50. Geburtstag von Arabella Kiesbauer : Erinnern Sie sich an diese 20 „Daily Talks“?

Arabella Kiesbauer feiert am 8. April 2019 ihren 50. Geburtstag.
Arabella Kiesbauer feiert am 8. April 2019 ihren 50. Geburtstag.

Arabella Kiesbauer gehörte zu den Pionieren der nachmittäglichen Talkshow. Was machen die ehemaligen Moderatoren heute?

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08. April 2019, 19:21 Uhr

Hamburg | Berühmt geworden ist die Talkshow vor allem in den 1990er Jahren. Als zu Beginn des Jahrzehnts der sogenannte „Daily Talk“ die Fernsehbildschirme eroberte, begann ein regelrechter Hype, der erst Anfang der 2000er wieder abflaute. Unbekannte Menschen stritten sich täglich in der Mittagszeit über authentische und häufig sehr private Erlebnisse und Erfahrungen. Ein emotionaler Moderator, ein Thema, unbekannte Gäste, ein Publikum und ein bisschen Bühnendeko: Das Privatfernsehen erfand eine billige Methode, in der zuschauerschwachen Fernsehzeit von 11 bis 17 Uhr möglichst viele Zuschauer vor die Flimmerkiste zu locken. Kiesbauers 50. Geburtstag ist der Anlass, um sich die Klassiker des Genres wieder in Erinnerung zu rufen.

1. Arabella am Mittag

Von 1994 bis 2004 diskutierte Arabella Kiesbauer mit ihren Gästen in circa 3000 Episoden über Alltagsprobleme und Tabus. Und im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen konnte sie sich als Moderatorin im Fernsehen halten. 2015 präsentierte sie den ESC in Wien, seit 2014 moderiert sie die österreichische Ausgabe von „Bauer sucht Frau“. Am Montag (8. April) wird Kiesbauer nun 50 Jahre alt – und ist froh, dass sie inzwischen ihr Arbeitspensum deutlich gesenkt hat.

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imago images/SKATA

„Ich möchte das Leben genießen, für mich besteht das Leben nun wirklich nicht nur aus Arbeit“, sagte Kiesbauer der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei eine große Verfechterin des Urlaubs und des Familienlebens – auch wenn das vor allem in den 90ern zur Hochzeit der Talkshows nicht so war. „Ich war zeitweise in einer unglaublichen Arbeitsspirale.“ Einmal habe sie in Österreich moderiert und auf der Bühne erzählt, „wie das hier in Deutschland so ist“. „Ich muss ehrlich sagen, ich war da teilweise schon gar nicht mehr ganz bei mir.“ Sie zog die Notbremse, räumte in ihrem Alltag auf und setzte neue Prioritäten.

Bis dahin war sie viele Jahre lang im deutschen Fernsehen fast omnipräsent, von 1994 bis 2004 werktags eine Größe des Nachmittags-Fernsehens. Vor allem zu Beginn wurde die Tochter einer Theaterschauspielerin aus Deutschland und eines ghanaischen Ingenieurs dabei auch zur Zielscheibe für rassistischen Hass. Zunächst erhielt sie immer wieder Drohbriefe, dann schickte ihr ein österreichischer Terrorist 1995 eine Briefbombe. Eine Sekretärin, die den Brief öffnete, wurde leicht verletzt.

Nach dem Ende der Talkshow-Ära wurde es in Deutschland ruhig um Kiesbauer. In Österreich präsentierte sie einige Male im öffentlich-rechtlichen ORF den Wiener Opernball, 2015 gehörte sie zum Moderationsteam beim ESC in Wien.

Für die meisten Österreicher ist Arabella Kiesbauer inzwischen in erster Linie die Chef-Verkupplerin bei der österreichischen Version von „Bauer sucht Frau“. Noch im April beginnen die Dreharbeiten für die nächste Staffel der Partnersuche auf dem Land, bei der in Österreich den Bauern seit jeher viel Wertschätzung entgegen gebracht wird.

2. Hans Meiser

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imago/Becker&Bredel

Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an die Sendung „Notruf“ mit Hans Meiser, aber wussten Sie, dass er auch eine Talkshow hatte? Auf RTL lief sein Talk von 1992 bis 2001. Der Quotenbringer Hans Meiser sorgte für den Beginn des Talkshow-Hypes bei den Privatsendern und war Vorreiter eines in Deutschland neuen Genres. RTL hatte zwischenzeitlich fünf dieser Sendungen im Angebot. Bei Hans Meiser ging es um Alltagsprobleme ganz normaler Bürger. Rund 1700 Sendungen wurden ausgestrahlt, bis der Hype der Talks Anfang der 2000er abflaute. Danach moderierte er an der Seite von Birgit Schrowange die Pannenshow „Live! Dumm gelaufen“ und hat seit 2013 auf Radio Regenbogen wieder eine Talkshow. Sie heißt „Talk of Town – die Hans Meiser Show“ und ist jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr auf Sendung.

Von 2015 an trat er in der Rubrik „Der kleine Mann“ bei „Neo Magazin Royale “ von Moderator Jan Böhmermann auf. Seit 2017 übernahm Meiser gelegentlich die Rolle des deutschen Bundespräsidenten Hans-Meiser Steinmeiser. Die Produktionsfirma beendete im Mai die Zusammenarbeit, nachdem bekannt wurde, dass Meiser für das rechtspopulistische Onlineportal „Watergate.tv“, das Verschwörungstheorien verbreitet, Spots eingesprochen hat.

3. Ilona Christen

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ZDF/Renate Schäfer

Nachdem Ilona Christen von 1986 bis 1992 den ZDF-Fernsehgarten präsentierte, bekam sie 1993 ihre eigene Talkshow bei RTL. 1999 wurde die Show eingestellt, als die Produktionsfirma Insolvenz anmeldete. Ilona Christen war für ihre auffälligen Brillen bekannt und begeisterte ihre Zuschauer mit dem Talent zum Unterhalten. Seit 2000 war Ilona Christen nicht mehr berufstätig und lebte in der Schweiz. Mit 58 Jahren starb sie am 21. Juli 2009 durch eine Blutvergiftung. Zuvor war sie schwer gestürzt.

4. Fliege – Die Talkshow

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dpa/Ursula Düren

Von 1994 bis ins Jahr 2005 war der Pfarrer Jürgen Fliege mit seiner Gesprächsrunde auf Sendung. Seit 1989 war er für Sat1 unterwegs. In seiner Talkshow, die vor allem älteres Publikum ansprechen sollte, waren häufig Fachleute zu Gast, die sich mit den Sorgen und Problemen anderer Gäste beschäftigten. Auch Prominente saßen auf Flieges Sofa, um über ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen. Fliege wurde oftmals kritisiert, dass er para- und pseudowissenschaftliche Heilverfahren, Produkte und Seminare als medizinische Revolutionen propagierte. Nach dem Ende der Talkshow moderierte er für das Bayerische Fernsehen, publizierte bis 2012 die Zeitschrift „Fliege – die Zeitschrift“ und veröffentlichte zahlreiche Bücher mit Titeln wie „Die Heilkraft des Wassers“. Weitere Kritik gab es für sein Wundermittel „Fliege-Essenz“, welches er durch Handauflegen und Beten erst zu einem Allheilmittel gemacht haben will. Der Verkauf wurde aufgrund des negativen Medienechos alsbald eingestellt.

Die ehemalige Sektenbeauftrage Hamburgs, Ursula Caberta, warf Fliege vor, Produkte und Methoden von Esoterik-Scharlatanen hoffähig zu machen. Sie rückte den Pfarrer in die Nähe der Scientology. Fliege verteidigte Kritik an seinen Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund uralter, christlicher Heilmethoden.

5. Vera am Mittag

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imago/APress

Der Talk von Vera Int-Veen flimmerte von 1996 bis 2006 bei Sat1 über den Bildschirm. 2064 Sendungen gab es, die die Moderatorin selbst produzierte und die in den Babelsberger Filmstudios entstanden. Vera Int-Veen lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und wohnt heute in Potsdam. Sie moderiert auch heute noch. In „Verzeih mir“ sucht Int-Veen im Auftrag von Verwandten nach verschollenen Personen. Seit 2007 begleitet sie in „Schwiegertochter gesucht“ Männer, die noch bei Mutti wohnen und sich potenzielle Partnerinnen nach Hause einladen. Das Konzept feiert Erfolge. Mittlerweile läuft die elfte Staffel.

In die Schlagzeilen geriet Int-Veen mit der Sendung „Schwiegertochter gesucht“, als Jan Böhmermann in seiner Sendung „Neo Magazin Royale am 12. Mai 2016 einen Bericht zeigte, wonach sein Team einen Kandidaten in die Sendung eingeschleust hatte. Der unter dem Hashtag #Verafake bekannt gewordene Scoop deckte etwa Missstände bei der Bezahlung und der Behandlung der Kandidaten auf.

6. Bärbel Schäfer

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imago/Patrick Scheiber

Bärbel Schäfer, gelernte Hotelkauffrau, führte 1500 Mal durch ihre Talkshow, bis sie von RTL 2001 abgesetzt wurde. 1995 war die Show aufgrund des Hypes ins Programm gekommen. Danach folgt eine neue Talkshow im Radiosender „hr3“ spricht sie über Themen der Woche und liefert Hintergründe und Informationen. Jede Woche hat sie einen prominenten Gast und tauscht mit Hörern Rezepte aus. Auch ist sie als Journalistin tätig. In den Frauenzeitschriften „emotion“ und „Frau von Heute“ schreibt die gebürtige Bremerin Interviews und Kolumnen.

Die Ehefrau von Michel Friedmann verarbeitet in ihrem Buch „Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist“ (2016) die tödlichen Unfälle ihres Bruders und Lebenspartners. Schäfer veröffentlicht im Laufe der Zeit noch weitere Titel wie etwa „Zen im Gurkenbeet“ (2012).

7. Die Oliver Geissen Show

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imago/Future Image

Zehn Jahre – so lange gab es die Oliver Geissen Show im Mittagsprogramm von RTL. Oliver Geissen löste Ilona Christens Sendung ab und war in der Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen lange Zeit der Platzhirsch in Sachen Quote. Als die Sendung im Sendeplatz nach hinten rutschte, bedeutete dies das Ende der Talkshow. Neue Formate wie „Zwei bei Kallwass“ ließen die Quoten weiter sinken. Nach 1807 Episoden war 2009 Schluss. Dennoch reiht sich der Talk des Hamburgers in die Riege der erfolgreichsten Talkshows ein. Danach moderiert er gängige RTL-Formate wie „Die ultimative Chartshow“. Von 2011 bis 2013 war er auch Gesicht der Spiel- und Rateshow „Es kann nur E1NEN geben“. Im Januar 2015 löste der Hamburger Daniel Hartwich bei der Moderation des RTL Comedy Grand Prix ab. Die Event-Shows von „Deutschland sucht den Superstar“ moderierte Geissen 2015, 2016 und 2017 (14. Staffel).

8. Britt – Der Talk um eins

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imago/Future Image

Britt Hagedorn moderierte ihre Talkshow auf dem Sendeplatz der weniger erfolgreichen Sonja Zietlow. Von 2001 bis 2013, sagenhafte zwölf Jahre lang. Nach dem Ende von Oli Geissens Talk, war Britt die letzte Bastion die TV-Formats „Daily Talk“. Das macht Britt Hagedorn zur Legende. Was mit Hans Meiser begann, endete mit einer blonden Britt in einem quitschbunten Studio. Vaterschaften, Seitensprünge, Lügen und Intrigen beherrschten die Sendung auf Sat1 2112 Episoden lang. So erfolgreich, dass der Spartenprivatsender Sat1 Gold lange Best-Ofs ausstrahlt. Die gebürtige Pinnebergerin hat seither andere Ziele. Nach einer Staffel „Schwer verliebt“ arbeitete sie bei dem Verkaufssender HSE24 (Home Shopping Europe).

9. Jörg Pilawa

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imago/STAR-MEDIA

Den Moderator aus Hamburg-Bergedorf kennen viele Schleswig-Holsteiner noch als Radiosprecher für RSH. Nicht nur durch seine Talkshow wurde er bekannt, sondern in der Folge auch durch sein Engagement bei „Herzblatt“, die Moderation der NDR-Talkshow, seine Quizsendungen in ARD und ZDF (Das Quiz, Quizduell und Rette die Million) oder seine diversen Auftritte bei Sportveranstaltungen. Mit seinem Talk löste Pilawa von 1998 bis 2000 den Talk von Johannes B. Kerner ab, der von 1996 bis 1998 aufgezeichnet wurde. Auch das Revival in den Jahren 2009 bis 2011 dauerte nicht länger. Zusammen mit Stephanie Stumpf moderiert Pilawa von 2017 bis 2018 die Sendung „Riverboat“ im MDR.

10. Franklin, deine Chance um 11

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imago/teutopress

Als Nachfolger von Pilawa kam Franklin im Jahr 2000 auf die Bildschirme. Vier Jahre lang sollte Franklin, der gebürtige Breisgauer, die Fernsehzuschauer mit vielen Chancen zur Vormittagssendezeit bei Laune halten. Eigentlich heißt der Moderator Frank Schmidt, bevor er jedoch zum Fernsehen kam, wurde er als Zauberkünstler unter dem Namen Franklin bekannt. Er gewann unter anderem den Weltmeistertitel „Grand Prix der World Championships of Magic“. 1998 wurde er mit der „100.000-Mark-Show“ bekannt, deren Moderation er von Ulla Kock am Brink übernahm. Bis 2015 war Frank Schmidt geschäftsführender Gesellschafter der von ihm 2003 gegründeten Blueprint Productions Holding GmbH. Die Firma entwickelt TV-Formate für den internationalen Markt.

11. Ricky!

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imago/nicepix.world

Was hatten sich die Progammverantwortlichen von Sat1 damit gedacht? Als mit Ricky Harris ein neuer und in Deutschland unbekannter Moderator auftauchte, war die Einschaltquote mit Sicherheit zunächst sehr hoch, doch als die Sendung 2000 nach nur einem Jahr wieder vom Bildschirm verschwand, war klar: Wer nur gebrochen Deutsch spricht, kann nicht wirklich gut durch einen Talk führen. Trotzdem war die Sendung innovativ. Harris ansteckendes Lachen wurde sein Markenzeichen. Ricky Harris kam aus Detroit, war als Amerikaner allerdings schon Mitte der 80er nach Deutschland gekommen. Seine Karriere begann im Jahr 1993, als er das amerikanische Supermodel und Fitness-Ikone Cindy Crawford überzeugte, ihre „Shape-Your-Body Promotion-Tour“ nach Deutschland zu bringen. Beim Sender H.O.T (Home Order Television) wurde er einem größeren Publikum bekannt.

Nach seiner Talkshow wurde es wieder still um ihn. Seit Jahren litt er an einer chronischen, vermutlich autoimmunbedingten Nierenerkrankung. Er bekam eine Spenderniere und kann so weiterleben. Von 2008 bis 2013 arbeitete Ricky Harris als Bademeister in einer Therme im bayerischen Bad Wörishöfen.

Seit Oktober 2014 ist er als Moderator beim Teleshopping-Sender 1-2-3.tv zu sehen. Ebenfalls arbeitet er als Betreuer in der Offenen Ganztagsschule am Gymnasium Buchloe im Ostallgäu.

2016 war er gleich mehrfach im Fernsehen zu sehen. Im Januar nahm er an der 10. Staffel der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil. Er wurde Achter. Im März war er Teil des Dschungel-Specials des Perfekten Promi-Dinners. Im April spielte er bei der großen ProSieben-Völkerball-Meisterschaft mit.

Im April 2017 veröffentlichte der leidenschaftliche Musiker die Single „Totale Eskalation“.

12. Peter Imhof

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imago/eventfoto54

Nach „Ricky!“ kam Peter Imhof auf den Sat1-Sendeplatz. Ein knallharter Kontrast zum bunten Ricky Harris. Der Comedian und Radiomoderator arbeitete zunächst für Radio Westfalica, nach seinem Umzug nach Berlin moderierte er für MTV die Sendungen „MTV live aus Berlin“ und „Select MTV“. Nach dem Aus für den Daily Talk, ging Peter Imhof im Jahr 2004 zum MDR und moderierte dort die Nachrichtensendung „Hier ab vier“.

Weiterin in der Öffentlichkeit ist Peter Imhof auch bei diversen Stefan Raab Produktionen. So gewann der Northeimer beim „TV Total Ball Ball“ und errang die Bronzemedaille beim „TV Total Turmspringen“. Im März 2015 war er Teil des Teams „DDR“ bei der TV-Total-Wok-WM im Viererwok mit Sandra Kiriasis, Sven Hannawald und Jan Kralitschka.

13. Sonja

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imago/Future Image

Sie ist die Meisterin des Trash-Fernsehens: Ihre Talkshow „Sonja“, die von 1997 bis 2001 bei Sat1 zu sehen war, überzeugte nicht durch Inhaltstiefe. In der Folge blieben die Sendungen, die Sonja Zietlow moderierte, meistens im Trash-Bereich. Beispiele gefällig? „Die Hugo Show“, „Der schwächste fliegt“, „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, „Entern oder Kentern“, Rankingshows à la „Die 25 größten Moderationspannen“ oder die Spielshow „Unschlagbar“ sind Klassiker des deutschen Show-Gedusels. Die blonde Bonnerin ist damit jedoch nach wie vor im Geschäft. In 821 Folgen „Sonja“, die in Hamburg gedreht wurden, ging es vor der Kamera teilweise recht derb daher. Trotzdem sahen teilweise mehr Zuschauer Zietlows Talk als den von Hans Meiser. Die Sendung wurde aber nicht etwa wegen schlechter Quoten abgesetzt, sondern schlicht aus dem Grund, dass Sonja Zietlow von Sat1 zu RTL wechselte. Sendungen, die in Erinnerung bleiben, waren „Mein Busen macht die Welt verrückt“ oder „Bei deinem Anblick wird mir schlecht“. Seit 2004 moderiert Zietlow unter anderem „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und seit 2017 die Show „Wollen wir wetten?! Bülent gegen Chris“.

14. Andreas Türck

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imago/Stephan Wallocha

Vier Jahre lang war Andreas Türck mit einer eigenen Talkshow auf Sendung bei ProSieben. Von 1998 bis 2002 begrüßte der Journalist, Musiker, Produzent und Schauspieler zahlreiche Gäste auf seinem Sofa, die ihre Alltagsprobleme vor der Kamera zu lösen versuchten. 850 Sendungen wurden produziert. Türck galt als Frauenschwarm, bekam Titel wie „Mr. Charming“ und wurde sogar zum erotischsten TV-Mann Deutschlands gewählt. 2004 wurde er von seinem Sender ProSieben beurlaubt. Es gab Vorwürfe, wonach er eine Frau vergewaltigt haben soll. 2005 wurde er freigesprochen. Seiner Karriere schadete der Prozess. Erst nach acht Jahren tauchte Türck wieder als Moderator auf. Die Wissenssendung „Abenteuer Leben“ auf Kabel 1 brachte den Gießener zurück auf die Fernsehbildschirme.

Im Januar 2016 war Türck Mitbegründer der BuzzBird GmbH, einem Unternehmen zur Automatisierung von Influencer Marketing.

15. Johannes B. Kerner

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imago/foto2press

Johannes B. Kerner war nur von 1996 bis 1997 ein täglicher Talker. Dann gab es eine Pause. 1998 bis 2009, dann kam der Talk zunächst einmal am Donnerstag, später vier Mal wöchentlich im ZDF. Dabei lud sich der Bonner Moderator Prominente in seine Sendung ein. 2009 kam das erneute Ende für den Kerner-Talk, dann gleich wieder der Anfang – diesmal auf Sat1. 2011 war dann endgültig Schluss. Seither widmete sich Johannes Baptist Kerner wieder der Moderation von Sportereignissen und anderen TV-Formaten. Im ZDF moderierte er Sendungen wie „Kerners Köche“, „Da kommst Du nie drauf!“ oder „Das Spiel beginnt“.

16. Absolut Schlegl

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imago/Hoffmann


Der Kölner Autor, Moderator und Musiker Tobias Schlegl mischte bei ProSieben ebenfalls im „Daily Talk“-Zirkus mit – allerdings nur im Jahr 2002. Zunächst wurde er bei VIVA bekannter und hatte in seiner Sendung „Kewl“ unter anderem Herbert Grönemeyer und Die Ärzte zu Gast. Der bekennende Vegetarier und globalisierungskritische Attac-Netzwerker veröffentlichte 2006 das erste Album seiner Band „Die Familie“, aber auch vorher trat er schon musikalisch in Erscheinung. Auch für den NDR (Extra 3) und die ARD war Tobias Schlegl tätig. So machte er sich 2010 in der Dokumentation „Geld für alle! Gibt es eine bessere Welt?“ auf die Suche nach neuen Wirtschaftsmodellen. Im Nachmittagsprogramm des Radiosenders 1Live war er bis 2013 zu hören. Im NDR kam 2012 die erste Staffel des Unterhaltungsformats „Ganz schön dreist“ auf den Markt. Hier macht sich Tobias Schlegl über uns Norddeutsche lustig. Von 2014 bis 2016 war er Moderator der ZDF-Kultursendung „aspekte“.

Beim Radiosender „N-Joy“ hat der Kölner seit Mai 2016 eine eigene Sendung. In „Song des Lebens“ erforscht er die Geschichten hinter den Lieblingsliedern von Hörern und Prominenten. Im Juli 2016 gab er bekannt, eine Notfallsanitäter-Ausbildung beim DRK zu machen, um etwas „gesellschaftlich Relevantes“ zu machen. Seine Arbeit beim Fernsehen legte er nieder.

17. Nicole – Entscheidung am Nachmittag

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imago/Andre Poling

Ein relativ unbekannter Talk. Nicole Noevers war von 1999 bis 2001 bei ProSieben zu sehen. Ihre Talkshow war das Sprungbrett. Zuvor arbeitete sie beim WDR, bei Euronews, QVC und Sat1. Nach ihrer Talkshow moderierte sie das „K1 Journal“ auf Kabel1. Seither ist es still um die Moderatorin aus Celle in Niedersachsen geworden. Sie kümmerte sich nach ihrem Engagement bei Kabel 1 voll um ihre Familie. Heute arbeitet die Wahl-Münchenerin als Moderatorin auf Kongressen, leitet Podiumsdiskussionen und verdient ihr Geld darüber hinaus als Trainerin für Führungskräfte.

18. Birte Karalus

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imago/Sven Simon

Birte Karalus ist gebürtige Reinbekerin, studierte Volkswirtschaft und Germanistik und ging zunächst zum Hörfunk, danach zum Fernsehen. Das fand RTL offenbar so toll, dass sie ihr eine eigene Talkshow schenkten. Von 1998 bis 2000 lief das Format, danach arbeitete sie für die ARD, für DSF (heute Sport1) und ProSieben. Auch bei Sat1 (Weck Up!) und bei VOX (Auto Mobil) war Karalus zu sehen. Ebenso war sie Moderatorin auf der Web-TV-Plattform „mittelstand – DIE MACHER“. Auch auf Veranstaltungen, Events, Podiumsdiskussionen ist sie als Moderatorin tätig.

19. Sabrina

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imago/Future Image

Sie ist eine der unbekannteren Talkshows der Privatsender. Das könnte daran liegen, dass die Sendung bereits nach einem Jahr wieder abgesetzt wurde. Von 1999 bis 2000 lief der Talk mit Moderatorin Sabrina Staubitz. Wie? Kennen Sie nicht? Sabrina Staubitz wurde in Frankfurt am Main geboren, arbeitete bei TV München und bei RTL2. Den bayerischen Zuschauern wird sie im Bayerischen Rundfunk durch die Sendung „Boulevard Bayern“ und den Talk „Unter vier Augen“ bekannter sein. Größere mediale Aufmerksamkeit erreichte sie noch einmal durch ihre Heirat. Von 2005 bis 2015 war sie die Ehefrau von Giovanni di Lorenzo. Im Jahr 2016 moderiert sie die Sendung „alpha Forum“ auf ARD-alpha.

20. Mensch, Ohrner!

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imago/APress

1998 war das ZDF mit einer täglichen Talkshow mit dabei bei den Daily Talks. Moderator Thomas Ohrner ist das Fernsehen in die Wiege gelegt. Mit acht Monaten strampelte er schon für Werbeplakate, mit vier Jahren auch in Werbespots. Die erste Filmrolle folgte. In den 80ern machte er Popmusik. „Lass dich überraschen“, „Dingsda“, „Glücksrad“, „Versteckte Kamera“: Thomas Ohrner machte viel, spielte unter anderem auch bei „Verbotene Liebe“ für etwas über zwei Jahre eine Rolle. Seine Talkshow „Mensch, Ohrner!“ wurde wegen Quotenschwäche nach 120 Folgen abgesetzt.

Von 2002 bis 2016 moderierte beim Radiosender Bayern 1 und von 2013 bis 2015 die Sendung „Servus am Morgen“ auf dem Spartenkanal Servus TV. Seit November 2016 ist er werktags von sechs bis zehn Uhr für den Privatsender Klassik Radio aktiv. In der Kino-Neuverfilmung „Timm Thaler“ (2017) spielt er in einer Nebenrolle einen Hausmeister.

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