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Ulrich Wehling : Der Unerreichbare wird 65

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In den neun Wettkampfjahren von 1972 bis 1980 erkämpfte er sieben der in der Zeit möglichen acht Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften.

Für Ulrich Wehling wird heutige Sonnabend ein Tag wie jeder andere – selbst wenn der erfolgreichste nordische Kombinierer der Skigeschichte 65 Jahre alt wird. „Früher ist man mit 65 in die Rente gegangen. Heute ist der 65. Geburtstag nur noch einer unter vielen. Die Rentnerzeit beginnt später“, sagt der einzige Kombinierer der Skigeschichte, der dreimal nacheinander Olympiasieger wurde. Die große Feier verschiebt er auf das nächste Jahr, wenn es dafür noch einige Gründe mehr gibt.

In den neun Wettkampfjahren von 1972 bis 1980 erkämpfte er sieben der in der Zeit möglichen acht Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften. Damit wird er wohl für immer unerreicht bleiben, denn zu Wehlings Zeiten gab es nur einen Wettkampf. Heute haben die Kombinierer vier WM- und drei Olympia-Chancen bei einem Event, verschiedene Sieger sind wahrscheinlich.

Wehlings Siegeszug begann schon 1968 in Oberhof. Bei der Kinder- und Jugendspartakiade gewann er in der Kombination und zweimal im Springen. 1971 wurde er in Nesselwang Junioren-Europameister, ein Jahr später in Sapporo erstmals Olympiasieger.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn arbeitete Wehling im DDR-Skiverband, war ab 1982 einer der Stellvertretenden Generalsekretäre. 1990 wurde er zum Präsidenten des Ost-Verbandes DSLV gewählt, arbeitete nach der Vereinigung als Ostbeauftragter des DSV. Von 1992 bis 2013 war Wehling Weltcup-Direktor Nordische Kombination des Ski-Weltverband FIS. Seit 1. Dezember 2016 ist er Geschäftsführer des Thüringer Skiverbands (TSV). Hier will er seinen Zweijahresvertrag erfüllen. Im nächsten Jahr wird auch Wehlings Ehefrau Eva-Maria – einst medaillendekorierte Rodlerin – in den Ruhestand gehen. Noch wohnt und arbeitet sie in der Schweiz, als IT-Spezialistin bei einer Versicherung. Dann soll es zurück nach Berlin gehen, von wo aus die Wehlings 1998 wegen des FIS-Engagements in die Schweiz umgezogen sind. Dann gäbe es dort eine zweifache Renteneinstiegs- und gleichzeitig die Umzugsparty.

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