50. Geburtstag : David Guetta: „Das ist verrückt“

Der französische DJ David Guetta  legt in der ganzen Welt auf – hier beim „Isle of Wight Festival 2017“ im Juni in Newport (Großbritannien).
Der französische DJ David Guetta legt in der ganzen Welt auf – hier beim „Isle of Wight Festival 2017“ im Juni in Newport (Großbritannien).

Der Fanzose gehört seit Jahren zu den Topverdienern der DJ-Szene

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07. November 2017, 08:00 Uhr

Zu seinen Beats tanzen junge Leute in Berlin, Miami und auf Ibiza, Stars wie Bruno Mars, Madonna und Justin Bieber reißen sich um eine Zusammenarbeit: Der Produzent David Guetta ist einer der kommerziell erfolgreichsten DJs im Musikgeschäft. Heute feiert der Franzose seinen 50. Geburtstag – was ihn selbst verblüfft. „Ich kann das nicht glauben. Ich sage Ihnen: Das ist verrückt“, sagte Guetta der Deutschen Presse-Agentur. Er selbst habe mit 17 Jahren angefangen, professionell als Discjockey zu arbeiten. „Zu der Zeit waren alle DJs älter als ich. Heute bin ich stets mit jungen Leuten zusammen. Darum habe ich das Gefühl, auch 25 zu sein. Das ist das Komische in meinem Leben.“

In der Tat: Neben jungen Produzenten wie Felix Jaehn („Ain’t Nobody“), Robin Schulz („Waves“), Martin Garrix („Animals“) oder Kygo („Firestone“) erscheint Guetta wie ein DJ aus einer anderen Zeit. Der Franzose lernt dabei gerne von seinen jüngeren Kollegen. „Es gibt immer Veränderungen, was die technische Seite des Musikmachens angeht. Manche haben nicht die Erfahrungen, wie man einen großen Hit landet. Aber sie haben vielleicht Tricks parat, die sie als 16-jähriger Nerd beim Produzieren im Schlafzimmer gefunden haben.“

Guetta fing in den 1980er-Jahren ebenfalls in seinem Jugendzimmer in Paris an, erste Dance-Tracks zu basteln. Er legte als Jugendlicher in Discos auf, besaß später einen eigenen Club in der französischen Hauptstadt. Nach einigen Jahren Pause gelang dem Musiker Anfang der 2000er ein Comeback in der Elektroszene. Guetta moderierte Radioshows, gründete sein eigenes Label und legte weltweit auf großen Festivals auf.

Der große Durchbruch gelang ihm 2009, als er den Disco-Ohrwurm „I Gotta Feeling“ der Black Eyed Peas produzierte. Danach standen die Stars Schlange, ein Guetta-Hit garantierte quasi eine Platzierung in den Top Ten. Für seine nächsten Alben arbeitete der Franzose mit Kelly Rowland („When Love Takes Over“), Akon („Sexy Bitch“), Rihanna („Who’s That Chick“) oder Sia („Titanium“) zusammen. Im vergangenen Jahr steuerte er mit Zara Larsson die Hymne zur Fußball-EM („This One’s For You“) bei.

Guetta steht wie kaum ein anderer für moderne, elektronische Tanzmusik, wofür er von Teilen der Szene kritisiert wird. Der Sound sei einfallslos und zu kommerziell. Doch durch das Produzieren und Plattenauflegen ist der Franzose längst zum Multi-Millionär geworden.

Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ taxierte sein Jahreseinkommen kürzlich auf umgerechnet 21,5 Millionen Euro, vor allem durch Festivalauftritte und Clubshows auf Ibiza oder in Las Vegas.

Die rund 100 Auftritte pro Jahr absolviert Guetta auch mit seinen 50 Jahren noch mit großer Gelassenheit. Aber: „Es ist ein harter Job. Wir haben alle diese Momente, in denen wir uns sehr ausgelaugt fühlen. Das geht auch den jungen Kollegen so“, sagte er. „Gleichzeitig ist es ein Segen, seiner Leidenschaft nachgehen zu können.“ Eine einzige Feier zu seinem runden Geburtstag soll es nicht geben. „Das wird ein Jahr voller Partys. Auf Ibiza, in Miami, Las Vegas, an vielen Orten.“

Auch die deutschen Fans können mitfeiern. Guetta ist Anfang des Jahres 2018 auf Tourstopp in München, Dortmund, Hamburg und Frankfurt.

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