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Tokio-Hotel-Sänger im Imagewandel : Bill ist jetzt Billy

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bill Kaulitz, Frontsänger von Tokio Hotel, will solo durchstarten – und setzt dabei auf einen Image-Wechsel

An den Wänden hängt er, der neue Billy. Halb nackt, tätowiert. Mal im Bett mit einer leicht bekleideten Frau, lasziv posierend. Meistens jedoch allein. Billy umgibt einen an diesem Abend überall. „Es ging darum, meine Träume zu erfüllen“, sagt der 26-Jährige. Es ist ein Imagewechsel, wieder einmal. Ein einstiger Teenieschwarm erfindet sich neu. Billy, den kannte man bisher als Bill Kaulitz, das Gesicht von Tokio Hotel. Frontsänger, androgynes Image, spektakuläre Frisuren. Die Haare trägt er inzwischen blond, sie hängen ihm wild verstrubbelt in die Augen. Von seinem Zwilling Tom hat er sich losgesagt – zumindest für ein neues Vorhaben, das er als „Multimedia-Hybrid-Kunstprojekt“ bezeichnet.

Bill will es solo wissen, als Billy. Sein schwarz-weißer Kurzfilm, der zeitgleich auch das Video zur ersten Single „Love don’t break me“ ist, läuft in Dauerschleife im Keller einer Berliner Galerie, wo der 26-Jährige sein Projekt präsentiert. Zu Film und Musik gehört ein gleichnamiger Fotoband, darin fast ausschließlich Bilder von ihm. Es ist eine kunstvolle „Ich“-Inszenierung. Er wolle einfach Dinge machen, die ihm Spaß machen, sagt Billy. „Neben der Musik gehört Mode und Kunst dazu.“ Verkaufszahlen seien ihm nicht so wichtig. Auch deshalb habe er sich diesmal nicht für ein großes Label entschieden.

Das Interesse an dem jungen Mann mit den weißblonden Haaren hat trotz Imagewandels kaum abgenommen. Er schart Hipster um sich, Freunde und Fotografen. Auch Billy kann Fans mit seinem neuen Ich begeistern. Stundenlang stehen rund 50 Mädchen vor der Galerie und drücken sich die Nasen an den großen Fensterscheiben platt. Von der Hysterie um Tokio Hotel, die 2005 mit ihrem Debütalbum „Schrei“ den Durchbruch schafften und als eine der kommerziell erfolgreichsten deutschen Bands der letzten Jahre gelten, ist das alles aber weit entfernt. 2010 waren Bill und sein Bruder Tom vor dem Rummel geflohen, leben seitdem in Los Angeles. Inzwischen hätten sie eine gute Balance gefunden, erzählt Billy. „Wenn wir noch einmal nach Deutschland ziehen würden, dann nach Berlin. Ich könnte mir hier eine Zweitwohnung vorstellen.“ Tokio Hotel will der neue Billy trotz aller Solo-Ideen nicht aufgeben. Gerade sei er mit der Band im Studio, sie nähmen ein neues Album auf, erzählt er. Ende des Jahres soll es erscheinen, 2017 ist eine gemeinsame Tour geplant. Was dann aus Billy, dem neuen Ich wird, soll sich zeigen.

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erstellt am 05.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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