Tombola 3. Preis : Die Stiefel sind geschnürt - Hamburg ist kinky!

Die Darsteller in der Szene 'Sei Du'.   Foto: Stage Entertainment/Johan Persson
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Die Darsteller in der Szene "Sei Du".   Foto: Stage Entertainment/Johan Persson

Als vierter Hauptpreis unserer Pressefest-Tombola winkt ein Musical-Besuch für zwei Personen in Hamburg. Es geht um Freundschaft, Toleranz und High Heels: Das schrille Musical "Kinky Boots" begeistert bereits seit Jahren in New York und London. Seit Dezember fragt Hamburg: "Are You Ready To Get Kinky?" Wir waren schon bei der Premiere dabei.

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03. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Glamour, Glitzer, Prominente - ganz so, wie sich auch das schrille Broadway-Musical gibt, feierte Stage auf der Hamburger Reeperbahn mit viel Pomp im TUI Operettenhaus die Deutschlandpremiere von "Kinky Boots".

Und was für eine! Niemanden im Publikum hielt es mehr auf seinem Sitz, als das bunte Ensemble um den Schuhfabrikantensohn Charlie (Dominik Hees) und Dragqueen Lola (Gino Emnes) den Finalsong "Sei Du" anstimmten. Das mit viel Witz, aber auch tiefgründigen Dialogen über das Leben und mitreißenden Titeln lebensbejahende Stück macht Lust auf mehr. Auf mehr Mut. Mehr Spaß. Mehr Liebe... Und vor allem mehr Toleranz - anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Eben: "Sei Du und steh' dazu!"

Unter den Zuschauern der Premiere waren auch zahlreiche Prominente - allen voran Cyndi Lauper, die die Musik für das Broadway-Musical schrieb. Schon bei der Präsentation hatte sie sich auf das Wiedersehen an Hamburgs "sündigster Meile" gefreut. Für sie wie auch Olivia Jones - sie kam in einem quietschorangenen Dragqueen-Fisch-Outfit (siehe Bildergalerie) und ist quasi auch längst Patin für "Kinky Boots" auf dem Kiez - passt dieses Stück wie kein anderes nach Hamburg. Außerdem hatten sich gestern u. a. angesagt: Gabi Bauer, Sabia Boulahrouz, Fernanda Brandao, Mirja du Mont, Jenny Elvers, Jimi Blue und Natascha Ochsenknecht, Jannik Schümann, Kalle Schwensen, Jo Weil, Daniela Ziegler...

Das Musical beginnt in einer alten Schuhfabrik. "Prince and Son" geht es nicht gut, der Vater möchte, dass Charlie die Firma übernimmt. Der jedoch will mit seiner Verlobten nach London, weg aus der Provinz. Wenig später stirbt der Vater und Charlie steht vor schweren Entscheidungen. Parallel dazu wird ein kleiner schwarzer Junge von seinem Vater hart im Boxen trainiert. Was der nicht schaffte, soll Simon gewinnen. Doch für ihn gibt es nichts Schöneres, als in Kleidern und Stöckelschuhen zu gehen. In einem weißen Kleid erschien er schließlich zu einem Kampf - der Bruch zwischen beiden ist unausweichlich...

Durch Zufall lernen sich Charlie und Simon (nun aber längst Lola) kennen. Der Fabrikantensohn will die vermeintliche Dame vor prügelnden Kerlen schützen. Was Lola angesichts ihrer Ausbildung ja nun wirklich alles andere als nötig hat. Stattdessen geht Charlie zu Boden. Die beiden lernen sich kennen und finden die Nische, um die Fabrik zu retten: Hochhackige, schrille Damenstiefel, die das Gewicht von Männern aushalten können.

Klar, dass die Rettung nicht ohne Kampf gelingt - viele Vorurteile und Selbstzweifel müssen aus dem Weg geräumt werden. Was mit gelungenen Wortwechseln, begleitet von herzhaften Lachern, aber auch dem sehr nahegehenden "Nie dieser Sohn"-Duett von Charlie und Lola auf die Bühne gebracht wird. Überhaupt sind Dominik Hees als Charlie wie auch Gino Emnes als muskelbepackte Dragqueen wie geschaffen für diese sehr unterschiedlichen Rollen. Emnes gelingt es zum Beispiel ausgezeichnet, die zwei Leben seines Protagonisten zu vermitteln. Zum einen die selbstbewusste Lola, die vor keinem (verbalen wie handgreiflichen) Duell zurückschreckt, und dann auch den ängstlichen Simon, der es ohne "Verkleidung" und in Hosen vor Selbstzweifeln und Unbehagen nicht aushält.

Charlies Liebe zerbricht, weil er nun doch nicht nach London geht, aber er verliebt sich neu. Die kesse Arbeiterin Lauren hat sich in ihn verguckt, zögert aber anfangs noch, weil sie sich - wie herrlich in ihrem Song erzählt - sowieso ständig in die "falschen Kerle" verliebt. Ihr Kollege Don, ein Bär von Mann, tut sich schwer, diese schrillen Stiefel statt der Herrenschuhe zu produzieren. Erst als Lola ihn zu einer Wette überredet - in deren Folge es auch zu einem phantastisch inszenierten Boxkampf zwischen beiden kommt - ändert sich Dons Einstellung, und die fast schon zum Scheitern verurteilte Präsentation in Mailand findet (auch durch die Versöhnung von Charlie und Lola nach einem unnötigen Streit) in letzter Sekunde doch noch statt.

Der Rest ist bekannt: Das Publikum stand, tanzte und sang... Und nicht wenige - ob Mann oder Frau - versuchten nach der Premiere, sich in die im Foyer leihweise angebotenen Kinky-Stiefel zu zwängen. "Sei Du und steh' dazu!"

Tickets für "Kinky Boots" gibt´s hier

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