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Vertrag verlängert : Der ewige Jogi

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DFB verkündet Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Löw: „Kopf und Herz haben gemeinsam Ja gesagt“

Als DFB-Präsident Reinhard Grindel zur Lobeshymne auf den Bundestrainer ansetzte, huschte Joachim Löw ein verlegenes Lächeln über die Lippen. „Es ist ein guter Tag für den Deutschen Fußball-Bund“, sagte Grindel stolz – denn der Weltmeister-Coach bleibt an Bord. Knapp vier Monate nach dem Halbfinal-Aus bei der EM in Frankreich hat Löw gestern seinen Vertrag wie erwartet vorzeitig bis 2020 verlängert, er sitzt damit auch während der Europameisterschaft in vier Jahren auf der Bank.

„Kopf und Herz haben gemeinsam Ja gesagt“, berichtete der Bundestrainer in der DFB-Zentrale in Frankfurt. „Ich fühle die gleiche Motivation wie zu Beginn meiner Amtszeit.“ Für Grindel, der den Löw-Coup noch vor dem DFB-Bundestag am 3. und 4. November in Erfurt unter Dach und Fach brachte, ist „Joachim Löw der beste Trainer, den wir uns für die Nationalelf vorstellen können“. Und beide haben große Ziele. „Wir wollen den WM-Titel in Russland verteidigen und 2020 versuchen, Europameister zu werden“, sagte der DFB-Präsident.

Der ewige Jogi wird 2020 mit dann 14 Jahren Amtszeit zu Helmut Schön (1964 bis 1978) aufschließen. Nur Sepp Herberger (1936 bis 1964) war länger im Amt. „Ich kann bei Joachim Löw keine Abnutzungserscheinungen feststellen“, meinte Grindel. Ob der Bundestrainer aber tatsächlich auch im Fall eines (frühen) Scheiterns in knapp zwei Jahren bleiben will, ist offen. Schon nach dem Aus im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien (0:2) hatte der Schwarzwälder lange gezweifelt. Gestern wich er diesen Fragen aus. „Wir sind professionell genug, offen miteinander zu reden, wenn es mal nicht so läuft“, sagte der 56-Jährige.

In der WM-Qualifikation zumindest dürfte alles glattgehen. „Wir werden die Qualifikation schaffen, davon können sie ausgehen“, sagte Löw, der in Russland „das Gefühl und das Erfolgserlebnis“ der WM 2014 in Brasilien wiederholen will: „Es macht mir großen Spaß, mit diesem Team zu arbeiten.“ Deshalb sei auch der Zeitpunkt der Vertragsverlängerung der richtige gewesen. „Wir haben Visionen, die wir angehen wollen. Der Zeitpunkt war einfach gut“, sagte Löw. „Manche werden fragen: Warum jetzt? Ich sage: Warum nicht jetzt?“

Grindel betonte, dass auf diese Art Diskussionen vermieden würden, und dass „im Umfeld der Nationalelf Vertrauen und Planungssicherheit herrschen“. Die Erfahrung habe gezeigt, „dass es nicht gut ist, ohne vertragliche Grundlage und ein Bekenntnis zum Trainer in eine WM zu gehen“, sagte Grindel. Die Verträge von DFB-Manager Oliver Bierhoff und Löw-Assistent Marcus Sorg laufen bereits bis 2020, Torwarttrainer Andreas Köpke und Co-Trainer Thomas Schneider sollen ebenfalls in Kürze verlängern.

Was für ihn nach 2020 kommt, ließ Löw derweil offen. „Das ist ein bisschen weit voraus geschaut“, sagte der Bundestrainer, der immer wieder von europäischen Topclubs umworben wird: „Meine Entscheidung ist klar in Richtung DFB gegangen, weil die Turniere für mich absolute Highlights sind.“ Es sei aber „nicht unvorstellbar“, dass er irgendwann noch einmal als Vereinstrainer arbeite, erklärte Löw.

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