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Schwäbischer Single : Bauer sucht Frau – per Plakat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Frau finden ist schwer, besonders für Landwirte: Roland Geiger probiert deshalb etwas Ungewöhnliches

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 00:00 Uhr

Roland Geiger hat einen Hof, 20 Hektar Land und eine Handvoll Trecker. Nur eines hat er nicht: eine Frau. Roland Geiger ist Landwirt, 56 Jahre alt und verzweifelt. „Ohne Frau geht es nicht“, sagt er. „So kann ich den Betrieb auf Dauer nicht mehr führen.“ Und weil Einsamkeit erfinderisch macht, hat er sich etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. An seiner Hauswand prangt ein handgeschriebenes Plakat. Die Aufschrift: „Bauer ohne Viehhaltung sucht Frau.“ Darunter steht Geigers Handynummer.

„Fußgänger oder Fremde habe ich schon lachen hören, wenn sie daran vorbeigekommen sind“, erzählt der 56-Jährige, der in der schwäbischen Kleinstadt Freiberg am Neckar wohnt. Einen Scherz erlaubt er sich damit aber keineswegs. „Es ist ja allgemein bekannt, dass Landwirte Probleme haben, eine Frau zu finden“, sagt er. „Sie denken, sie müssen bloß arbeiten und haben nichts mehr vom Leben.“

In Deutschland sind nach Daten der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau fast 27 Prozent der Landwirte Single. In die Statistik fallen auch Jungbauern und Witwer.

Bauer Geiger, der eine relativ altmodische Sicht vom Zusammenleben hat, fügte auf das Plakat als kleinen Trumpf den Zusatz „ohne Viehhaltung“ ein. „Dann kann die Frau nicht mehr sagen, sie muss jeden Tag in den Stall.“

Geiger baut Mais, Getreide und Zuckerrüben an. In der Kleinstadt kommt seine Eigeninitiative gut an. „Die Idee ist gut“, sagt die Mitarbeiterin des örtlichen Imbisses. Sie hoffe, dass der Landwirt so auch tatsächlich die Liebe finde. Ob sie selbst bei ihm anrufen würde? „Eher nicht.“

Vor der Plakat-Aktion hatte der einsame Bauer auch schon viel Pech in der Liebe, wie er sagt. Weder teure Partnervermittlungen noch Kontaktanzeigen bescherten ihm eine Frau. Als er schließlich noch auf eine Heiratsschwindlerin reinfiel, traf ihn das schwer. „Das hier ist mein letzter Strohhalm“, sagt er über das Plakat. Vor allem die Hilfe auf dem Hof brauche er dringend. Seine Mutter ist pflegebedürftig und sein Vater seit Jahren tot.

Dass der Beruf generell abschreckend auf Frauen wirke, will man beim Deutschen Bauernverband so nicht stehen lassen. „Es gibt auch andere Berufe, bei denen die Arbeitszeiten schwierig sind“, so Michael Lohse, Verbandssprecher. Single-Haushalte bei Bauern seien eher seltener als in der Stadt – und die Familie packe auf dem Hof mit an. Er warnt jedoch: „Man soll Familienmitglieder nicht ausbeuten.“

Bei der Eigeninitiative von Geiger ist es verwunderlich, dass er sein Glück noch nicht bei dem TV-Format „Bauer sucht Frau“ versucht hat. „Das ist doch nicht realistisch“, sagt er. Seine künftige Beziehung soll etwas Ernstes sein. Allzu wählerisch sei er nicht. „Da würde man alles nehmen, was sich anbietet“, beteuert Geiger. „Nur übergewichtig soll sie nicht sein.“

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