Rüstige Rentner im Rampenlicht : Sat.1 startet am Sonntag "The Voice Senior"

Hören sich am Sonntag die Gesangskünste älterer Menschen an: Die Jury von 'The Voice Senior', bestehend aus BossHoss, Sasha, Yvonne Catterfeld und Mark Forster.
Hören sich am Sonntag die Gesangskünste älterer Menschen an: Die Jury von "The Voice Senior", bestehend aus BossHoss, Sasha, Yvonne Catterfeld und Mark Forster.

Mit "The Voice Senior" startet der Privatsender Sat.1 ab diesem Sonntag (20.15 Uhr) eine emotionale Musikshow.

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20. Dezember 2018, 11:05 Uhr

Berlin | Die Kandidaten von "The Voice Senior" werden vor den altbekannten "Voice"-Coaches Mark Forster, Yvonne Catterfeld, Sasha und BossHoss auftreten. Dabei beeindrucken nicht nur mit ihren kräftigen Stimmen, sondern auch mit packenden Lebensgeschichten.

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Die Münchner Friseurin Gabriele Treftz (78) musste ihren Musiktraum schon als Jugendliche begraben, weil ihre Mutter und später ihr erster Ehemann für sie einen "richtigen" Beruf vorgesehen hatten. "In den 60er Jahren hatten Frauen ja noch nicht diese Freiheit, die sie heute haben."

Schlagfertige Senioren

Ins "Voice"-Studio nach Berlin kam die 78-Jährige mit Lebenspartner Wolfgang. Mit dem voller Stolz und Eleganz vorgetragenen Knef-Klassiker "Für mich soll's rote Rosen regnen" rührte die charmante Seniorin nicht nur die Coaches, sondern auch das Publikum.

Weitere emotionale Höhepunkte: Fritz Bliesener aus Berlin, der mit 80 Jahren die italienische Arie "O Sole Mio" schmetterte und die Düsseldorfer Chorsängerin Giselle Rommel ("Ich bin zwei Mal sieben Jahre alt"), die mit ihrer Schlagfertigkeit überraschte. Auf die Frage, warum sie keinen Mann zu Hause habe, entgegnete sie mit einem Lachen: "Ich habe schon drei unter die Erde gebracht."

Mit 80 Jahren auf die Showbuehne! Talent Fritz will bei 'The Voice Senior' durchstarten.Foto: SAT.1/Richard Hübner
SAT.1
Mit 80 Jahren auf die Showbuehne! Talent Fritz will bei "The Voice Senior" durchstarten.Foto: SAT.1/Richard Hübner

Die Geschichten und Auftritte der stimmgewaltigen Senioren sorgen aber nicht nur für Gänsehaut, sondern lassen die jüngere Generation auch hoffen. Viele werden vor dem Fernseher wohl denken: "So fit möchte ich in dem Alter auch noch sein."

"Wenn eine 80-Jährige mit großartigem Talent dir erzählt, warum solch ein Auftritt vorher aus den verschiedensten Gründen nicht möglich war, dann entfaltet das eine Kraft, die ich vorher noch nie im Fernsehstudio erlebt habe", sagte der 34-jährige Mark Forster der Deutschen Presse-Agentur.

Keiner will zu Mark Forster

Den Songwriter aus der Pfalz ("Einmal") lässt dabei manch ein Kandidat alt aussehen. Denn in der ersten Runde, den "Blind Auditions", müssen die prominenten Juroren um die Gunst der Best Ager kämpfen, um sie in ihr Team zu locken. Da Chartstürmer Forster eher eine jüngere Zielgruppe anspricht, entschieden sich zunächst zahlreiche Senioren gegen ihn.

Nach "The Voice of Germany" und "The Voice Kids" ist das Seniorenformat der dritte Ableger der Castingshow, mit der ProSieben und Sat.1 seit mehreren Jahren zum Teil sehr gute Quoten einfahren, auch wenn die achte „Voice"-Staffel in der vergangenen Woche eher schwach zu Ende ging.

Die Ü-60-Ausgabe lief bereits in den Niederlanden und Russland erfolgreich und stimmt die Senderfamilie optimistisch. Vor allem die Programmierung der insgesamt vier Folgen in der Weihnachtszeit, in der viele Familien Zeit zusammen verbringen, könnte sich als kluger Schachzug erweisen.

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