zur Navigation springen

TV-Tipp : Das grenzt an Liebe

vom

Er ist ein Stinkstiefel, sie ist eine reizende Witwe: In Rob Reiners Romanze haben auch alternde Babyboomer noch eine Chance auf Glück. Der Film läuft in der TV-Reihe «Premierenkino im Ersten».

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 00:01 Uhr

Blau glitzert das Wasser im Hafen mit den schnittigen Segeljachten, die Sonne scheint. An der Küste von Connecticut steht ein properes, teures Wohnhaus neben dem anderen. Nur einer strahlt hier schlechte Laune aus: Oren Little (Michael Douglas), zu Wohlstand gekommener, verbiesterter Immobilienmakler kurz vor dem Ruhestand.

Der greift sofort zum Farbgewehr, wenn sich ein Hund auf seinem gepflegten Rasen verewigt. Dass aber selbst das Herz eines alternden Scheusals schmelzen und zu Liebe und Familiensinn finden kann, erzählt Erfolgsregisseur und Produzent Rob Reiner («Harry und Sally») in seiner ziemlich leichtfüßigen Rentner-Romanze «Das grenzt an Liebe». Das Erste zeigt den Film am Montag um 22.45 Uhr.

Es ist ein langer Weg zu Läuterung und spätem Glück: Von seinem Sohn, der sich ihm längst entfremdet hat, erfährt der Witwer, dass er Großvater einer Zehnjährigen (Sterling Jerins) ist. Für sie hat er von nun an zu sorgen, da der Sohn wegen Drogenproblemen ins Gefängnis muss. Wie gut, dass der emotional natürlich völlig überforderte Makler schon bald Unterstützung von seiner gut aussehenden, aber im Herzen traurigen Nachbarin erhält - der ebenfalls verwitweten Clubsängerin Leah (Diane Keaton), die sich einfühlsam um das Kind kümmert. Es ist eine Zuwendung, die ihren Effekt sogar auf den selbstgefälligen Oldie mit der frechen Klappe nicht verfehlt.

Wem die Story, die auch ein wenig an den rührenden, mehrfach verfilmten Romanklassiker «Der kleine Lord» erinnert, bekannt vorkommt: Autor ist Mark Andrus, der im Kinohit «Besser geht's nicht» bereits Jack Nicholson vom Lebens- und Liebesmuffel zum edleren Menschen machte. Und für Nicholson, das schillernde Ekel vom Dienst, wäre dieser Oren tatsächlich eine typische Rolle gewesen. Doch auch Douglas überzeugt hier mit einer guten Portion Alterscharme. Keaton wiederum, ebenfalls Oscar-Preisträgerin und langjähriger Hollywood-Topstar («Der Stadtneurotiker»), gefällt mit weiblich-warmer Note in ihrem Part. Und mit ihrer überraschend angenehmen Singstimme.

Die sympathischen Hauptdarsteller - beide erstmals gemeinsam vor der Kamera - sind es denn auch, die den amüsanten, aber recht vorhersehbar und routiniert daherkommenden Film sehenswert machen. Reiner will wohl vor allem die alternde Babyboomer-Generation ansprechen und ihr Mut machen. «Hier haben Sie zwei Menschen, die noch lebendig, noch attraktiv, noch sexuelle Wesen sind», sagte der Filmemacher in einem Interview, «es gibt eine Menge Babyboomer, die nicht in einer Beziehung leben, aber noch nicht aufgesteckt haben. Viele von ihnen warten auf die eine große Romanze.»

Mehr zum Film

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen