zur Navigation springen

Studentenprojekt zu „Game of Thrones“ : Dem Tod auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer stirbt als Nächstes in der US-Kultserie: Studenten sagen es voraus - mit einem eigens entwickelten Algorithmus.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Es war ein verzweifelter Versuch: Weil US-Präsident Barack Obama derzeit der Einzige ist, der die neue Staffel der US-Kultserie „Game of Thrones“ schon sehen durfte, versuchte die Journalistin Vanessa Golembewski, ihn dazu zu bewegen zu verraten wie es weitergeht, ganz offiziell per Antrag an das Justizministerium. Schließlich hat jeder US-Bürger ein Recht auf Informationen – wenn sie nicht in den Bereich nationaler Sicherheit fallen.

Dabei hätte die junge Frau sich auch einfach an die Informatik-Studenten der Technischen Universität (TU) München wenden können. Die wollen nämlich mit einem eigens entwickelten Algorithmus herausgefunden haben, wer als Nächster draufgeht im blutigen „Lied von Eis und Feuer“. Die Ergebnisse haben sie ins Netz gestellt. (https://got.show/). In einem Programmier-Kurs wurden Anwendungen erstellt, die das Internet nach Daten über „Game of Thrones“ durchsuchen und aufbereiten. Dadurch kann nach Angaben der Universität die Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden, welcher der Serien-Charaktere voraussichtlich als Nächstes sterben wird.

 

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt hatte Guy Yachdav, Hardcore-Fan der Serie und Doktorand an der TU. „Viele haben uns geschrieben, dass das Projekt endlich mal zeigt, was man noch mit maschinellem Lernen machen kann – endlich mal was anderes als Finanzen“, sagt er.

Etwa 40 Bachelor- und Master-Studenten haben 50 Tage lang an dem Projekt mitgearbeitet, das in einem sonst eigentlich etwas trockeneren Programmierungs-Seminar für JavaScript entstanden ist. Fünf von ihnen waren Frauen.

„Wir haben 24 Eigenschaften getestet – zum Beispiel, wie viele Tote ein Charakter schon in seiner Verwandtschaft hat“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tatyana Goldberg. „Dabei stellte sich heraus: Wenn die Mutter schon tot ist, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Charakter selbst stirbt.“

Ein weiterer Risiko-Faktor ist das Geschlecht. „Männer sind eher dran“, sagt sie und fährt sich mit dem Daumen den Hals entlang. Kopf ab. Und auch das Alter des Charakters spiele eine große Rolle. „Im Alter zwischen 20 und 40 ist die Wahrscheinlichkeit am größten, ermordet zu werden. Wenn der Charakter es über die Altersgrenze von 40 geschafft hat, dann ist er durch.“

Ein wichtiges Kriterium sei auch der Bekanntheitsgrad der Figur, erklärt der italienische Student Christian Dallago. Die wichtigste Quelle für die Informatiker war dabei die Online-Datenbank „Game of Thrones Wiki“, die von einem Bekannten des Autors der Romanvorlagen, George R. R. Martin, betrieben wird.

Der Algorithmus trifft laut Uni auf 74 Prozent aller bisherigen Todesfälle in der Serie zu. Wenn die bisherigen Ergebnisse stimmen, sieht es in der sechsten Staffel, die am Montag ( 3 Uhr deutscher Zeit) startet, beispielsweise besonders schlecht aus für Tommen Baratheon (97 Prozent Sterbewahrscheinlichkeit) oder für Drachenlady Daenerys Targaryen (95 Prozent).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen