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Sebastian Fitzek Brettspiel : „Die Essenz meiner Bücher“

vom
Aus der Onlineredaktion

Sebastian Fitzek ist für Psychothriller berühmt – jetzt gibt es das Spiel dazu

Sebastian Fitzek, der gestern seinen 46. Geburtstag feierte, gehört zu den bekanntesten Thrillerautoren Deutschlands. Seine Psychothriller landen regelmäßig auf den Bestsellerlisten, inzwischen sind es neun Millionen verkaufte Exemplare weltweit. Nun steht sogar sein Name auf einer Spielepackung. Wie das? Tanja Liebmann-Décombe hat sich mit dem Schriftsteller unterhalten.

Herr Fitzek, wie kamen Sie auf die Idee zu dem Spiel „Safehouse“?
Bei meiner Recherche zum Thema Zeugenschutzprogramme und sichere Häuser, in denen Zeugen und Opfer nach einem Verbrechen für eine Weile untergebracht werden, kam mir der Gedanke: Dazu könnte man doch auch ein Spiel machen. Meine Idee war, die Spieler als Zeugen eines Verbrechens in ein Safehouse flüchten zu lassen, verfolgt von einem Täter, der hinter ihnen herrennt.

Wird es diese Szene demnächst in einem Buch von Ihnen zu lesen geben?
Nein, meine Idee ist tatsächlich nur in das Spiel eingeflossen. Es ist völlig losgelöst von meinen Büchern. Man kann „Safehouse“ spielen, ohne eine einzige Zeile von mir gelesen zu haben. Fans meiner Thriller werden zwar ein paar Kleinigkeiten aus den Büchern erkennen. Das Spiel an sich ist aber völlig autark.

Und es ist ein Gemeinschaftsprojekt – oder wie würden Sie es formulieren?
Ja, so könnte man es sagen. Wie alle tollen Sachen ist es durch viele, viele Brainstorming-Runden entstanden. Anfangs habe ich mich mit meinem Freund Jörn Stollmann ausgetauscht, der gerne spielt und die Illustrationen entworfen hat. Später kam dann der preisgekrönte Spielererfinder Marco Teubner hinzu. Er hat sofort begriffen, was ich mit dem Spiel ausdrücken will und was mir wichtig ist.

Was war Ihnen denn wichtig?
In meinen Thrillern versuche ich immer, die Leser zu Protagonisten werden zu lassen. Die Leser sollen mitfiebern, sich wie die Personen im Buch zum Beispiel gehetzt fühlen oder die Angst im Nacken spüren. Mein Wunsch war es, einen Spielmechanismus zu schaffen, der den Nervenkitzel und die anderen Gefühle konserviert, die man beim Lesen meiner Bücher – hoffentlich – hat.

Ist Marco Teubner diese Konservierung gelungen?
Meines Erachtens nach vollkommen. Marco hat alle meine Werke gelesen und eine Art Essenz meiner Bücher als Spiel umgesetzt.

Hätten Sie das auch selbst machen können?
Nein, ich bin Buchautor und kein Spieleautor. Beides sind unterschiedliche Berufe und man muss viel schreiben beziehungsweise erfinden, um wirklich gut zu sein. Da „Safehouse“ wirklich gut werden sollte, war es nur folgerichtig, einen erfahrenen Spieleautor hinzuzuziehen.

Vor diesem Schritt sind Sie mit Ihrem Spielekonzept zu moses. gegangen. Warum ausgerechnet dieser Verlag?
Ich bin ein großer Fan der Kartenspiel-Serie „black stories“ und finde, moses. ist prädestiniert für unterhaltsame Spiele, die sich auch mit Krimis und Thrillern beschäftigen. Der Verlag hat meine Idee gleich gut gefunden und Marco Teubner als Spielentwickler vorgeschlagen. Außerdem hatte moses. die geniale Idee, das Spielfeld als Buch zu gestalten.

Das Spiel wird über mehrere Kapitel gespielt …
Genau. Und am Ende der ersten Partie wartet auf die Spieler eine Überraschung. Die will ich hier aber nicht verraten. Nur so viel: In dem Spiel geht es darum, zusammen mit den anderen Spielern innerhalb von 30 Minuten das Buchende mit dem Safehouse zu erreichen.

In der Packung wird eine Sanduhr mitgeliefert. Man kann sich aber auch über den QR-Code auf dem Spielplan die Originalmusik als Zeitgeber herunterladen…
Ja, und ich würde den Spielern dringend empfehlen, mit der Originalmusik zu spielen. So hat man eine Aufgabe weniger, denn man muss neben der Kartenauslage viele Dinge im Blick behalten. Die Musik ist melancholisch. Durch diese Ruhe entsteht eine bedrohliche Dramatik und alle zwei Minuten ertönt ein Horn als Signal, dass man den Verfolger nach vorn ziehen muss. Mir macht das Spiel mit Musik mehr Spaß.

Wie oft haben Sie das Spiel schon gespielt und gewonnen?
Gespielt: unzählige Male. Gewonnen: nicht so oft. Je nach Schwierigkeitsgrad ist es mal einfacher und mal schwerer, es innerhalb der vorgegebenen 30 Minuten ins Safehouse zu schaffen. Ich finde Level 2 am besten. Da stehen die Chancen auf Sieg 50:50.

Glück oder Können – was überwiegt?
Es ist eine gute Mischung aus beidem. Natürlich kommt es darauf an, welche Karten man nachzieht, und da kann man manchmal auch ein bisschen Pech haben. Zu sehen ist, dass es ein kooperatives Spiel ist: Das schwächste Glied bestimmt das Tempo. Sinnvoll ist es, eine gemeinsame Taktik abzusprechen und einen kühlen Kopf zu bewahren, sonst holt einen das Böse ein.

Wie schlimm ist bei „Safehouse“ das Verlieren?
Normalerweise ist man ja enttäuscht, wenn man verliert. Das Schöne an „Safehouse“ ist: Das Spiel macht unabhängig vom Ergebnis Spaß. Der Weg ist das Ziel, und in den meisten Fällen wollen die Spieler nach einer Partie gleich nochmals in diese andere Welt abtauchen und sich erneut zum Safehouse hetzen lassen.

 

safe house
 

Der Autor und das Spiel

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und schreibt seit 2006 Psychothriller, die alle Bestseller sind  und in 24 Sprachen übersetzt wurden. Seine Werke sind Vorlagen für Theateradaptionen und Filme. Er hat drei Kinder (vier, sechs und sieben Jahre alt), die ihn dazu gebracht haben, wieder regelmäßig zu spielen – etwa „Mensch ärgere dich nicht“, „Monopoly“ oder „Lotti Karotti“.

„Sebastian Fitzek – Safehouse“ ist ein kooperatives Spiel, bei dem die Spieler einen Verfolger abschütteln müssen. Durch das geschickte Ablegen von Karten, gilt es Aufgaben zu erfüllen und damit die Spielfigur „Zeuge“ voranzubringen. Alle zwei Minuten rückt aber auch die Spielfigur „Täter“ einen Schritt nach vorn. Wer erreicht zuerst das Ziel?

Im Vergleich: Spiele, die sich mit „Sebastian Fitzek – Safehouse“ vergleichen lassen, da sie vom Thema und vom Spannungsbogen her ähnlich sind: „Escape – der Fluch des Tempels“ (Queen Games) von Kristian Amundsen Ostby oder auch „Magic Maze“ (Sit Down!) von Kasper Lapp.

Im Kinderspielbereich auf ähnliche Art aufregend, aber ohne Sanduhr: „Zauberei hoch drei“ (Pegasus) von Lukas Zach und Michael Palm.


„Sebastian Fitzek – Safehouse“ von Marco Teubner, erschienen bei moses. 2-4 Spieler ab 12 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 35 Euro.




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