MTV Video Music Awards : Die Nacht von Beyoncé

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Die Verleihung der MTV Video Music Awards ist immer für Überraschungen gut

svz.de von
29. August 2016, 20:00 Uhr

Vor einem Jahr war es die Nacht von Taylor Swift und Miley Cyrus. Cyrus zog als rotzfreche Moderatorin der MTV Video Music Awards mit immer knapper werdenden Kostümen alle Blicke auf sich. Pop-Sternchen Swift war die strahlende Siegerin bei den Trophäen.

Keine Spur von Cyrus und Swift, als in der Nacht zu gestern im New Yorker Madison Square Garden die Mondmänner-Trophäen des MTV-Senders verteilt wurden. Die beiden waren gar nicht erst nominiert.

Die neue Königin ist „Queen Bee“ Beyoncé. Die 34-jährige „Formation“-Sängerin zog mit elf Nominierungen ins Rennen und sahnte sensationelle acht Preise, darunter auch „Video des Jahres“, ab. Mit einem fulminanten Medley ihres Hit-Albums „Lemonade“ stahl Beyoncé allen die Show. Fast 20 Minuten lang fegte sie über die Bühne, mal in weißen Federn, mal in schwarzem Lack, das Publikum tobte. Es war auch ein politischer Auftritt, denn Beyoncé brachte neben Töchterchen Ivy (4) die Mütter von Männern wie Eric Garner und Trayvon Martin, prominente Opfer von Polizeigewalt, zu der Gala mit.

In „Formation“ thematisiert sie Rassismus und Polizeiwillkür gegen Schwarze. Zuletzt hatte die Sängerin, die sich seit Jahren gegen die Unterdrückung von Afroamerikanern engagiert, gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Polizeigewalt kritisiert und einen radikalen Wandel in der politischen Kultur der USA gefordert.

Es war aber nicht nur die Nacht von Beyoncé. Den Auftakt machte Rihanna, ganz in Pink, mit einer bunten Mischung von Hits wie „Don’t Stop The Music“ und „We Found Love“. Danach stand die 28-jährige R&B-Sängerin noch drei Mal live auf der Bühne, als müsste sie ihr ganzes Können beweisen. Belohnt wurde die aus Barbados stammende Sängerin („Work“) mit dem „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Ein Sonderpreis für besondere Verdienste, der in Erinnerung an den Vi-deoclip-Vorreiter Michael Jackson vergeben wird.

Rapper Drake (29), der zuvor mit „Hotline Bling“ den Preis für das „Beste Hip-Hop Video“ gewonnen hatte, kam denn auch mit einer rührenden Liebeserklärung um die Ecke. Er erinnerte sich an die erste Zusammenarbeit mit Rihanna. Schon mit 22 Jahren habe er sich in sie verliebt, sagte Drake. „Ich schaue zu ihr auf, auch wenn sie jünger ist“, schwärmte er auf der Bühne, bevor er der sichtlich gerührten Sängerin die Trophäe überreichte.

Mehr Rätsel gab Rapper Kanye West auf. Er hatte nur vier Minuten, aber Zeit genug, um die hohe Mordrate in Chicago anzuprangern, sein „Famous“-Video zu preisen und sich mit „seinen Vorbildern“ wie Steve Jobs und Walt Disney zu vergleichen. Die Frau des Rappers, Kim Kardashian West, im vielleicht durchsichtigsten und am tiefsten ausgeschnittenen Kleid, kündigte auf der Bühne die „triumphale Rückkehr“ von Britney Spears an. Die frühere Pop-Prinzessin wagte sich nach knapp zehn Jahren erstmals wieder live auf die MTV-Bühne.

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