Hannes Jaenicke profiliert sich als Umweltaktivist : Bedrohte Tiere besser schützen

Hannes Jaenicke besucht den Orca-Clan an der Westküste der USAzdf
Hannes Jaenicke besucht den Orca-Clan an der Westküste der USAzdf

Neue ZDF-Dokumentation zeigt den „Einsatz für Delfine“

svz.de von
01. August 2016, 08:00 Uhr

Der Schauspieler verfügt über ein vielseitiges Repertoire. In weit über 100 Filmen hat Hannes Jaenicke bisher mitgespielt – vom Agenten im Steven-Seagal-Thriller „Halbtot“ bis zum Arzt in der TV-Serie „Post Mortem“.

Auch in der Rolle als Tierschützer gewann er einen großen Fankreis. In seinen TV-Dokumentationen setzt sich Jaenicke seit 2008 für den Schutz bedrohter Tiere ein. Nach Gorillas, Haien, Elefanten und Löwen macht sich der Schauspieler nun für faszinierende Meeresbewohner stark. Die Dokumentation „Im Einsatz für Delfine“ zeigt das ZDF morgen am 22.15 Uhr.

Delfine besitzen erstaunliche Fähigkeiten. Sie haben komplexe Verhaltensweisen, ein ausgeprägtes Sozialleben sowie verblüffende Intelligenz. Seit 50 Millionen Jahren leben Delfine auf dem Planeten. Sie sind die größte Familie der Wale. Einige Arten sind akut vom Aussterben bedroht.

Die Dokumentation startet am Roten Meer bei Hurghada. Hier arbeitet die Schweizer Biologin Angela Ziltener als einzige Forscherin weltweit unter Wasser. Ihre Erkenntnisse sammelt sie beim Tauchen mit wild lebenden Delfinen. Das ist etwas Besonderes, denn bislang stammt das meiste Wissen über Delfine aus Forschungsarbeiten in Aquarien.

Doch kann man daraus wirklich Rückschlüsse auf ein natürliches Verhalten ziehen? Kann man Delfine überhaupt artgerecht in Gefangenschaft halten? Mit diesen Fragen wendet sich der Schauspieler an den Leiter des Nürnberger Tiergartens.

Weiter geht die Reise nach Norden, zu den Orcas, die auch zur Familie der Delfine gehören. Der weltweit am besten erforschte Orca-Clan lebt vor der West-Küste der USA an der Grenze zu Kanada. Jaenicke trifft den Orca-Spezialisten Ken Balcomb, der den Clan seit über vier Jahrzehnten erforscht.

Mit großer Zufriedenheit beobachtet Balcomb die kritische Diskussion um die weltweit betriebenen Orca-Shows. Die jahrelange Arbeit von Wissenschaftlern und Tierschützern hat dazu geführt, dass der US-Konzern SeaWorld sich jetzt aktuell dazu verpflichtet, keine Orcas mehr in Gefangenschaft zu züchten. Hannes Jaenicke ist stolz darauf, einen gewissen Ruf als Tierfreund und Umweltaktivist zu besitzen. Der Schauspieler, 1960 in Frankfurt /Main geboren, studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und danach an der London School of Modern Art. Die ersten Berufsjahre spielte er Theater. 1984 holte ihn Carl Schenkel für den Thriller „Abwärts“ zum ersten Mal vor die Filmkamera. Jaenicke kam bei Publikum glänzend an und etablierte sich als TV- und Kinostar.

Schon lange störte es ihn, wie langsam es beim Naturschutz vorangeht. „Eigentlich wissen wir doch schon seit den 70er Jahren über die gravierenden Folgen der Umweltzerstörung Bescheid“, betonte er in einem ZDF-Interview. „Trotzdem wird weitgehend tatenlos zugeschaut, wie Tierarten verschwinden und Habitate zerstört werden. Keiner stoppt das. Das fängt bei der Vernichtung des Regenwaldes und der Verschmutzung der Meere an. Australien hat den Abschuss aller weißen Haie über drei Meter Länge freigegeben. Und wir gucken zu, wie in der Ostsee die letzten Schweinswale sterben. Einfach traurig.“

Jeder hierzulande sollte sich für ein striktes Zirkusverbot von Raubkatzen, Elefanten, Seehunden und anderen Tierarten einsetzen, die nicht zu den Haus-Tierarten gehören, unterstreicht der Mime. „Wilde Tiere zu kommerziellen Zwecken abzurichten, ist Tierquälerei.“ Er geht sogar so weit, den Boykott der Delfinarien zu fordern. In Bezug auf die Zoos möchte er sich aber nicht festlegen: „Sie sind eine hervorragende Erziehungseinrichtung. Durch die Besuche kann schon bei Kindern die Begeisterung für Tiere und Natur geweckt werden. So war das bei mir auch. Es war früher das Größte für mich, mit meinem Opa in den Frankfurter Zoo zu gehen. Wenn die Tiere artgerecht gehalten werden können, finde ich Zoos akzeptabel.“

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