Im Berliner Hotel Adlon : Mit 150 Gästen aus Politik und Showbiz: Gerhard Schröder feiert Hochzeitsparty

Gerhard Schröder und seine Frau Soyeon Kim, hier vor kurzem bei den Salzburger Festspielen. Foto: imago/Manfred Siebinger
Gerhard Schröder und seine Frau Soyeon Kim, hier vor kurzem bei den Salzburger Festspielen. Foto: imago/Manfred Siebinger

Vor fünf Monaten überraschte Altkanzler Schröder mit einer Blitzhochzeit in Seoul – seine fünfte Ehe. Nun feiern er und seine neue Liebe Soyeon Kim in edlem Rahmen nach.

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05. Oktober 2018, 16:26 Uhr

Berlin | "Private Feier" steht auf den dezenten Hinweistafeln, die im noblen Berliner Hotel "Adlon" den Weg zum Palaissaal in der ersten Etage weisen. Und so verstehen Altbundeskanzler Gerhard Schröder (74) und seine ihm vor fünf Monaten angetraute südkoreanische Frau Soyeon Kim (49) ihre am Abend geplante Hochzeitsparty auch, wie sein Büro deutlich macht.

Doch bei einem Ex-Kanzler mit Glamourfaktor, der zum nunmehr fünften Mal Ja sagte, ist das mit dem Privaten so eine Sache. Und so stehen schon Stunden vor dem Event Fotografen und einige Schaulustige am Hoteleingang am Pariser Platz. Während das Paar im Hotelinneren in einem abgeschirmten Bereich erstmals gesichtet wird.

Prominente Gästeliste

150 Gäste aus Politik und Showbiz wurden zum Empfang am frühen Abend und einer anschließenden Party erwartet, soviel sickerte immerhin durch. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender sind darunter, und der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu. Auch Künstler Markus Lüpertz stand auf der Gästeliste, die Ex-Bundesminister Werner Müller und Otto Schily, die Unternehmer und langjährigen Schröder-Freunde Günter Papenburg und Jürgen Großmann, Scorpions-Sänger Klaus Meine, Hannover-96-Präsident Martin Kind und der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer mit seiner Frau, Schauspielerin Veronica Ferres.

Die Hochzeitsfeier fand im noblen Hotel Adlon in Berlin statt. Foto: imago/McPHOTO
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Die Hochzeitsfeier fand im noblen Hotel Adlon in Berlin statt. Foto: imago/McPHOTO


Ein Name fehlte indes: Russlands Präsident Wladimir Putin, der als enger Freund Schröders gilt, kam nicht nach Berlin. Ein Staatschef bedeute "zu viel Buhei", sagte der Altkanzler im Sommer dem Magazin "Stern".

Schröder und die Frauen – das ist zweifellos eine ganz besondere Geschichte. Beobachter meinen, er habe sich quasi für jede Lebensphase die passende Frau gesucht. Mit Kims Vorgängerin Doris Schröder-Köpf, von der er seit April geschieden ist, war Schröder fast 20 Jahre verheiratet. Er schätzte den politischen Rat der Journalistin, die er einst auf einer Ölplattform kennengelernt hatte, auf die sie ihn seinerzeit als Berichterstatterin begleitete.

Ex-Frau Doris: "Frau Kim war Anlass für endgültige Trennung"

Zuvor war von 1984 bis 1997 – also 13 Jahre lang – Hiltrud "Hillu" Schwetje an seiner Seite. Die Tierschützerin und Atomkraftgegnerin unterstützte Schröder auf dem Weg ins Ministerpräsidentenamt in Hannover. Davor war der SPD-Politiker von 1968 bis 1972 mit Eva Schubach und von 1972 bis 1984 mit Anne Taschenmacher verheiratet.

Nun also die Südkoreanerin Kim, die für die Wirtschaftsförderung in Nordrhein-Westfalen arbeitet und Schröder bei mehreren Konferenzen über den Weg lief. Als vor rund einem Jahr die ersten Fotos der beiden Turtelnden aus Seoul auftauchten, staunte Deutschland. Und fragte sich: "Wie lange geht die Sache schon?" Seine – damals noch nicht geschiedene – Ex-Frau Doris twitterte: "Frau Kim war im Frühjahr 2016 der Anlass, wenn auch nicht der alleinige Grund, für die endgültige Trennung."

Schröder-Freund Martin Kind überrascht

Im Januar ging es dann Schlag auf Schlag: Erst verkündete Schröder via Zeitschrift "Bunte": "Ja, es ist Liebe." Kurz darauf zeigte er seiner neuen Geliebten Berlin und ging mit ihr in Kreuzberg essen – bei einem Koreaner. Um kurz darauf bei einer Pressekonferenz in Seoul die Hochzeitspläne zu verkünden – mit Kim hinter einem üppigen Gesteck aus weißen und zartrosa Rosen um die Wette strahlend.

Die Rede war vom Herbst, doch Schröder liebte immer Überraschungen. Bereits am 2. Mai, kurz nach der Scheidung von Doris Schröder-Köpf, gaben sich beide in Kims Heimat das Ja-Wort. Selbst enge Vertraute waren nicht eingeweiht. Für "ausgeschlossen" hielt etwa Schröders Freund und Tennispartner Martin Kind die Nachricht. Von wegen.

Hochzeitsreise nach Sachsen und Thüringen

Immer wieder tauchte das schillernde Paar dieses Jahr sichtbar verliebt bei Events auf, sei es bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea, der Fußball-WM in Russland, im Fußballstadion von Hannover oder erst vor wenigen Tagen beim Münchner Oktoberfest. Inzwischen erfuhr die Nation aus einigen Interviews, dass Gerhard Schröder mühsam koreanisch lernt und seine Kim mit Bratkartoffeln verwöhnt, sie seither ein paar Kilo zugenommen hat und gut findet, wenn er aus dem Stegreif Hamlet zitiert.

Ein – mehr oder weniger – ganz "normales" und "unspektakuläres" Leben, das beide erklärtermaßen führen wollen. Eine Hochzeitsreise ist auch geplant, nach Sachsen und Thüringen. Aus Schröders Umfeld wurde ein entsprechender Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Freitag) bestätigt.

Zwinger und Semperoper in Dresden, die Meißener Porzellanmanufaktur, die Stätten deutscher Klassik in Weimar und das Bauernkriegspanorama im thüringischen Bad Frankenhausen wollen sich die Schröders dann anschauen. Und damit nach wiederholten rechtsextremen und ausländerfeindlichen Zwischenfällen gerade in Sachsen ein Zeichen setzen, dass dieser Teil Deutschlands kulturell wichtig sei, wie es hieß.

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