TV-Tipp : Comeback oder weg?

Schauspielerin Ann-Sophie Briest (hier mit Tochter Faye Montana) hatte in den 90er Jahren mit Fernsehproduktionen wie «Natalie - Endstation Babystrich» Erfolg.
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Schauspielerin Ann-Sophie Briest (hier mit Tochter Faye Montana) hatte in den 90er Jahren mit Fernsehproduktionen wie «Natalie - Endstation Babystrich» Erfolg.

Gleitschuhe, Camcorder, der «Bravo»-Starschnitt oder der «Flowbee» - ihre Zeit ist längst vorbei. Aber RTL gibt den Trendsettern von anno dazumal eine neue Basis in der Show «Comeback oder weg?»

svz.de von
03. September 2017, 00:01 Uhr

Was ist das für ein komisches Ding, das da aus dem Karton quillt? «Eine Schlange!», ruft die zwölfjährige Sienna Amelie. Nicht ganz, das Ungetüm sieht nur ein wenig danach aus.

Es ist ein «Flowbee». Ein «Flowbee»? Ja, ein Relikt der achtziger Jahre. Ein Haarschneidegerät mit scharfen Klingen, das gleichzeitig die abgeschnittenen Haare in einen Staubsauger versenkt. Das Produkt dürfte sich nicht lange auf dem Markt gehalten haben - bei RTL kommt es aber noch einmal gut 30 Jahre später zum Vorschein.

In der neuen Show «Comeback oder weg?», die an diesem Sonntag (19.05 Uhr) startet, sollen Kinder von Prominenten beurteilen, ob sie Gegenstände, die einst in die Welt ihrer Eltern gehörten, heute noch als praktisch empfinden. Der «Flowbee» wirft jedoch mehr Fragen auf, als er Lösungen für die Frisur bringt. Sienna Amelie Bach kommt schließlich zum Schluss: «Eine Schreddermaschine».

Für Verona Pooths 13-jährigen Sohn San Diego ist der Fall auf den ersten Blick klar: «Damit werden Schafe geschoren». Gar nicht so schlecht vermutet, denn «dieses Haarschneidegerät eignet sich auch sehr gut für Haustiere, wie Hunde und Katzen, mit langem Fellhaar», lautete die Eigenwerbung des Herstellers.

Gerätschaften aus fernen Zeiten haben es vor allem heute schwer, wenn die digitale Konkurrenz sie längst verdrängt hat. Lustig: Allen Kindern ist die Jugendzeitschrift «Bravo» ein Begriff - aber nicht mehr der Starschnitt. Das Konzept: Wer sich ein lebensgroßes Poster seines Lieblingsschauspielers oder -sängers ins Zimmer hängen wollte, musste mehrere Ausgaben hintereinander kaufen, um aus den Einzelteilen das große Ganze zusammenzufügen. «Ich wusste gar nicht, dass es früher die «Bravo» gab», wundert sich die 13-jährige Faye Montana, Tochter von Schauspielerin Anne-Sophie Briest.

Patrick Bachs Tochter Sienna Amelie staunt, als sie aus alten «Bravo»-Heften von 1988 ihren Vater zusammenpuzzelt, beschwert sich aber: «Da muss ich 20 Stück kaufen, um ein großes Poster aufzuhängen? Hobbylos!» Und dann pro Stück zwei Mark, ergänzt ihr Vater - «das war eine Menge Geld, das man für mich ausgeben musste!» Spaßmacher Hugo Egon Balder erklärt seinen Kindern Canel (15) und Saliha (16), er habe einen Starschnitt von Rex Gildo in seinem Zimmer gehabt. «Wer ist das??», fragt Sohn Canel. «Kennst Du nicht», erspart sich Balder lange Erklärungen.

Den heiteren Parforceritt durch die «crazy 70er, die fetzigen 80er und die schrillen 90er Jahre» nennt RTL die Tour durch den Konsum vergangener Jahrzehnte. Der Sender gibt prominenten Zeitgenossen wie Balder, Pooth, Kunze, Briest, Bach oder auch dem Schauspieler Silvan-Pierre Leirich aus der sendereigenen Soap «Alles was zählt» Gelegenheit, schon mal die nächste Generation ein wenig ins Rampenlicht zu rücken - als möglichen Eignungstest für spätere Aufgaben.

Besonders Verona Pooths Sohnemann fällt auf - er hat bereits dasselbe Mundwerk, das seine Mutter so bekannt gemacht hat. «Es ist spannend zu wissen, wie meine Mutter früher gelernt hat, denn sie ist ein bisschen verrückter als normale Mütter», tönt der Junior in die Kamera.

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