Missbrauchsvorwürfe : Erstes Interview seit Anklage: R. Kelly verteidigt sich unter Tränen

R&B-Sänger R. Kelly war am 22. Februar auf Kaution frei gekommen. Er betont seine Unschuld.
R&B-Sänger R. Kelly war am 22. Februar auf Kaution frei gekommen. Er betont seine Unschuld.

Der R&B-Sänger ist wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt. Er beteuert seine Unschuld.

von
06. März 2019, 08:58 Uhr

Berlin | In seinem ersten Fernsehinterview seit der Anklage wegen sexuellen Missbrauchs hat Sänger R. Kelly (52) seine Unschuld beteuert. In einem am Dienstag (Ortszeit) vorab veröffentlichten Ausschnitt des Gesprächs für die Sendung "CBS This Morning" nannte der verärgert wirkende R. Kelly die Vorwürfe, minderjährige Mädchen missbraucht zu haben, "nicht wahr".

"Ich kämpfe um mein verdammtes Leben"

"Egal, ob sie alte Gerüchte, neue Gerüchte oder zukünftige Gerüchte sind." Auf die Frage, ob er Mädchen gegen ihren Willen festgehalten habe, erklärte R. Kelly unter Tränen: "Das bin nicht ich! Ich kämpfe um mein verdammtes Leben!"

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Zudem widersprach Kelly Medienberichten, wonach er in seinen Häusern in Chicago und Atlanta Frauen als Sexsklavinnen festgehalten habe. "Das muss ich nicht. Warum sollte ich?", sagte der 52-Jährige. Die Vorwürfe bezeichnete er als "dämlich".

In einem weiteren Ausschnitt äußerte sich R. Kelly zu Kollegin Lady Gaga (32). Die Sängerin hatte Anfang Januar angekündigt, nie wieder mit dem Musiker zusammenarbeiten zu wollen. "Sie ist ein großes Talent. Es ist schade, dass es mit ihrer Intelligenz bei dieser Sache nicht so weit her ist", kommentierte R. Kelly. Das vollständige Interview sollte am Mittwoch- und Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgestrahlt werden.

Belastendes Video

R. Kelly war am 22. Februar wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt worden. Pro Vergehen drohen ihm zwei bis sieben Jahre Haft. Betroffen sind vier Frauen, von denen drei zur mutmaßlichen Tatzeit noch minderjährig waren. Die Taten sollen sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren erstreckt haben. Laut Staatsanwaltschaft gibt es allerdings ein rund 40-minütiges Video, das den Star beim wiederholten Sex mit einem seiner Opfer zeigt.

Vor Gericht plädierte R. Kelly auf nicht schuldig. Er verbrachte das Wochenende darauf im Gefängnis in Chicago. Wann ein Prozess beginnen könnte, ist unklar.

Dem durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannten Musiker wird seit Jahrzehnten Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. 2002 wurde Anklage gegen ihn wegen Kinderpornographie erhoben, doch wurde er sechs Jahre später freigesprochen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen