„In aller Freundschaft“ : Alexa Maria Surholt - die böse Chefin in der TV-Klinik

„Tolle Stimmung“: Alexa Maria Surholt
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„Tolle Stimmung“: Alexa Maria Surholt

Bei „In aller Freundschaft“ spielen viele fürsorgliche Ärzte und Pfleger mit – und ein Gegengewicht: Alexa Maria Surholt

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27. Juni 2016, 21:00 Uhr

Am Anfang der Krankenhaus-Serie „In aller Freundschaft“ stand für Alexa Maria Surholt ein großer Irrtum. „Wir haben alle gesagt: Nach einem Jahr ist das hier vorbei“, erzählt die 48-Jährige. Damit haben sich alle kräftig getäuscht. „In aller Freundschaft“ läuft seit 17 Jahren in der ARD, jede Episode aus der Sachsenklinik findet ein treues Millionenpublikum. Surholt ist seit der ersten Folge dabei – als Verwaltungsdirektorin des Krankenhauses, Sarah Marquardt. „Es macht mir einfach immer noch Spaß“, sagt Surholt. Dabei ist ihre Figur nicht gerade die reinste Sympathieträgerin. Der für die Serie zuständige MDR beschreibt Sarah Marquardt als Verwaltungschefin, „die seit der allerersten Folge der Belegschaft der Sachsenklinik das Leben schwer macht“.

Über die Jahre sei sie so zur beliebtesten „bösen“ Figur im deutschen Fernsehen geworden. Surholt findet genau das reizvoll. „Ich habe keine Schwierigkeiten mit der Figur. Ich liebe sie“, sagt sie. Was Surholt allerdings nicht leiden kann: Wenn Sarah Marquardt als „Zicke“ eingeordnet wird. „Sie steht mit beiden Beinen im Leben, sie hat eine Führungsposition inne, sie ist Mutter – die Zuschreibung der Zicke erscheint mir da geradezu altmodisch. Auch unter feministischen Gesichtspunkten finde ich das nicht gut.“

Dass sie einmal ohne weißen Kittel in der Klinik-Serie landen würde, war nicht geplant. Beim Casting habe sie für die Rolle der ersten Ärztin vorgesprochen, erzählt Surholt. Dann kam der Anruf, ob sie auch die Direktorin geben würde. „Die Figur hat sich sehr schnell als für mich viel spannender rausgestellt“, sagt Surholt. „Wir Schauspieler sagen: Eine Rolle hat Fleisch. Und das ist bei Sarah Marquardt so.“ Zwischen zwei und zwölf Drehtage im Monat kommt sie für „IaF“ nach Leipzig. Dann wohnt sie im Hotel, ihre Familie („Ganz nebenbei bin ich auch noch Ehefrau und Mutter“) lebt in Berlin. Die Stadt Leipzig liebe sie für ihre Lebendigkeit und das große kulturelle Angebot. Aber ein Umzug sei nie infrage gekommen. „Nee, ick bin Berliner“, sagt die gebürtige Fränkin. „Ich kann ja auch nicht überall dorthin ziehen, wo ich mal drehe. Außerdem ist das ein Gesetz der Schauspieler: Man lebt nie da, wo man arbeitet.“

Nach 17 Jahren Sarah Marquardt werde sie häufig mit ihrer Rolle identifiziert. Das störe sie nicht, sagt Surholt. Im Gegenteil: „Ich fände das sehr arrogant zu sagen: Es stört mich. Wenn man damit ein Problem hat, darf man den Beruf nicht machen. Und es ist ja auch ein gewisser Schutz für mein Privatleben, weil es hinter der Rolle im Schatten steht.“ Erkannt werde sie oft. „Ich wundere mich, wo die Leute mich überall erkennen. Letztens erst in Botswana, auf einem Einbaum“, erzählt sie und macht eine Paddelbewegung. Die deutschen Touristen im Nachbarboot seien sehr erfreut gewesen.

Surholt wird nicht müde, das Team von „In aller Freundschaft“ zu loben. „Tolle Kollegen, wunderbare Regisseure, tolle Stimmung“, sagt sie. Einer der traurigsten Momente sei für das Ensemble vor wenigen Monaten der Krebstod von Hendrikje Fitz (Pia Heilmann) gewesen. „Das ist einfach immer noch schlimm.“

Auch nach mehr als 730 Folgen ist laut MDR für „In aller Freundschaft“ kein Ende in Sicht. Ob sie sich vorstellen kann, noch weitere zehn Jahre die Sarah Marquardt zu geben? Alexa Maria Surholt überlegt nicht lange: „Ja, warum nicht? Ich kann mir nicht vorstellen, früher auszusteigen, als dass hier die Segel gestrichen werden.“

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