zur Navigation springen

Australierin in USA getötet : Bestürzung nach Todesschüssen: Polizeichefin tritt zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Fall der getöten Australierin sorgt weiter für Bestürzung und löst Debatte über Gewalt aus

Als Reaktion auf den Tod einer Australierin durch Polizeischüsse in Minneapolis tritt die Polizeichefin der US-Stadt zurück. Der Vorfall hatte im Heimatland des Opfers große Bestürzung ausgelöst und in den USA die andauernde Debatte über Polizeigewalt neu angefacht.

Die 40-jährige, in den USA lebende Australierin war vor einer Woche aus dem Fenster eines Polizeiwagens heraus von tödlichen Schüssen getroffen worden. Sie hatte zuvor angeblich selbst die Polizei gerufen, um einen Vorfall in ihrer Nachbarschaft zu melden. Die Frau sei unbewaffnet gewesen, doch zahlreiche Details zum Tathergang bleiben weiter unklar. Der Polizeischütze verweigert weiter die Aussage. Am Körper getragene Videokameras, die der Polizist und sein Partner tragen mussten, und die eigentlich deren Arbeit aufzeichnen sollten, waren abgeschaltet.

Für die Polizeichefin Minneapolis hat der Vorfall weitreichende Konsequenzen: Janee Harteau schreibt in einer auf der Facebook-Seite der Polizei veröffentlichten Mitteilung, dass diese Tragödie sowie weitere Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit sie zum Rücktritt bewegt hätten. Bürgermeisterin Betsy Hodges hatte als Reaktion auf Proteste gefordert, dass Harteau ihren Sessel räumen solle. Sie habe das Vertrauen in die Polizeichefin verloren. „Und es ist klar, dass sie auch das Vertrauen der Bürger von Minneapolis verloren hat.“

Die Todesschüsse auf die Australierin werfen Fragen über das Vorgehen der Polizei in Minneapolis auf – und das nicht zum ersten Mal. 2015 gab es wochenlange Proteste, nachdem Polizisten Jamar Clark, einen unbewaffneten Afroamerikaner, erschossen hatten. Die tödlichen Schüsse auf den afroamerikanischen Schüler Michael Brown in Ferguson im US-Staat Missouri 2014 und viele andere, von Polizisten verursachte Todesfälle sind in den USA ein Dauerthema. Eine landesweite, vollständige und offizielle Statistik gibt es nicht. Die „Washington Post“ zählte 2017 bereits 554 Tote durch Polizeigewalt. Darunter seien – gemessen am Bevölkerungsanteil – überdurchschnittlich viele Schwarze.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen