Fluchtroute : Daniel Speck: «Das Mittelmeer war immer eine Brücke»

Der Bestseller-Autor Daniel Speck im Hotel Majestic, wo sein neuer Roman «Piccola Sicilia» spielt.
Der Bestseller-Autor Daniel Speck im Hotel Majestic, wo sein neuer Roman «Piccola Sicilia» spielt.

Der Bestseller-Autor hat sich Gedanken über das Meer zwischen Europa und Nordafrika gemacht. «Was wir heute erleben, wird immer Krise genannt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Tunis. «Aber wenn man die Geschichte kennt, dann ist das eigentlich Normalität.»

svz.de von
05. Oktober 2018, 14:43 Uhr

Der Bestseller-Autor Daniel Speck («Bella Germania») hält die aktuelle Diskussion über die Migration von Nordafrika nach Europa für zu verkürzt. «Das Mittelmeer war immer eine Brücke», sagte Speck am Donnerstag nach einer Lesung aus seinem neuen Buch «Piccola Sicilia» der Deutschen Presse-Agentur in Tunis.

Früher seien viele Menschen in der anderen Richtung von Italien nach Tunesien ausgewandert, dann habe es im Zweiten Weltkrieg eine große Migration von Juden nach Palästina gegeben - auch illegal über das Mittelmeer. «Was wir heute erleben, wird immer Krise genannt», sagte Speck. «Aber wenn man die Geschichte kennt, dann ist das eigentlich Normalität.»

In seinem neuen Roman «Piccola Sicilia» erzählt der in München lebende Autor eine Familiengeschichte im Tunis des Jahres 1942, als deutsche Soldaten in die Idylle der nordafrikanischen Stadt eindringen und das friedliche Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen durcheinander bringen.

«Ich wollte Facetten beleuchten, die im aktuellen Diskurs untergehen», sagte Speck, der selbst tunesische Wurzeln hat. «Das Tunesien, das ich kennengelernt habe, das hat mit diesen Themen wie Migration und Terrorismus nichts zu tun gehabt.»

«Piccola Sicilia» ist Ende September im Verlag S. Fischer erschienen.

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