Leute : Der ewige Hüftschwung

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Der „deutsche Elvis“ Peter Kraus wird heute 75 – auf seiner Abschiedstournee will er noch mal alle begeistern

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18. März 2014, 07:39 Uhr

Es gibt Momente, da spürt auch Peter Kraus das Alter. „Früher bin ich oft nach meinen Musikern ins Bett, heute vor ihnen“, sagt er. Rock 'n' Roll auch nach der Show? Das war gestern. Eigentlich kein Wunder. Peter Kraus, Teenager-Idol der Wirtschaftswunderjahre, wird heute 75. Im Rampenlicht gibt er aber noch immer den jungen Peter. Das Publikum will den Hüftschwung sehen – egal in welchem Alter. Auch auf seiner Homepage präsentiert er sich gern agil: auf dem Rennrad, im Kanu oder beim Wasserski.

„Ich bin mir bewusst, dass mein Erfolg nicht davon kommt, weil ich so wahnsinnig schön singe“, sagt er. „Es ist das Gesamtereignis, wenn die Leute auf meinen Konzerten sich teilweise wundern, warum ich das noch so schaffe.“

Doch auch der ewige Jugendstar Peter Kraus geht mal in Rente. Im Herbst plant er seine letzte Tournee. Noch einmal ein „Hitfeuerwerk“ abfackeln, wie er sagt. Danach soll Schluss sein. „Ich möchte einfach das ausgiebig genießen, was ich mir erarbeitet habe.“ Sprich: Das Haus am Luganer See, sein Weingut, den Oldtimer-Fuhrpark und natürlich das Familienleben mit Frau Ingrid und Sohn Michael.

Begonnen hat alles vor fast 60 Jahren. Der Münchner, noch keine 18, tritt als Gast bei einem Konzert von Swing-Legende Hugo Strasser auf. Am nächsten Morgen feiert ihn die Presse als „deutschen Elvis“. Plattenproduzent Gerhard Mendelson nimmt den Jungen unter Vertrag.

Es folgt ein beispielloser Aufstieg. Peter Kraus landet mit „Tutti Frutti“, „Sugar Baby“ oder „Schwarze Rose, Rosemarie“ Hits am Fließband. Auch im Film der 50er Jahre macht er Karriere: Kraus dreht mit Heinz Rühmann, Hans Albers und natürlich mit Conny Froboess. Gemeinsam werden sie das Traumpaar der späten 50er und frühen 60er Jahre.

Erst als die Zeit der Beatles anbricht, hat der brave Rebell zunächst ausgedient: Karriereknick mit Mitte 20. Für Kraus eine neue Erfahrung. „Es ging ja bis dahin immer nur bergauf“, erinnert er sich. Er zieht sich vorerst zurück aus dem Popgeschäft.

Später meldet er sich mit Fernsehshows wie „Bäng Bäng“ oder „Hallo Peter“ zurück. Und irgendwann schwelgen auch die Teenies von damals gern in Erinnerungen. Seine Programme heißen „Vorwärts in die Fifties“ oder „Als Teenager träumten“ – Reminiszenzen an goldene Zeiten.

Jetzt, kurz bevor der Vorhang auf der großen Bühne fällt, will Peter Kraus noch einmal alle begeistern – die Schwiegermütter und die Jungen. Auf seinem neuen Album versucht er sich an Hits von heute im Stil der 50er Jahre. „Zeitensprung“ heißt die CD. Peter Kraus ist sich sicher: „Wenn man an die Jugend ran kommt, dann zündet Rock 'n' Roll auch heute noch voll.“

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