Katastrophe im Himalaya : Deutschland hilft nach dem Erdbeben

Helfer bergen einen Mann aus den staubigen Trümmern.
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Helfer bergen einen Mann aus den staubigen Trümmern.

Dramatische Bilder erreichen die Welt aus dem Katastrophengebiet in Nepal.

svz.de von
27. April 2015, 08:00 Uhr

Das gewaltige Erdbeben im Himalaya hat mindestens 2500 Menschen den Tod gebracht. Vor allem im armen Touristenland Nepal waren die Zerstörungen enorm. Dort stapelten sich Leichen vor den Krankenhäusern, ganze Bergdörfer waren zerstört, am Mount Everest töteten Lawinen mehrere Bergsteiger. Eine internationale Hilfswelle lief an. Aus Deutschland machten sich ebenfalls Helfer auf den Weg.

„Die Zahl der Toten steht bisher bei 2450. Ungefähr 6000 Menschen wurden bei dem Erdbeben verletzt“, sagte gestern Laxmi Dhakal vom nepalesischen Innenministerium. Im benachbarten Indien wurden 62 Tote gezählt, in Tibet 6 und in Bangladesch 1 Opfer. Das Erdbeben der Stärke 7,8 war die stärkste Erschütterung des Bodens in Nepal seit mehr als 80 Jahren. Es begann am Samstag und brachte zahlreiche Nachbeben mit sich. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden. Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel hatten sich in ersten Reaktionen tief erschüttert gezeigt. Eine Auswahl darüber, wie Deutschland hilft:

- Heute soll ein mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanzierter Hilfsflug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) starten. Dabei wird neben Zelten, Decken und Hygienepaketen auch eine Trinkwasseraufbereitungsanlage des Technischen Hilfswerks nach Nepal transportiert. Es gehe um 60 Tonnen im Wert von 270 000 Euro, wie es in einer DRK-Mitteilung hieß.

- I.S.A.R. Germany startete gestern einen Hilfsflug. An Bord der Sondermaschine sind den Angaben zufolge 52 Helfer. Unter ihnen seien Rettungshundeführer und Experten für die Suche nach Verschütteten sowie medizinisches Personal. Hinzu kämen mehrere Tonnen Ausrüstung.

Weitere Organisationen schickten Erkundungsteams los. Malteser International entsandte eigenen Angaben zufolge gestern Morgen Mitarbeiter in die Krisenregion. Fünf Soforthelfer der Johanniter sollten heute in Kathmandu eintreffen.

- Die Hilfsorganisation Care plant, bis zu 75 000 Menschen mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, Wasserreinigungstabletten und dem Bau von Latrinen zu unterstützen. Mehr als 150 Care-Mitarbeiter seien schon in der Region, hieß es gestern in einer Mitteilung. Das Deutsche Medikamentenhilfswerk action medeor packt Verbands- und Nahtmaterialien, chirurgisches Besteck, Schmerzmittel, Antibiotika und Spritzen für seine Partner.

- Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, schätzt, dass Hunderttausende Kinder von dem Erdbeben betroffen sind. In den stark oder sehr stark in Mitleidenschaft gezogenen Gebieten lebten vermutlich etwa 1,7 Millionen Menschen. Unicef Deutschland rief in einer Mitteilung dringend zu Spenden auf.

- Misereor stellte einer Mitteilung zufolge eine Soforthilfe von 100 000 Euro bereit. Etliche Gebiete in dem gebirgigen Land seien nur schwer zugänglich, das erschwere die Nothilfe sehr.

Hintergrund: Weltweit schwerste Erdbeben seit 1900

- Stärke 9,5 in Chile, Mai 1960, 1655 Tote

- Stärke 9,2 in Alaska (USA), März 1964, 125 Tote

- Stärke 9,1 vor Sumatra (Indonesien), Dezember 2004, mit Tsunami 230 000 Tote

- Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans, März 2011, mit Tsunami rund 15 800 Tote

- Stärke 9,0 in Kamtschatka (Russland), November 1952, keine Toten

- Stärke 8,8 in Chile, Februar 2010, 524 Tote

- Stärke 8,8 in Kolumbien und Ecuador, Januar 1906, 1000 Tote

- Stärke 8,7 in Alaska, Februar 1965, keine Toten

- Stärke 8,6 in Assam (Indien), August 1950, 1526 Tote

- Stärke 8,6 auf Sumatra, März 2005, 1313 Tote

- Stärke 8,6 auf Sumatra, April 2012, keine Toten

- Stärke 8,6 in Alaska, März 1957, keine Toten

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