Kultserie : Das Universum als Donut

Kann Mathe witzig sein? Bei den „Simpsons“ um Familienvater Holmer schon. Die Serienmacher bauen oft Mathe-Witze in die Folgen.
Kann Mathe witzig sein? Bei den „Simpsons“ um Familienvater Holmer schon. Die Serienmacher bauen oft Mathe-Witze in die Folgen.

„Die Simpsons“ werden geliebt für ihren einfachen Humor, dabei wurden in der Serie mathematische Phänomene versteckt – und gelöst

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28. Februar 2014, 10:17 Uhr

Den ersten Tribut an die Mathematik haben die Schreiber der Kultserie „Die Simpsons“ gleich am Anfang der ersten Staffel versteckt. Sprössling Maggie nuckelt an ihrem Schnuller und spielt mit Buchstaben-Bauklötzen. Als sie die Steine zu einem Turm stapelt, sieht der Zuschauer die Buchstabenreihe EMCSQU. In der englischsprachigen Originalfolge stehen die letzten drei Buchstaben für „squared“, zu deutsch: zum Quadrat. Auf Maggies Bauklötzen steht also: E=mc². Hohe Mathematik.

Was ein bisschen mysteriös und ziemlich nerdig klingt, hat der britische Autor und Wissenschaftsjournalist Simon Singh nun offengelegt: Die Simpsons – für viele Ausdruck übertriebener Einfachheit mit einem ordentlichen Schuss gelber Farbe – bringen uns mathematische Phänomene näher. Und das gleich mehr als einhundertmal, schreibt Singh in „Homers letzter Satz – Die Simpsons und die Mathematik“.

Verantwortlich für den unfreiwilligen Mathe-Unterricht am Vorabend sind die Schreiber der Serie. Viele von ihnen, u.a. Al Jean oder Jeff Westbrook, haben Mathe oder Informatik studiert, manche bis zum Master-Abschluss oder gar zum Doktor. Auf Fotos aus den 80er-Jahren sehen viele der Serienschreiber so sehr nach dem klischeehaften Mathematiker aus, dass die Nerds von „The Big Bang Theory“ daneben wie coole Sunnyboys wirken würden.

Die Simpsons gelten schon länger nicht bloß als Zeichentrick. Philosophen, Gesellschaftskritiker, Psychologen, all diese schlauen Köpfe entdeckten bei den Simpsons versteckte Details aus ihrem Fachgebiet. Nun also die Mathematiker. Mal erklärt Homer Simpson die Form des Universums anhand eines Donuts, mal findet Springfields begabtester Junge Martin Prince eine Formel zum Verhältnis zwischen Lehrernähe und Unfug. „Das Potenzial für Blödsinn steht im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur räumlichen Nähe einer Autoritätsfigur.“ Primzahlen haben ebenso Gastauftritte wie die Zahl Pi, und dann löst Homer auch noch das Geheimnis von Fermats letztem Satz.

Eine solch hohe Qualität von mathematischem Humor finde sich so ausgeprägt nicht einmal in der Nerd-Sitcom „Big Bang Theory“, sagt der Mathematik-Professor Volker Kaibel. Der 44-jährige Professor der Uni Magdeburg hat mehrmals Vorträge zu der Mathematik bei den Simpsons gehalten. „Die Simpsons sind ein richtiges Kunstwerk.“

Trotz der versteckten Mathe-Witze sind die Simpsons für Kaibel kein Bildungsfernsehen. „Einen pädagogischen Anspruch verwirklichen die Simpsons-Macher nicht.“ Die gezeigten Mathe-Probleme seien aber teils hochkomplex.

Unklar ist, warum die Simpsons- Macher sich diese für die Handlung unnötige Arbeit antun. Cohen sagt: „Wenn man fürs Fernsehen arbeitet, ist man schnell unzufrieden mit dem, was man tut, weil man zum Niedergang der Gesellschaft beiträgt. Wenn man dann die Gelegenheit hat, das Gesprächsniveau zu heben – und vor allem die Mathematik zu rühmen – gleicht das die Tage aus, an denen man Witze über Körperfunktionen schreiben muss.“

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