Weltretter oder Weltzerstörer : Der wandelbare Ben Kingsley wird 70

Ben Kingsley
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Ben Kingsley

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31. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Er hat das absolut Gute gespielt als indischer Freiheitskämpfer Gandhi oder das absolut Böse als Gangster Don Logan in Sexy Beast: der britische Schauspieler Ben Kingsley. Am Dienstag (31. Dezember) feiert er seinen 70. Geburtstag. Ob gütige oder niederträchtige Charaktere, Kingsley ist extrem wandelbar. Er habe diesen Drang, das Muster menschlichen Verhaltens in einem Charakter zu finden, es zu besitzen, sagte Kingsley kürzlich im „Daily Telegraph“. „Wenn ich nicht Schauspieler geworden wäre, würde ich als Verrückter Leute auf der Straße anhalten und wäre gezwungen, das Muster weiterzugeben.“

Kingsley, am letzten Tag des Kriegsjahres 1943 als Sohn eines indischen Arztes und einer englischen Schauspielerin im britischen Scarborough geboren, wollte eigentlich zuerst in die Fußstapfen seines Vaters treten und Mediziner werden. Zunächst arbeitete er als Laborant eines Pharma-Unternehmens, um sich aufs Studium vorzubereiten.

Doch nach dem Besuch einer Aufführung der Royal Shakespeare Company wollte er auf die Bühne. „Ich war immer der Schauspieler in der Familie“, sagte er dem „Daily Telegraph“. „Mein Vater nannte mich mal ,unser kleiner Danny Kaye‘ (Anm.: amerikanischer Schauspieler), als ich sieben war.“

Seine Eltern seien von seiner Berufswahl nicht begeistert gewesen, verriet er der Zeitung. „Meine Mutter war eifersüchtig auf meinen Erfolg.“ Kingsley, der eigentlich Krishna Bhanji heißt, setzte sich darüber hinweg, änderte seinen Namen, nachdem er beim Vorsprechen einmal „Kristina Blange“ genannt wurde.

1982 gelang ihm mit einer prägenden Rolle der internationale Durchbruch: Kingsley verkörperte den indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi im Monumentalfilm „Gandhi“ des britischen Regisseurs Richard Attenborough. Für die Rolle bekam Kingsley den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Später spielte der Schauspieler mit der englisch-indisch-russischen Abstammung in „Schindlers Liste“ mit. Als jüdischer Buchhalter Stern half er dem NS-Industriellen Schindler Hunderte Juden vor der Ermordung im Konzentrationslager zu retten. Danach verkörperte er weitere Persönlichkeiten, etwa Lenin oder Moses.

2000 gab er im Spielfilm „Sexy Beast“ den unberechenbaren und gewalttätigen Don Logan. Kingsley spielte nicht mehr den Gutmenschen, sondern den „Anti-Gandhi“ in der Thriller-Komödie. Der Schauspieler mache Angst, rezensierte der „New Yorker“ den Film, er sei eine „Kobra in Menschengestalt“, der man wie versteinert zusehe.

Kingsley – in vierter Ehe mit der Brasilianerin Daniela Barbosa de Carneiro verheiratet – spielt auch heute noch unterschiedlichste Charaktere. Dieses Jahr gab er etwa einen tätowierten Kriegshelden im Science-Fiction-Streifen „Ender’s Game“, einen Heiler in „Der Medicus“ und den Terroristen Mandarin in „Iron Man 3“.

Einen dunklen Charakter zu spielen, sagte Kingsley einmal, sei eine weit größere Herausforderung, als einen guten Charakter zu verkörpern. „Was ich spielen musste“, sagte der Schauspieler über seine Rolle als Bösewicht in „Iron Man 3“ dem „Guardian“, „war dieser ernsthafte Glaube an alles, was er sagt.“

Und obwohl Kingsley heute 70 wird, denkt er nicht ans Aufhören. „Ich liebe die Schauspielerei. Das ist mein Job, das ist, was ich mache“, verriet er einer australischen Zeitung. „Und wann immer sich so wunderbare Chancen ergeben – und 2013 gab es ein paar – packe ich sie.“

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