Youtuber-Kritik an Boulevardmedien : Rezo schimpft über Journalisten und erhält Entschuldigung

Youtuber Rezo beschwert sich in einem neuen Video über Journalisten.
Youtuber Rezo beschwert sich in einem neuen Video über Journalisten.

Der Journalistenverband entschuldigt sich für eine Stellungsnahme, in der er Rezo für seine Medien-Kritik scharf anging.

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20. August 2019, 18:43 Uhr

Berlin | Die Kritik des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) am jüngsten Video des Youtubers Rezo hat für einige Diskussionen gesorgt. DJV-Vorsitzender Frank Überall entschuldigte sich am Mittwoch bei Rezo. "Da habe ich mich mit meiner zugespitzten Kritik vergaloppiert, sorry. Deine Medienkritik war mir persönlich in Teilen zu heftig, grundsätzlich wirfst Du aber auch viele wichtige Fragen auf. Vielleicht unterhalten wir uns darüber mal? Würde mich freuen", schrieb Überall auf Twitter.


Rezo reagierte umgehend: "Update: Der Vorsitzende hat sich entschuldigt, und damit ist diese Sache für mich erledigt. Da sollte jetzt auch niemand respektlos nachtreten."


Die Reaktion habe ihn gefreut, sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur. "Ich breche mir auch keinen Zacken aus der Krone, mich zu entschuldigen."

Von Ausmaß der Kritik überrascht

Rezo hatte als Gast beim Youtube-Kanal "Space Frogs" seinem Ärger über Zeitungen Luft gemacht. Der DJV hatte seine Äußerungen am Dienstag kritisiert, die entsprechende Pressemitteilung kurz darauf aber überraschend zurückgezogen. Die DJV-Kritik provozierte nicht zuletzt in den sozialen Medien Widerspruch. "Das hat in der Tat Diskussionen ausgelöst", sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner am Mittwoch. Mit dem Ausmaß der Kritik habe der Verband nicht gerechnet.

"Die Reaktionen sind alles andere als nett." DJV-Sprecher Hendrik Zörner


Auch intern werde das Thema diskutiert, sagte Zörner, nicht zuletzt darüber, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. "Dazu gehört, Themen sorgfältiger zu gewichten und sorgfältiger abzuwägen, ob wir uns äußern oder nicht", so der DJV-Sprecher. Es werde aber nicht die Konsequenz haben, künftig eine größere Gruppe von Menschen in das Verfassen von Pressemitteilungen einzubeziehen.

Was Rezo in dem Video gesagt hat

Der DJV hatte das Zurückziehen der Pressemitteilung zu Rezo damit begründet, innerhalb des Verbandes gebe es unterschiedliche Einschätzungen dazu. DJV-Vorsitzender Überall hatte erklärt, er halte die "pauschale Diffamierung", dass Printmedien von gestern seien, nach wie vor für problematisch. Aber nicht alle im DJV hätten die Kritik Rezos als pauschale Diffamierung wahrgenommen.

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Rezo hatte in dem Video zum Beispiel gesagt: "Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter."


Weiter erzählte Rezo, er sei von einer Zeitung um eine Stellungnahme zur Flugzeugnutzung von Menschen, die in einem seiner Videos zu sehen gewesen seien, gebeten worden. Die Anfrage fand der Youtuber nicht nachvollziehbar.

"Journalisten sind teilweise so dumm". Rezo


Rezo blätterte in dem Video aktuelle Zeitungsausgaben durch und regte sich dabei über manches auf: "Ey, wer liest das, wer kauft das, wer unterstützt das finanziell?", fragte er angesichts der Schlagzeile einer Boulevardzeitung über gewaltbereite Flüchtlinge.


Beschwerde über unangemeldeten Journalistenbesuch

Der Youtuber beschwerte sich außerdem über einen unangemeldeten Besuch von Journalisten, wunderte sich darüber, dass Tageszeitungen noch Fernsehprogramm veröffentlichen und machte sich lustig darüber, dass Boulevardzeitungen berichteten, was es bei Heidi Klums Hochzeit zu essen gab. "Es gibt auch gute Journalisten", räumte Rezo ein, "das ist wie bei Youtube". Aber dann legte er mit harter Kritik nach: "Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter."

So reagiert "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt

Unter anderem hatte Rezo sich die "Bild"-Zeitung vorgenommen. Dessen Kritik teile er natürlich nicht, twitterte "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt. "Ich verstehe auch die Abfälligkeit gegenüber dem gedruckten Papier nicht, wo seit Jahrzehnten bis heute genau die Freiheit gelebt und verteidigt wird, die ihm seine Arbeit genauso ermöglicht wie allen Medien." Die scharfe Kritik des DJV daran halte er aber für komplett überzogen.


Rezo, der in dem Video mit den blauen Haaren zu sehen ist, die als sein Markenzeichen gelten, hat auf seinem eigenen Youtube-Kanal 1,7 Millionen Abonnenten. Im Mai machte er mit seinem "Zerstörung der CDU"-Video von sich reden, in dem er der Partei unter anderem vorwarf, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen.

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