William Shatner wird 85 : Der Captain und sein Universum

William Shatner (r.) als Captain Kirk und Leonard Nimoy als Spock im Jahr 1979
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William Shatner (r.) als Captain Kirk und Leonard Nimoy als Spock im Jahr 1979

Einst eroberte William Shatner mit der Enterprise ferne Welten, heute ist der Schauspieler immer noch aktiv – vor allem für gute Zwecke

svz.de von
22. März 2016, 06:00 Uhr

Die Erde schien für William Shatner schon immer ein bisschen zu klein. „Unendliche Weiten“ erkundete der Schauspieler als Captain James T. Kirk in der TV-Serie, die ihn bei Erdbewohnern berühmt machte. Nach Jahrzehnten „Raumschiff Enterprise“, nach viel Wohltätigkeitsarbeit und Dutzenden Büchern – darunter ein Ratgeber zum „Shatnerverse“ genannten Universum des Kanadiers – ist noch immer nicht Schluss. Heute wird der Captain 85 Jahre alt.

Vor Publikum stand William Alan Shatner schon zu Kinderzeiten gern, und auch im College versuchte sich der Wirtschaftsstudent im Theater. Nach Stationen am New Yorker Broadway und beim Fernsehen kam 1966 – aus heutiger Sicht – der Ritterschlag. Doch erst nachdem „Star Trek“ nach drei Staffeln wegen schwacher Quoten eingestellt und alte Folgen Anfang der 1970er wiederholt wurden, wuchs die kleine Fanbasis zur globalen „Trekkie“-Gemeinde, der die Serie sich bis heute erfreut.

Vom berühmten Raumschiff scheint der jovial wirkende Schauspieler sich gelöst zu haben, nicht einmal in der Kurzbiografie zu seinem von 2,3 Millionen Nutzern verfolgtem Twitter-Profil ist noch von Kirk die Rede. Stattdessen beschreibt er sich als „Wohltäter, Schauspieler, Produzent, Vater, Ehemann und Großvater“. Gespeichert hat er an der digitalen Pinnwand die Sätze: „Meine Kinder sind mein Leben. Ich habe insgesamt drei Kinder, Leslie, Lisabeth und Melanie. Sie sind mein Grund, jeden Tag aufzustehen und das Leben in vollen Zügen zu leben.“ Eifrig tauscht er sich im Kurznachrichtendienst mit den Fans aus, etwa mit einer Nutzerin, die das Foto eines neunjährigen Mister Spock teilt. „Gutes Augenbrauen-Geschick“, kommentierte der Golden Globe-Gewinner („Boston Legal“) die hochgezogenen Brauen des Jungen, der die Hand mit gespreizten Fingern wie Leonard Nimoy zum Vulkanier-Gruß hebt. Nimoy, der langjährige Star- Trek-Weggefährte Shatners, war im Februar 2015 gestorben. Zur Beisetzung schaffte Shatner es nicht, weil er dem Roten Kreuz in Florida auf einem Ball beim Spendensammeln half.

Überhaupt scheint Shatner sich für gute Zwecke stark zu machen, statt sich auf den Lorbeeren seiner langen TV-Karriere auszuruhen. 18 Organisationen und 17 wohltätige Zwecke unterstützte er der Website „Look to the Stars“ zufolge. 2006 verkaufte er für 25 000 Dollar einen Nierenstein an ein Online-Casino und spendete das Geld an den Verein Habitat for Humanity, der Häuser für Bedürftige baut.

Oder mit seiner seit 24 Jahren bestehenden Pferdeshow in Hollywood, deren Erlöse bereits an 23 Wohltätigkeitsorganisationen flossen. Viele davon sitzen in Los Angeles – sie helfen Kindern, Kranken und Behinderten. Ein VIP-Tisch für zehn Personen kostet 4000 Dollar.

Die Begeisterung für die Zukunft und das Universum hat der Mann auch jenseits von „Star Trek“ nie verloren. „TekWar“ heißt die neunteilige Serie von Krimi-Büchern, in der Privatermittler Jake Cardigan Bösewichten im Jahr 2122 das Handwerk legt. Und dass selbst der oft kolportierte Zoff zwischen Anhängern der Star-Trek-Serie und den Star-Wars-Abenteuern um Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo am Ende gar nicht so wild ist, bewies der Captain höchstpersönlich: Zur Verleihung der CMA-Countrypreise zwängte er sich im November in ein „Storm Trooper“-Kostüm – mit 84 Jahren.

Shatners Website

Shatner bei Twitter

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