Revolverheld : „Alle wussten es besser“

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Die Band Revolverheld setzt erfolgreiche Tournee fort / Am Mittwoch spielen die Hamburger in Rostock

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27. November 2014, 12:00 Uhr

Für die Band Revolverheld aus Hamburg war 2014 ein Rekordjahr. Die vier Deutschrocker heimsten für ihr aktuelles Studioalbum Platin ein, gewannen den Bundesvision Songcontest und spielten bereits im Frühjahr eine ausverkaufte Tournee, die nun fortgesetzt wird. Am kommenden Mittwoch, 3.12., spielen Revolverheld in Rostock in der OSPA Arena. Im Gepäck hat die Band ihr brandneues Live-Album „Immer in Bewegung“. Olaf Neumann sprach darüber mit Bandgründer, Gitarrist und Songschreiber Niels Grötsch.



Mit Ihrer Band Revolverheld eilen Sie von einem Erfolg zum nächsten. Nehmen Sie sich die Zeit, das Glück zu genießen?
Niels Grötsch: Ich versuche, alles bewusst wahrzunehmen. Wenn in einem Jahr wie dem jetzigen so viel passiert und alles so gut funktioniert, verliert man manchmal ein bisschen den Überblick, weil vieles an einem vorbeirauscht. Aber natürlich ist ein ausverkauftes Konzert etwas Besonderes. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen wir zusammen mit anderen Bands vor null zahlenden Gästen spielten. Wir versprachen uns dann immer gegenseitig, uns die jeweils andere Band anzugucken, damit da wenigstens irgendwer vor der Bühne steht.


Wie haben Sie sich damals motiviert, weiterzumachen?
Wir hatten immer Spaß am Musikmachen. Auch wenn keiner da ist, kann man ja trotzdem für sich selbst spielen. Wir haben uns unser Publikum mit der Zeit erspielt und hatten das Glück, dass die Leute interessiert, was wir tun.


Es gibt das Klischee, jeder Musiker trage eine Prise Selbstzerstörung in sich. Ist da etwas dran?
Jeder Mensch hat verschiedene Facetten. Natürlich gibt es auch in unserer Band Typen, die extrem in die eine oder die andere Richtung gehen, deshalb existieren von uns auch so unterschiedliche Songs.


Sie wirken sehr locker und gelassen. Ist das Ihr Normalzustand?
Ja, schon. Auch wenn mein Job anstrengend ist, genieße ich die Zeit mit Revolverheld sehr. Es ist ja nicht der Normalzustand, dass unsere Konzerte überall im Voraus ausverkauft sind. Momentan überwiegt bei mir die Euphorie (lacht).


Im Pressetext zum Album „Immer in Bewegung“ heißt es, Revolverheld seien sich stets treu geblieben. Was bedeutet das?
Wir sind immer nach unserem persönlichen Geschmack gegangen. Wenn man als Band die ersten Gespräche mit Platten- oder Managementfirmen führt, dann erklären einem viele Leute von außen, wie man was machen muss. Zum Beispiel wurde uns geraten, einen Gitarristen auszutauschen und noch einen Keyboarder dazuzuholen. Dann werde das schon was. Alle wussten es irgendwie besser. Aber wir selbst haben immer nur das gemacht, worauf wir Lust hatten. Es ist aber gar nicht so einfach, sich nicht reinreden zu lassen.


Wieso nicht?
Man denkt manchmal, man lässt sich eine Chance entgehen, wenn man es jemandem nicht recht macht. Aber wir ließen uns nie beirren und diskutierten lieber untereinander sehr viel und intensiv.



 

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