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Schauspielerin : Claudia Michelsen: «Die Sehnsucht bleibt»

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Das TV-Drama «Götter in Weiß» behandelt das sehr aktuelle Thema «Keime im Krankenhaus» - und erzählt von einer mutigen Ärztin.

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 12:30 Uhr

Claudia Michelsen (48) ist durch unzählige TV-Filme einem breiten Publikum bekannt geworden. Dazu zählt auch ihre Rolle als Leiterin einer Tanzschule in «Ku'damm 56» (ZDF), der demnächst mit einem weiteren Dreiteiler fortgesetzt wird.

Bereits am Mittwoch (20.15 Uhr) zeigt das Erste das TV-Drama «Götter in Weiß». Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht sie über Missstände in Krankenhäusern, ihre Rolle in «Götter in Weiß» und darüber, wie sie sich auf solche Aufgaben vorbereitet.

Frage: Der Film behandelt ein sehr aktuelles und spannendes Thema.

Antwort: Ja, offiziell sterben bis zu 16 000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an Krankenhauskeimen, das sind vollkommen unhaltbare Zustände. Das ist nicht tragbar und nicht akzeptabel. Wir haben es hier mit Missständen zu tun, die verhindert werden könnten, da wir mit unserem Gesundheitswesen in keinem Notstand sein müssten. Aber hier gehört vieles überdacht und reformiert. Schauen wir zum Beispiel nach Dänemark.

Frage: Haben Sie die Figur der Ärztin, die Sie spielen, vorher angelegt?

Antwort: Ich kann meist gar nicht sagen, ob und wie ich eine Figur «anlege». In erster Linie bin ich natürlich abhängig vom Buch und den Figuren. Abhängig bin ich auch von der Neugier und Offenheit der Regie. Und so entstehen Figuren ja nicht ausschließlich nur durch mich allein. Zu dieser Figur kann ich vielleicht sagen, dass wir hier eine nicht im klassischen Sinne laute Heldin haben, sondern eine sehr leise und unprätentiöse Frau, die trotzdem aufrichtig ihren Weg geht.

Frage: Am Ende des Filmes wirkt sie so, als sei sie mit sich im Reinen.

Antwort: Ja, man könnte sagen, sie hat wieder zu sich gefunden, zu ihren Idealen auch. Und vorher hat sie sich verloren, in Ehe, Arbeit, im Muttersein. Sie hat nicht bemerkt, in was für einem Lügenkonstrukt sie sich bewegt. Vielleicht spielte auch Verdrängen eine Rolle.

Frage: Spielen Sie aktuell irgendwo am Theater?

Antwort: Nein, leider nicht. Es gibt immer mal wieder dahingehende Überlegungen. Wir werden sehen - die Sehnsucht bleibt.

ZUR PERSON: Claudia Michelsen (48) wurde am 4. Februar 1969 in Dresden geboren. Seit 1989 hat sie unzählige Filme fürs Kino und Fernsehen gedreht - einige ihrer ersten großen Erfolge waren «Todesspiel» (1997) von Heinrich Breloer und «Der Tunnel» (2001) von Roland Suso Richter. Erwähnt seien außerdem die Filme «Männertreu» (2014) und «Der gleiche Himmel» (2017). Seit 2013 ist sie als Hauptkommissarin Doreen Brasch im «Polizeiruf 110» aus Magdeburg zu sehen. Claudia Michelsen lebt in Berlin.

Website Claudia Michelsen

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