Interview : „Das Unbekannte fasziniert mich“

Startbereit: Alexander Gerst
Startbereit: Alexander Gerst

Astronaut Alexander Gerst fliegt als nächster Deutsche ins All

svz.de von
17. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Alexander Gerst (37) ist der nächste Deutsche, der ins All fliegt. 2014 ist es soweit. Im Interview mit Christoph Driessen erzählt er, was ihn antreibt, was er erwartet und wovon er nachts träumt.

Haben Sie manchmal Angst vor Ihrem Flug ins All?

Gerst: Nein.

Und nachts? Hatten Sie schon mal einen Alptraum, wo Sie mutterseelenallein im Weltall trieben?

Ich habe wirklich schon ein paar Mal von meiner Weltraummission geträumt, aber es war nie ein Alptraum

Wissen Sie aus den ganzen Simulationsexperimenten schon, wie sich's anfühlen wird, da oben zu sein?

Nein, das kann man nicht simulieren.

Was erwarten Sie denn?

Viele Kollegen, die schon da waren, haben gesagt: Von hier unten aus nimmt man die Erde immer als riesig wahr, mit unendlichen Ressourcen. Aber wenn man oben ist, sieht man, wie klein dieser Erdball eigentlich ist, wie dünn die Atmosphäre. Die Erde ist unser Raumschiff, und wenn das Raumschiff kaputtgeht, ist es mit uns vorbei.

Was ist denn, wenn's Ihnen da oben doch nicht gefällt?

Es kann natürlich immer anders kommen, als man denkt. Aber aus meiner Vergangenheit weiß ich, dass mich das Unbekannte fasziniert. Zum Beispiel: Als ich das erste Mal in die Antarktis geflogen bin, da wusste ich, dass ich da auf einem 4000 Meter hohen Vulkan bei minus 45 Grad sechs Wochen lang mit einer Crew von drei, vier Leuten leben musste. Ich wusste nicht, ob ich das aushalten würde, ob mir das nicht zu krass ist, zu kalt. Aber als ich dann ankam, war mir sofort sonnenklar: Doch, es ist hundertprozentig mein Ding!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen