg, Bloomberg LP

Michael Bloomberg
Michael Bloomberg Foto: dpa
 
  • Geschätztes Vermögen: 40 Milliarden Euro

Die Daten zeigen, dass die Ungleichheit über die Zeit zugenommen hat. Demnach wuchs das globale Einkommen weltweit von 1988 bis 2011 um rund 11,9 Billionen Euro. Die reichsten zehn Prozent profitierten davon am meisten. Auf sie entfiel laut der Daten mehr als 45 Prozent der Steigerung. In Deutschland lag der Zuwachs des reichsten Zehntels demnach bei 34 Prozent.

Die Organisation macht für die Ungleichheit politische und unternehmerische Fehlentwicklungen verantwortlich. Sie fordert, dass Staaten stärker kooperieren anstatt gegeneinander in einen Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern zu treten. Gleichzeitig sollen sie unternehmerisches Handeln fördern, das sich weniger auf Kapitalgeber und stärker auf Arbeiter und Umweltkosten konzentriert.

Kritikpunkt ist zudem das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand. Unbezahlte Arbeit innerhalb von Familien trage zum Wohlstand einer Gesellschaft bei, werde vom BIP aber nicht gemessen.

Kritik gibt es aber auch an der Oxfam-Studie selbst. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ online berichtet, hatte im Vorjahr das Vermögen der 62 reichsten Personen noch dem der ärmeren Hälfte entsprochen. Die neue Zahl, so die Kritiker, sei ziemlich sicher falsch. Die Studie vergleiche Äpfel mit Birnen. Namentlich den Vermögensbericht der Bank Credit Suisse, in dem das Vermögen der ärmsten Hälfte der Welt erfasst wird, und die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. So werden in den Credit-Suisse-Daten unter anderem verschuldete Studenten erfasst, auch wenn sie aus der Mittelklasse kommen. Nimmt ein deutscher Rentner einen Kredit für ein Auto auf und hat er kein Haus oder sonstiges Vermögen, landet er ebenfalls in der Statistik und ist ärmer als ein Bauer in Burundi. Das es hier wesentliche Unterschiede gebe, ignoriere die Statistik.

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