Prinzgemahl : Der Mann hinter der Queen

Der Witzbold Philip hinter der gestrengen Königin
Der Witzbold Philip hinter der gestrengen Königin

Viele Männer tun sich noch heute schwer, in der Ehe die zweite Geige zu spielen . Prinz Philip hat seine Rolle mit viel Humor gemeistert

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10. Juni 2016, 12:00 Uhr

Sein Beruf ist Prinzgemahl, Ehemann der Königin also. Kein einfacher Job. Bei öffentlichen Auftritten tritt er stets hinter die Gattin. Vor der Hochzeit mit Queen Elizabeth II. musste er seinen Namen ablegen – um seine deutschen Wurzeln zu verschleiern. Zudem kennt der Job des Prinzgemahls kein Rentenalter. Prinz Philip ist nach wie vor im  Dienst – obwohl er heute 95 Jahre alt wird und seine Gesundheit nicht gerade die beste ist. Hier einige Besonderheiten eines besonderen Menschen:

Sprüche: Prinz Philip gilt als kauzig, seine Bemerkungen mitunter als politisch unkorrekt. Mal schnauzte er Fotografen rüde an. Viele verbale Ausrutscher werden ihm nachgesagt. „Wie schaffen Sie es, die Eingeborenen lange genug vom Alkohol fernzuhalten, damit sie die Prüfung schaffen?“, soll er 1995 einen Fahrlehrer in Schottland gefragt haben. Die Medien ergötzen sich an solchen schrägen Sprüchen. Insider behaupten aber, er sage sowas stets mit einem Augenzwinkern.

Liebe: Der Prinz aus dem verarmten griechischen Königshaus war 18, Prinzessin Elizabeth, die britische Thronfolgerin, fünf Jahre jünger, als sie sich zum ersten Mal begegneten. Er Marine-Kadett, groß gewachsen, fesch, blond und blauäugig. Sie war das, was man damals einen „Backfisch“ nannte – nicht mehr Mädchen, noch nicht Frau. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. „Wie toll er ist, wie hoch er springen kann“, schwärmte sie, als der Jüngling auf dem Tennisplatz über das Netz hüpfte.

„Der Mann von“: Der Tag, der Philips Leben veränderte, war der 20. November 1947. Philip war 26, die Thronfolgerin Elizabeth 21, als sie in Westminster Abbey vor den Traualtar traten. „Seit 1947 führt er nur das Leben, das er führt, weil er die Frau geheiratet hat, die er geheiratet hat“, schreibt sein Biograf Gyles Brandreth. Weiteres entscheidendes Datum: Die Krönung Elizabeths 1953 – heute ist Prinz Philip der dienstälteste Ehepartner eines britischen Monarchen in der Geschichte.

Herkunft: Der Aufstieg bei den Royals war ihm nicht in die Wiege gelegt. Als Prinz von Griechenland und Dänemark und Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg wurde er 1921 auf Korfu geboren. Vater war Prinz Andreas von Griechenland, die Mutter Prinzessin Alice von Battenberg. In Philips verzweigtem Stammbaum wimmelt es von Deutschen.

Kindheit und Jugend: Nach dem Militärputsch 1922 ging die Familie aus Griechenland ins Exil nach Paris. Der Vater kümmerte sich nicht sehr um die Familie, die Mutter bekam einen Nervenzusammenbruch, ging später ins Kloster. Jahrelang sah er seine Eltern so gut wie nicht, wurde von Verwandten zu Verwandten gereicht. Zeitweilig besuchte er die Eliteschule Salem in Süddeutschland und sprach gut Deutsch. Vor allem aber prägte ihn die harte Erziehung an britischen Schulen.

Beförderung und Verlust: Vor der Hochzeit musste er seine Nationalität aufgeben und seinen Namen ablegen. Dafür bekam er neue Titel zugesprochen: Herzog von Edinburgh etwa und „His Royal Highness“ – Seine Königliche Hoheit.

Karriere: Im Zweiten Weltkrieg war er bei der Marine im Einsatz. Er soll schneidig ausgesehen haben in seiner Uniform. Nach der Krönung musste er auch den Job aufgeben. Auch das fiel ihm nicht leicht. „Ehrlich gesagt, ich wäre lieber in der Marine geblieben“, soll er laut Queen-Autorin Karen Dolby 1992 in einer dunklen Stunde gesagt haben.

Ehe: Die Ehe gilt als vorbildlich. Insider berichten, die Queen strahle immer noch, wenn er den Raum betritt. „Sie wird sanfter und fröhlicher.“ Auch wird die Queen nicht müde zu sagen, Philip sei die größte Stütze in ihrem Leben. Zu Hause habe der Prinz das Sagen. „Die Königin hat die Krone auf, aber der Prinz hat die Hosen an“, sagen Höflinge.
 

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