Ben Stiller wird 50 : Der komische Antiheld

Heute feiert Ben Stiller seinen 50. Geburtstag.
Heute feiert Ben Stiller seinen 50. Geburtstag.

Ben Stiller wird heute 50 Jahre alt. Statt Komödien zu drehen, würde er gerne ernsthaft Regie führen

svz.de von
30. November 2015, 08:00 Uhr

Mal schießt er mit einem Sektkorken die mit Großmutters Asche gefüllte Urne vom Kaminsims („Meine Braut, ihr Vater und ich“), mal klemmt er sich seinen Penis im Reißverschluss ein („Verrückt nach Mary“): Die unvergesslichsten Filmmomente von Ben Stiller sind immer genau an der Grenze zwischen lustig und peinlich und kommen häufig mit einem ordentlichen Schuss Fremdschämen daher.

Aber Stiller ist weit mehr als ein alberner Klamauk-Darsteller. Der Schauspieler, der heute 50 Jahre alt wird, gilt als Erfolgs-Garant für jeden Hollywood-Film und hat mit Blockbustern wie „Tropic Thunder“, „Nachts im Museum“ und „Zoolander“ Millionen verdient. Als „größten Comedy-Filmstar der Welt“ feiert ihn das Magazin „New Yorker“, und Kollege Judd Apatow schwärmt, er sei „der Anfangspunkt von allem in der modernen Comedy“.

Dabei will Stiller eigentlich schon immer am liebsten ernsthaft Regie führen. „Es kann nicht einfach sein, Ben zu sein“, sagte Schauspielkollege Robert Downey Jr. dem „New Yorker“. „Die Wut, die er hat, kommt von dem Druck, und der Druck kommt davon, dass er weiß, dass er wie Chaplin mit „Die Nächte einer schönen Frau“ ist, von dem keiner in Hollywood wollte, dass er ihn macht. Jeder verbindet Ben mit Klamauk, dabei hat er eigentlich die Fähigkeit, den Ton, die Geschichte und das Erscheinungsbild eines Filmes zu kontrollieren und etwas Großes daraus zu machen. Aber diese Fähigkeit wird von den Mängeln und der Kurzsichtigkeit der Menschen um ihn herum immer verhindert.“

Studiobosse ließen Stiller nicht gerne Regie führen – einerseits, weil er immer das Budget überziehe, und andererseits, weil er eben in erster Linie als Comedy-Schauspieler Erfolgsgarant sei.

Und so macht Stiller weiter seine Klamauk-Komödien wie „Zoolander 2“, der für das kommende Jahr angekündigt ist, und versucht zwischendurch immer mal wieder eine Regiearbeit wie „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ oder einen Independent-Film einzubauen, meist mit weniger Erfolg.

„Ich habe eine komplett andere Sicht auf Bens Arbeit als er“, sagt seine Frau und Schauspielkollegin Christine Taylor, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. „Ich sage: ,Schau dir an, was du gemacht hast. Das ist die ultimative Karriere.‘ Er sieht das ein, aber denkt: ,Respektieren mich meine Kollegen? Ich werde nie für Preise nominiert ... und es wäre schon toll, wenn mal dieser Regisseur anrufen würde, oder jener.‘ Ich sage ihm dann, dass er sich daran erinnern soll, wie Tom Cruise 200 Cupcakes geschickt hat, weil ,Nachts im Museum‘ ein Hit geworden war.“

In die Branche ist Stiller schon hineingeboren worden. Seine Eltern Jerry Stiller und die im Mai gestorbene Anne Meara feierten als Komiker-Duo Erfolge.

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