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Salman Rushdie wird 70 : Champion der Meinungsfreiheit

vom
Aus der Onlineredaktion

Jahrzehntelang musste Salman Rushdie sich nach den Todesdrohungen verstecken – heute wird er 70

Am Valentinstag 1989 hört Salman Rushdie, dass der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini ein Todesurteil gegen ihn verhängt habe. Der Schriftsteller hatte sich über ihn in den angeblich gotteslästerlichen „Satanischen Versen“ lustig gemacht; die indische Regierung verbot den Roman bereits neun Tage nach Erscheinen. Doch keiner seiner britischen Schriftstel-lerfreunde nimmt die Drohung ernst.

Aber Khomeinis „Fatwas“ sind keine leeren Drohungen. Rushdie taucht mit seiner Familie ab. Das nächste Jahrzehnt verbringt er unter Polizeischutz: Sobald wieder ein versuchter Anschlag gegen ihn aufgedeckt wird, wechselt er sein Versteck.

Rushdie ist am Boden zerstört. Er bekräftigt Weihnachten 1990 seinen muslimischen Glauben und distanziert sich von seinem eigenen Buch. Doch das hilft nichts: In den darauffolgenden Jahren werden mehrere Übersetzer und Verleger seines Buchs schwer verletzt oder umgebracht.

Heute kommt er ohne Leibwächter aus. Seinen heutigen 70. Geburtstag hat Rushdie bereits bei einem Abendessen mit Literaten vorgefeiert. Zwar hat die Queen den Champion der Meinungsfreiheit zum Ritter geschlagen und er hat unzählige Preise eingeheimst, doch einer fehlt noch: der Nobelpreis. „Ich denke, man kann nur in einer freien Gesellschaft leben“, sagte er einmal der BBC, „wenn man das Gefühl hat, man darf Dinge aussprechen.“

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