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Leute : Barbra Streisand: Tablette gegen Lampenfieber

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom „Mädchen aus Brooklyn“ zum Weltstar: Barbra Streisand wird heute 75 und feiert mit neuen Projekten

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2017 | 08:00 Uhr

  Mehr als 140 Millionen verkaufte Alben, Auszeichnungen wie Oscars, Emmys und Golden Globes und unzählige Fans auf der ganzen Welt - aber Barbra Streisand sieht sich selbst immer noch als das „Mädchen aus Brooklyn“. „Ich habe zwei Seiten“, erzählte sie einmal der TV-Moderatorin Oprah Winfrey. „Zum Beispiel habe ich kein Problem damit, große Summen Geld wohltätigen Zwecken zu spenden, aber der Brooklyn-Teil in mir fragt immer noch: „Kostet diese Fliese wirklich 10,95 Dollar?“

Seit mehr als einem halben Jahrhundert feiert die im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Streisand Erfolge, heute  wird sie 75 Jahre alt –  aber sie arbeitet weiter wie eh und je: Gleich zwei neue Alben hat sie gerade veröffentlicht, eines mit Broadway-Songs, eines mit Duetten, ab 2020 will sie eine neue Kulturhalle am World Trade Center leiten, und sie hat gerade erst wieder zwei Konzerte für Anfang Mai angekündigt. Dabei sind Bühnenauftritte alles andere als ihre Leidenschaft.

Jahrzehntelang litt Streisand unter Lampenfieber, „dass es mir fast den Magen umgedreht hat.“ Ein Grund, dass sie inzwischen auftreten kann,  sei, dass es eine Tablette gegen Lampenfieber gibt. „Ich wünschte, davon hätte mir jemand schon vor Jahren erzählt.“ Auch sonst lebt Streisand nicht gerne das Leben, das man sich von einem Weltstar vielleicht vorstellen würde. Rote Teppiche meidet sie („Warum sollte ich vor einer Werbetafel posieren? Ich werde nicht gerne fotografiert“), ebenso Interviews so weit es geht.

Trotzdem äußert sie sich immer wieder zu aktuellen Themen, vor allem über ihre Webseite und via Twitter. In jüngster Zeit schießt Streisand, die immer offen die Demokraten und deren Kandidatin Hillary Clinton unterstützt hat, hauptsächlich gegen US-Präsident Donald Trump. „Ich kann keinen rassistischen, fremdenfeindlichen Sexisten respektieren, der uns mit seinem Verhalten alle gefährdet.“

Die Karriere der 1942 geborenen Streisand begann in den 60er-Jahren in Nachtclubs und Broadway-Revuen. In ärmlichen jüdisch-orthodoxen Verhältnissen im New Yorker Bezirk Brooklyn aufgewachsen, träumte sie schon früh von einer Schauspielkarriere. „Ich nahm Schauspielunterricht, seit ich 14 war, habe mit 15 die Medea gespielt und wollte wirklich eine klassische Schauspielerin werden“, sagte sie einmal. „Weil ich als das Kind vom Straßenblock mit der guten Stimme bekannt war, habe ich mich bei einem Talentwettbewerb beworben. Ich dachte, so kann ich mir ein paar Mahlzeiten leisten, bevor ich Shakespeare oder Ibsen spiele.“ Das klappte - und noch viel mehr. Bei einem Nachtclub-Auftritt trifft Streisand das Songschreiber-Duo Alan und Marilyn Bergman, die ihr jahrzehntelang Hits  schreiben werden. Aber auch auf der Bühne und in Film und Fernsehen feierte das Multitalent Streisand schließlich Erfolge.

 Gleich für ihren ersten großen Hollywood-Film „Funny Girl“ (1968) gewann sie einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Ihre TV-Shows „My Name is Barbra“ und „Color Me Barbra“ gingen um die Welt und erzielten Rekordeinnahmen. Filme wie „So wie wir waren“, „Hello Dolly“, „Nuts“, „Is was, Doc?“ und „Yentl“ wurden ebenfalls zu Klassikern.

Ihr Lieblings-Filmpartner sei Robert Redford gewesen, sagt Streisand. „Wir wussten nie genau, was der andere machen würde, haben uns genau beobachtet und waren aneinander interessiert, und ich glaube, die Zuschauer haben das gemerkt.“ Streisand wird zum Weltstar mit Wiedererkennungswert - wegen ihrer unvergleichlichen Stimme.

Am liebsten ist sie zu Hause, in dem aufwendig eingerichteten Anwesen an der Küste Kaliforniens, das sie mit ihrem zweiten Ehemann, dem Schauspieler James Brolin, teilt. Aus ihrer ersten Ehe stammt Sohn Jason. Mühelos könne sie Tage mit Zeitunglesen und der Dekoration ihres Anwesens verbringen, erzählt sie in Interviews. Überhaupt gehe nichts über einen Kaffee im Bett.

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