Zehn Fälle : R. Kelly stellt sich der Polizei: Anklage wegen sexuellen Missbrauchs

Sänger R. Kelly auf dem Weg zum Polizeirevier in Chicago.
Sänger R. Kelly auf dem Weg zum Polizeirevier in Chicago.

Immer wieder gab es Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe gegen R. Kelly. Diese reichen bis in die 90er zurück.

von
23. Februar 2019, 09:08 Uhr

Chicago | Nach Vorwürfen über zwei Jahrzehnte gegen R. Kelly ist der berühmte R&B-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt worden. Die Fälle stammen aus den Jahren 1998 bis 2010 und drehen sich um vier teils minderjährige Opfer, wie Chicagos Staatsanwältin Kim Foxx am Freitag erklärte. Drei der Opfer waren zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs jünger als 17 Jahre. Die "Chicago Tribune" berichtete unter Berufung auf Gerichtsdokumente, dass gegen den 52-jährigen Sänger ein Haftbefehl vorliege.

Termin vor Untersuchungsrichter am Samstag

Der Sänger stellte sich noch am Freitagabend den Behörden in Chicago. US-Sender zeigten Live-Bilder von der Ankunft von R. Kelly vor dem Polizeigebäude. Schon am Samstag sei ein Termin vor dem Untersuchungsrichter angesetzt, berichtete unter anderem der Sender CBS.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Zuvor war laut Star-Anwalt Michael Avenatti ein neues, 45 Minuten langes Video aufgetaucht, das den R&B-Sänger beim Sex mit einem minderjährigen Mädchen zeigen soll. "Nach fortlaufendem sexuellen Missbrauch und sexuellen Übergriffen gegen minderjährige Mädchen über 25 Jahre ist der Tag der Abrechnung für R. Kelly gekommen", schrieb Avenatti am Freitag bei Twitter bevor die Staatsanwaltschaft die Anklage verkündete. "Es ist vorbei."

Vorgeworfene Taten reichen bis in die 90er zurück

Gegen R. Kelly („I Believe I Can Fly“) waren Anfang Januar in einer TV-Dokumentation Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erhoben worden. Diese reichen bis in die 90er Jahre zurück. Kelly hat die Vorwürfe mehrfach abgestritten. Sein Anwalt Steve Greenberg kommentierte die Anklage vorerst nicht. Zuvor hatte er erklärt, dass Kelly „abstreitet, illegale Handlungen jeglicher Art“ vorgenommen zu haben.

Am Donnerstag hatten zwei weitere Frauen Kelly in New York zudem beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Die heute 39 und 40 Jahre alten Frauen sollen zum Zeitpunkt der Übergriffe 15 und 16 Jahre alt gewesen sein. Sie erklärten, den Sänger bei einem Konzert kennengelernt und ihnen gemeinsamen Sex vorgeschlagen zu haben.

Rolle von Star-Anwalt Avenatti unklar

Welche Rolle das neu aufgetauchte Video bei der Anklage spielte, ist unklar. Avenatti ist einer der prominentesten Anwälte der USA und vertrat zuletzt die frühere Porno-Darstellerin Stormy Daniels bei ihrer Verleumdungsklage nach einer behaupteten Affäre mit Präsident Donald Trump. Wie er an das neue Video gelangte und wen er im Rahmen der Vorwürfe gegen R. Kelly vertritt, sagte Avenatti nicht.

Die ersten Vorwürfe gegen R. Kelly wurden vor 20 Jahren bekannt, verurteilt worden ist der dreifache Grammy-Gewinner bisher nicht. Eine Ehe mit der mittlerweile verstorbenen Sängerin Aaliyah, die zum Zeitpunkt des Eheschlusses minderjährig war, wurde annulliert. 2002 wurde Kelly im Zusammenhang mit einem Sex-Video wegen des Verdachts auf Kinderpornografie festgenommen. 2008 wurden aber alle Vorwürfe gegen ihn fallengelassen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen